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Mittwoch, 20. Februar 2013

7 Wochen Ohne Fastenmail - 2. Woche 2013: Begegnung riskieren

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Riskier was, Mensch! Sieben Wochen ohne Vorsicht
2. Woche: Begegnung riskieren – ohne Vorbehalte
Jesu Salbung durch die Sünderin (Lukas 7,36–50)
Einen herzlichen Gruß in die zweite Fastenwoche hinein! Haben Sie Spaß beim Verzichten auf zu viel Vorsicht? In dieser Woche begleitet uns dabei eine Geschichte, in der man die Peinlichkeit mit Händen greifen kann, weil jemand wirklich unvorsichtig handelt. Und wieder lautet das Urteil Jesu dazu: Richtig so, gut gemacht!
Jesus ist im Haus des Pharisäers Simon eingeladen. Das ist nichts Ungewöhnliches, schließlich lässt Jesus sich ständig von anderen Leuten zum Essen einladen, und auch Pharisäer sind unter den Gastgebern. Doch kaum haben alle Platz genommen, geschieht etwas ausgesprochen Unangenehmes: Eine Frau kommt herein, über die alle Einheimischen alles zu wissen meinen. Irgendwie schafft sie es, dem sitzenden Jesus von hinten an die Füße zu gelangen. Und dann beginnt sie, Jesu Füße gleich dreifach nass zu machen: mit ihren Tränen, mit ihren Küssen und mit einem Salböl, das sie mitgebracht hat.
Es muss eine grausig peinliche Situation für die Anwesenden sein: Man möchte sich gepflegt unterhalten, etwas Schönes essen und einen guten Wein genießen, und jetzt kauert da diese Frau, über die sich alle ihr Urteil längst gebildet haben. Sie schluchzt, sie schmatzt, sie trocknet mit ihren Haaren Jesu Füße und dann salbt sie sie, küsst wieder, hört nicht auf zu weinen. Wie unendlich peinlich! Nur einer kann die Situation auflösen: Jesus selbst. Simon schaut ihn fragend an, vermutlich tun das mittlerweile alle im Raum. Als Leser der Geschichte möchten wir hoffen, dass Jesus sich erst einmal der Frau zu seinen Füßen zuwendet, ihr die Tränen trocknet, sich bedankt für die Zuwendung. Aber stattdessen richtet er das Wort an seinen Gastgeber und hält ihm einen kleinen Vortrag über Schulden, die erlassen werden, und darüber, was sich gehört, wenn man sich Gäste einlädt. Währenddessen sitzt immer noch die Frau zu seinen Füßen, in Tränen aufgelöst, küssend, salbend.
Dann endlich richtet Jesus das Wort an die Frau: "Deine Sünden sind dir vergeben", sagt er und: "dein Glaube hat dir geholfen. Geh hin in Frieden." Wir erfahren nicht, wie die Frau darauf reagiert, aber wir dürfen davon ausgehen, dass sie in der Tat erleichtert und fröhlicher nach Hause geht, als sie gekommen ist. Ihr Glaube hat ihr geholfen? Ja, ihr Glaube hat sie nicht nur zu Jesus gebracht, sondern er hat es ihr anscheinend möglich gemacht, eine beschämende Situation so lange auszuhalten, bis sie endlich bekommt, was sie braucht – Vergebung und jemanden, der sie einmal direkt ansieht, sie direkt anredet.
Manchmal müssen wir lange aushalten, bis wir den direkten Blickkontakt bekommen. Manchmal erscheint es wie eine Tortur, zu warten, bis wir ein direktes Wort bekommen. Auf dass auch unser Glaube uns helfe, solche Momente auszuhalten, bis eine echte Begegnung entstehen kann.
Eine gesegnete Woche wünscht
Ihr Frank Muchlinsky
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