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Mittwoch, 14. Oktober 2015

Report München: „Hass auf Christen“ in Flüchtlingsheimen

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Christen und Jesiden sind in Flüchtlingsheimen immer wieder religiös motivierten Angriffen ausgesetzt. Wie brutal es dabei manchmal zugeht und wie enttäuschend einige Behörden reagieren, zeigte die Sendung Report München.

Die Sendung Report München, die am vergangenen Dienstagabend in der ARD zu sehen war, erzählt zum Beispiel die Geschichte von Sandy, einer syrischen Christin, die anonym bleiben will. Sie sei in den Unterkünften mehrmals sexuell von einem muslimischen Flüchtling belästigt worden. „Wenn ich Muslima wäre, hätte er sich das nicht getraut, mich zu fragen oder mich zu bedrängen“, ist sie sich sicher. Ihr Kreuz trage sie versteckt, berichten die Reporter.

Report München zeigt außerdem den Fall von Mahder, einem Christen aus Eritrea. Gemeinsam mit Freunden sei er im vergangenen Jahr in Brandenburg zusammen mit Flüchtlingen aus Tschetschenien untergebracht worden. Im August vergangenen Jahres sie die Lage eskaliert. Die Tschetschenen hätten die Zimmer der Eritreer gestürmt und zwei Menschen aus dem zweiten Stock aus dem Fenster geworfen. Die Opfer hätten noch versucht, ihre Zimmer zu verbarrikadieren. Derzeit ermittele die Staatsanwaltschaft. Angeblich habe es bereits im Vorfeld Warnungen für den Angriff gegeben, die zuständigen Behörden hätten jedoch mit Unkenntnis reagiert.

Rechtsanwalt Peter Conradi sagte: „Die Tschetschenen haben im Vorfeld alles vorbereitet. Sie haben die Frauen und Kinder aus den Häusern rausgeholt und wenn man dann sieht, dass das Nachts um 2.30 Uhr losgegangen ist, kann man nicht von einer Massenschlägerei sprechen, die einfach mal so zwischen den beiden Gruppierungen entstanden ist.“

Falsche Darstellung der Behörden

Auch der Jeside Saman aus dem Nordirak kommt zu Wort. Nach einen Willkommensfest für Flüchtlinge sei er von einem Sympathisanten der Terrororganisation Islamischer Staat niedergeschlagen worden. Ein muslimischer Freund steht Saman zur Seite. Diesem Freund habe der Angreifer erzählt: „Wenn man den Jesiden die Köpfe abschneidet und das Blut daraus trinkt, erlaubt das der Glauben.“ Denn Jesiden seien keine Menschen. Samans muslimischen Freund habe diese Aussage sehr verletzt.

Der Vorsitzende des Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland, Mike Malke, sagte, oft würden die Vorfälle als Auseinandersetzungen dargestellt, sodass der Eindruck entstehe, zwei Parteien stünden sich feindlich gegenüber. Tatsächlich handele es sich jedoch oft um Angriffe, die von „Hass auf das Christentum oder Jesidentum“ motiviert seien.

Er könne nachvollziehen, dass man nicht den Hintergrund jedes Flüchtlings durchleuchten könne, der nach Deutschland komme. Es dürfe aber nicht sein, dass das religiöse Minderheiten, „inbesondere die Christen und Jesiden“ ausbaden müssten. Der Zentralrat fordert deshalb eine getrennte Unterkunft der Flüchtlinge nach Religion. 

Auf Anfrage von Report München teilte zum Beispiel Rheinland-Pfalz mit, dass „bei der Zimmerbelegung in den Erstaufnahmeeinrichtungen grundsätzlich immer auf ethnische, religiöse und auf nationale Zugehörigkeit Rücksicht genommen wird“. Aus Berlin hieß es jedoch, es sei „weder erwünscht noch umsetzbar“ zur Vermeidung von Konflikten religiöse Gruppen getrennt unterzubringen. (pro)


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