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Mittwoch, 6. April 2016

Mutige Leiter dringend gesucht

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Die christliche Kampfformation


Auch in der christlichen Kirche ist das Fußvolk auf mutige Leiter angewiesen, die sich in der Stunde der höchsten Not an die Spitze des Kampfes stellen und dabei kein Risiko scheuen.
Holger Lahayne
Die Sicht des Bösen im christlichen Glauben ist komplexer als man gemeinhin denkt. Das Böse steckt als Schwäche und Verführbarkeit in uns und greift uns gleichzeitig von außen her als Kraft an. So finden sich im „Vater unser“ gleich zwei Bitten (Matthäus 6,13): „ lass uns nicht in Versuchung geraten“ – bewahre uns vor uns selbst, d.h. vor dem Bösen in uns; und „errette uns vor dem Bösen“ – bewahre uns vor den Bösen und dem Bösen, dem Teufel von außen.
 
 
Ähnlich auch im Römerbrief. In den Kapiteln 5–8 setzt Paulus den Glauben voraus (5,1) und bespricht das Verhältnis des Christen zum Bösen in der Welt: nach dem Rahmen in 5,1–11 erläutert der Apostel  in 5,12–8,17 das Verhältnis zum Bösen in uns, das wir selbst verschulden, dann in 8,18–39 thematisiert er das Verhältnis zum Bösen von außen. Schließlich sei noch Jakobus 1,1–12 genannt: Trübsal und Versuchung, die von außen auf uns eindringen; und 1,13–18: Versuchung der Sünde von innen...


Auf diesem Hintergrund gibt es nun mehrere wichtige Tugenden. Da wäre zuerst die Wachsamkeit. Die Ermahnung zur doppelten Wachsamkeit finden wir auch im Neuen Testament. Jesus ruft sein Jünger auf: „Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung geratet! Der Geist ist willig, aber die menschliche Natur ist schwach“ (Matthäus 26,41). Hier geht es mehr um die eigene Schwäche. An anderer Stelle richtet sich die Wachsamkeit auf den Feind von außen: „Seid besonnen, seid wachsam! Euer Feind, der Teufel, streift umher wie ein brüllender Löwe, immer auf der Suche nach einem Opfer, das er verschlingen kann“ (1 Petrus 5,8).

Außerdem muss gegen das Böse gekämpft werden. Im Alten Testament wurden oft die Schwerter geschwungen. Der Kampf der Christen um das Reich Gottes wird dagegen nicht mehr mit äußerer Gewalt geführt. Dennoch behält auch das Neue Testament ähnlich der gerade zitierten Stelle eine recht militärische Sprache bei: „Haltet unbeirrt am Glauben fest! Seid mutig und seid stark! “ (1 Korinther 16,13; s. auch 9,26 und Lukas 13,24, wo das Ringen wörtlich „kämpft“ heißt; auch in Lukas 22,35–38 geht es, trotz der Erwähnung von „Schwertern“, um einen geistlichen Kampf).

In Epheser 6,10f schreibt Paulus sogar: „Lasst euch vom Herrn Kraft geben, lasst euch stärken durch seine gewaltige Macht! 11 Legt die Rüstung an, die Gott für euch bereithält; ergreift alle seine Waffen! Damit werdet ihr in der Lage sein, den heimtückischen Angriffen des Teufels standzuhalten.“ Mit äußerer Gewalt haben die anschließend genannten Waffen dann aber nichts zu tun: Wahrheit, Gerechtigkeit, Glauben, Heil usw. – hier wird wieder sehr deutlich das innen und außen im Kampf gegen das Böse verknüpft. Die Bedrohung kommt durchaus von außen („Brandpfeile“!), aber die Waffen sind eng mit unseren inneren Einstellungen verknüpft.


Mut und Tapferkeit

Schon Plato sprach von vier herausragenden Tugenden, die später „Kardinaltugenden“ genannt wurden: Klugheit, Tapferkeit, Maß und Gerechtigkeit. Bei seinem Schüler Aristoteles ist die Tapferkeit die gesunde Mitte zwischen Tollkühnheit und Feigheit. Von den Einsichten der antiken Philosophen ist durchaus zu lernen. David W. Gill rückt diese Tugenden in einen christlichen Kontext:
„Biblischer Mut unterscheidet sich von der klassischen Tugend der Griechen [Tapferkeit] in mindestens zwei Hinsichten. Er ist erstens untrennbar verbunden mit der Gegenwart des Herrn. ‘Sei getrost und unverzagt. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tust’ (Josua 1,9). Mut entspringt nicht einer Kraft in uns, sondern Gottes Gegenwart und Macht. Zweitens ist biblischer Mut auf die Zukunft ausgerichtet. Mut wird inspiriert durch Hoffnung und Vertrauen auf die Zukunft… Gott gibt uns Mut – die Fähigkeit Ja zu sagen und am Tun des Richtigen festzuhalten, auch wenn es schwer fällt, auch wenn wir erschöpft sind und alles in uns ruft ‘Es reicht!’. Selbstbeherrschung ist sein Partner – die Fähigkeit Nein zu sagen, sich zu weigern das Falsche zu tun, auch wenn wir dies so sehr wollen, dass es schmerzt und alles in uns ruft ‘Hol es dir jetzt!’.“ (Becoming good)




Quelle

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