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Dienstag, 31. Mai 2016

Was ich selber denk, tu und bin.....

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Nazi-Süchtig: 

Politisch-korrekte Blockwarte vergiften das öffentliche Klima

Kennen Sie Großfischlingen?
Nein?
Wieso kennen Sie Großfischlingen nicht?
Großfischlingen liegt nahe bei Edenkoben, in der Nähe des Pfälzerwalds, hat 627 Einwohner nach der letzten oder vorletzten Zählung. Zum Rhein kommt man auch recht schnell, von Großfischlingen aus.
Na, klingelt es jetzt?
Immer noch nicht.
Aber bestimmt kennen Sie Hermann Hollerith. Der Vater von Hermann Hollerith, Prof. Georg Hollerith ist 1848 in die USA ausgewandert und Hermann hat dort eine Apparatur erfunden, mit der man Lochkarten auswerten kann, 1929 oder 1928 oder so.
Großfischlingen ist Ihnen immer noch kein Begriff?
Woran mag das liegen – angesichts der Lage und Geschichte dieses Ortes?
Ah!

Großfischlingen hat kein Hakenkreuz! Kein Rechtsextremer aus Großfischlingen schafft es in die täglichen Belanglosigkeiten von No-Nazi-Net. Am Ende gibt es keinen Rechtsextremen in Großfischlingen? Aber bestimmt gibt es Rassisten. Die Amadeu-Antonio-Stiftung sollte eines ihrer Racist-SWAT-Teams nach Großfischlingen schicken, um erste Aufklärung zu betreiben. Bestimmt findet sich ein Rassist, oder ein Rechter, oder einer, auf dessen Dachstuhl man Mein Kampf in der Originalausgabe findet oder der die Wehrmachts-Uniform von Opa im Schrank aufbewahrt oder …

Dann ist Großfischlingen der Renner: Spiegel, MDR, n-tv, Süddeutsche, Neues Deutschland all die Sammelbecken der politisch korrekten Geiferer, sie werden Großfischlingen ganz groß rausbringen, mindestens so groß wie Colmnitz, ein Kaff in Sachsen.

Colmnitz, das sagt Ihnen was – oder? Sicher, der Wehrmachtsuniformträger mit dem Hakenkreuz auf der authentischen Uniform, er hat den Ort berühmt gemacht. 399 Statisten sind neben einem Wehrmachtsuniformträger bei einem historischen Umzug her marschiert und in der Unkenntlichkeit, der Bedeutungslosigkeit versunken, denn der Wehrmachtsuniformträger, hat alle Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Zuerst die des lokalen Beobachters:

“Der sächsische Fotograf Marcus Fischer hat Bilder der irritierenden Szenerie gemacht. Laut seiner Aussagen schienen die umstehenden Besucher des Festzugs jedoch weniger irritiert. „Manche der Schaulustigen haben die Militaria-Fans eher bejubelt und beklatscht“, sagte Fischer SPIEGEL ONLINE. Ihn als Fotografen hätten einige halb spöttisch, halb verächtlich als Vertreter der „Lügenpresse“ beschimpft.“

Nicht gestört haben sich die Schaulustigen an dem, was Fischer so offensichtlich war: Dem Hakenkreuz. Der Wehrmachtsuniformträger, er hatte ein Hakenkreuz, das Fischer aufgefallen ist (und nebenbei bemerkt: eines, das er nicht bemerkt hat), dabei. Katastrophe nach Paragraph 86a StGB.

Fischer hat seine Beobachtung schnellstmöglich versilbert. Spiegel und Konsorten sind immer willige Empfänger, wenn es darum geht, ein kleines Kaff im vermeintlich rechts verseuchten Sachsen an den Pranger zu stellen, und Recht hat er, der Fischer. Was 399 Teilnehmer eines historischen Umzugs anlässlich des Schul- und Heimatfestes 2016 nicht schaffen, ein Wehrmachtsuniform-Träger schafft es: Colmnitz ist mit einem Mal berühmt. Jeder kennt den Ort. Der Publicity-Stunt, er hat funktioniert, denn in der politisch-korrekten Presse sitzen Journalisten, die richtig versessen darauf sind, über Nazis zu berichten. Alles ist recht, um die eigene Nazi-Fixierung auszuleben. Selbst ein Schul- und Heimatfest in einem weitgehend unbekannten sächsischen Örtchen.

Eine kleine Bemerkung am Rande: Es wird schwierig sein, eine Wehrmachtsuniform zu finden, auf der sich kein Hakenkreuz befindet. Das Hakenkreuz war nun einmal das Reichssymbol in den Tausend Jahren zwischen 1933 und 1945.

Aber solche historischen Gegebenheiten sind nebensächlich, wenn es deutschen Journalisten darum geht, sich selbst zu geißeln, denn man kommt mittlerweile nicht mehr um die Feststellung herum, dass viele deutsche Medienvertreter Nazi-süchtig, ja schon Nazi-abhängig sind. Gäbe es keine Nazis, kein Hakenkreuz in Colmnitz, sie wüssten schlicht nicht, worüber sie sich aufregen sollen. So sehr ist ihr ideologisches Dasein von der Existenz des Verboten, vom Reiz des Verbotenen, von den Nazis abhängig, dass sie bis in die letzten Winkel der Republik vordringen, bis in die kleinsten Orte, die des Deutschen Bauwesen hervorgebracht hat, immer auf der Suche nach dem Nazi, nach der berichtenswerten Verfehlung, nach dem, womit man einerseits Kasse machen kann, andererseits feststellen kann: ich bin kein Nazi! Ich bin ein Guter! Ich bin gegen Nazis! Und bei all den Feststellungen hat man das Gefühl, man sieht einem Kettenraucher zu, der beteuert, gegen Rauchen zu sein.

Doch zurück zu Großfischlingen, dem Ort, den Sie nicht kennen. Hier ist, was die Großfischlinger tun können, um ihren Ort bekannt zu machen:
  1. Alle Großfischlinger durchsuchen ihre Keller und Dachstühle nach Gegenständen, die aus der Zeit von 1928 bis 1945 stammen.
  2. Von besonderem Interesse sind Urkunden, die nach 1933 ausgestellt wurden, Briefe von Ämtern, die ebenfalls nach 1933 ausgestellt wurden, alles, worauf sich ein Hakenkreuz befinden kann.
  3. Uniformen sind natürlich besonders nützlich, aber nicht immer leicht bei der Hand. Dafür wird es die ein oder andere Kopie von „Mein Kampf“ noch irgendwo geben.
  4. Dann muss der Gemeinderat beschließen, dass ein Heimatfest stattfindet, eines mit Flohmarkt, denn Umzug mit Uniform, das hatten wir schon.
  5. Schicken Sie anonyme Hinweise an die Redaktionen von Spiegel, ZEIT oder Alpen Prawda. Inhalt: Nach ihrer Kenntnis werden in Großfischlingen Nazi-Devotionalien (Hakenkreuze, Nazi-Orden und Mein Kampf für die Journalisten, die nicht wissen, was Devotionalien sind) zum Kauf angeboten. Vergessen Sie nicht Ort und Datum genau anzugeben.
  6. Am Tag des Heimatfests mit Flohmarkt verteilen Sie die Nazi-Devotionalien geschickt über die Stände, so dass es nicht offensichtlich ist und lassen den Dingen ihren Lauf.

Wetten innerhalb von wenigen Stunden weiß ganz Deutschland, dass es Großfischlingen in der Pfalz, nahe bei Edenkoben gibt? Und weite Teile von Zeitungs-Deutschland überschlagen sich in ihrer geheuchelten Empörung über Großfischlingen, während der große Rest von Deutschland den Kopf über die Süchtigen in den Redaktionen schüttelt und sich fragt, ob es noch eine Rettung für den deutschen Journalismus gibt – oder ob man Journalist langsam als neue Form der Störung in das internationale Verzeichnis der geistigen Störungen aufnehmen muss.


Was derzeit geschieht, nennt der Volksmund, aus einer Mücke einen Elefanten machen, die Sozialpsychologie hat das Konzept der Salience entwickelt, um zu erklären, warum bestimmte Dinge Prominenz erreichen können, während andere das nicht schaffen, und die Psychologie kennt eine Reihe von Störungen, die sich durch eine krankhafte Fixierung auf Nebensächlichkeiten oder vollkommen unwichtige Dinge beschreiben lassen, eine Fixierung, die schnell zur manischen Episode, zur Neurose oder gar Psychose wird, die einer Sucht vergleichbar ist, hier: einer Sucht nach allem, was Nazi ist.






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