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Freitag, 29. Juli 2016

Eins, zwei, drei

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Islam - 

der Ego-Shooter unter den Religionen


Es ist ein liebgewordenes Ritual nach Amokläufen, ein Verbot von gewaltverherrlichenden Computerspielen, sogenannten Killerspielen und Ego-Shootern, zu fordern. Die Logik dabei ist auf den ersten Blick überzeugend: eines der Kennzeichen des modernen Amokläufers ist sein Hang zu ebendiesen Spielen. Jeder Amokläufer spielt Ego-Shooter. Genauso richtig ist aber auch: nicht jeder, der Ego-Shooter spielt, wird Amokläufer.

Beim Islam ist es nicht ganz unähnlich. Der moderne Terrorist hat einen ausgeprägten Hang zum Islam. Aber genauso klar ist: nicht jeder Moslem wird Terrorist. Dennoch kann man konstatieren, dass im 21. Jahrhundert der Islam der Ego-Shooter unter den Religionen ist. Ihm wird noch das männlich-archaische Feuer zugetraut, das auf so viele junge Männer, die sich in ihren Herzen nach Abenteuer, Sex und Gewalt sehnen, einen ungeheuren Reiz ausübt.

Der Ruf nach einem Verbot von Killerspielen müsste, wenn man dessen Logik folgt, jedes Mal, wenn sich ein Religionist des Friedens in die Luft sprengt, um ein Verbot des Islams erweitert werden. Ein Verbot des Islams fordern aber nur sehr, sehr wenige Menschen und meist stehen sie außerhalb des demokratischen Diskurs. Das liegt an der grundgesetzlich verankerten Religionsfreiheit. Von Spielefreiheit steht dagegen nichts im Grundgesetz, weswegen es so leicht ist, ihre Abschaffung zu fordern und trotzdem Teil des demokratischen Diskurs zu bleiben.

 

 

Ein Angebot, keine Verpflichtung


Die im deutschen Grundgesetz verankerte Religionsfreiheit ging immer von einer Religion aus, die ihren weltlichen Herrschaftsanspruch abgelegt hatte. In westlichen Demokratien ist die Religion ein Angebot an die Menschen, keine Verpflichtung. Dass es auch im Islam ein spirituelles Herz gibt, das den Weg zu Gott als einen individuellen und herrschaftsfreien definiert, sollte nicht in Abrede gestellt werden. Umso wichtiger ist es deswegen, diesen Kern der islamischen Religiosität wieder herauszuarbeiten und in den Vordergrund zu rücken. Denn dieser Islam wäre in einer demokratischen und gleichberechtigten Welt angekommen und hätte sich seines Charakters als Ego-Shooter entledigt.

Es gibt unzählige Moslems in Deutschland, die einen derartig aufgeklärten Euro-Islam fordern. Das Absurde der letzten Jahre war, dass gerade ihre Stimmen nur selten Gehör fanden. Stattdessen hielt man Islamkonferenzen ab, bei denen man sich noch nicht einmal auf die Verpflichtung zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung durch die Islamverbände einigen konnte.

Will der Islam als Religion anerkannt und nicht als religiös-politische Bewegung angesehen werden, muss man ihn leider, so widersprüchlich es klingt, auf ein paar politische Aussagen festnageln. Denn hier besteht die größte Unsicherheit, ob sich der Islam wirklich auf dem Boden des demokratischen Konsens bewegt. Jeder Moscheeverein, jedes Kulturzentrum und jede islamische Interessengruppe hätte folgende drei Punkte in ihre Satzung aufzunehmen:

 

 

Eins, zwei, drei


Da wäre zum einen die Anerkenntnis, dass sich der Islam in Deutschland auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung bewegt und die Sharia mit dem deutschen Grundgesetz nicht zu vereinen ist.

Weiterhin hätten die islamischen Vereine und Verbände die sexuelle Selbstbestimmung des Individuums, die ganz explizit auch das Recht zum Ausleben der Homosexualität mit einschließt, anzuerkennen.

Und als drittes und letztes gehört das, was nach der Bundeskanzlerin deutsche Staatsräson ist, in jede islamische Satzung geschrieben: das Existenzrecht Israels wird anerkannt.

Mit diesen drei kleinen Forderungen, die das gesamte Spektrum der liberalen Demokratie, wie sie sich historisch in Deutschland entwickelt hat, abdecken, wären alle Diskussionen um Leitkultur und Deutschtum obsolet. Sie beinhalten Selbstverständliches, das jeder Bürger in Deutschland anerkennen kann und selbst Grüne müssten begeistert sein. Vor allem würden diese Forderungen einen Diskussionsprozess in Gang setzen, der heilsam wäre und sicher die islamisch-ideologische Spreu vom Weizen trennte.

Zeitgleich und flankierend würde Deutschland ein ähnliches Gesetz verabschieden, wie es vor kurzem Israel tat: jeder Rechtsträger hätte offen zu legen, in welcher Höhe er staatliche Zuwendungen von Drittländern erhält. Die versteckten Finanzierungen durch die Türkei, den Iran oder Saudi Arabien würden damit für die deutsche Gesellschaft transparent werden.

Man kann Killerspiele nicht verbieten. Aber man kann den Zugang zu ihnen erschweren. Sollte jetzt der Einwand kommen, dass damit aber das Herz des Islam getroffen sei, dann ist dem entgegenzuhalten: wenn dies das Herz einer Religion ist, dann ist sie eben eine politische Bewegung, die mit unserer Demokratie nicht zu vereinbaren ist. Sie ist dann auch nur schwer mit der Religionsfreiheit zu vereinen.

Mit drei kleinen Kunstgriffen aus einem Ego-Shooter ein  Wattebäuschchenweitwurf-Spiel zu machen, zeigt in seiner Einfachheit doch, wo das Problem des Islams im Moment liegt



Markus Vahlefeld



Achse des Guten
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