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Mittwoch, 24. August 2016

Dort, wo der klassische Pastor fehlt - stirbt Gemeinde Stück für Stück !

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Wird der klassische Gemeindepfarrer überflüssig?

Kassel (idea) – Reformen in der evangelischen Kirche führen dazu, dass der klassische Gemeindepfarrer überflüssig werden könnte. Zu diesem Ergebnis kommt der hessen-nassauische Pfarrer Christoph Bergner (Bensheim) in einem Beitrag für das Deutsche Pfarrerblatt (Kassel). Durch die Streichung vieler Pfarrstellen sei es nicht mehr möglich, das die Geistlichen wie jahrhundertelang stetigen Kontakt zu den Bürgern pflegen. Das solle durch ein Netzwerk von Prädikanten aufgefangen werden. „Da nur ein geringer Bedarf an qualifizierter Theologie nötig zu sein scheint, können Gemeinden auch von Ehrenamtlichen versorgt werden“, so die Vorstellung. Prädikanten sind von der Kirche beauftragte ehrenamtliche Prediger.


Luther zufolge sollte jedes Dorf einen Pfarrer haben

Martin Luther (1483–1546) hat das, so Bergner, völlig anders gesehen. Dem Reformator zufolge müsse „ein jeglich Dorf und Flecken einen eigenen Pfarrer haben“. Zum 500-jährigen Reformationsjubiläum 2017 stehe Luther mit seiner Vorstellung eines qualifizierten Pfarramts in der EKD „ziemlich allein da“. Laut Bergner passt sich die Kirche an gewandelte gesellschaftliche Bedingungen an. So widme sie Pfarrstellen in Stellen für Öffentlichkeitsarbeit um und besetze sie beispielsweise mit Journalisten. Psychologen übernähmen die Seelsorge. Die Verbindung von Pfarrer und Gemeinde sei Stück für Stück gelöst worden. Während sich die evangelische Kirche in der lutherischen und reformierten Tradition als Gemeindekirche verstanden habe, werde die Kirche nun von oben nach unten gedacht und organisiert. Bergner: „Die Verwaltung hat alles in der Hand.“ Da die Verwaltungswege und die Entscheidungen immer komplexer würden, überschauten die Synodalen oft nicht mehr Folgen ihrer Beschlüsse. Ein ernsthafter Diskurs sei kaum noch möglich: „Immer weniger Menschen sind bereit, in eine Synode zu gehen.“ Die Fluktuation sei so hoch, dass eine kontinuierliche Beratung und Kontrolle der Kirchenleitung kaum noch möglich sei.


Der Pfarrer muss in der Gemeinde präsent sein

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Bergner war 23 Jahre Mitglied der hessen-nassauischen Synode, davon 18 Jahre im Finanzausschuss. Er wünscht sich, dass die evangelische Kirche die Bedeutung des Pastors wiederentdeckt: „Dann würde ihr auch wieder wichtig, was ihren Dienst eigentlich ausmacht und wofür sie in dieser Gesellschaft gebraucht wird. Nicht der funktionale Dienst, sondern die personale Präsenz ist die Voraussetzung für ihre unverzichtbare pastorale Aufgabe.“



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