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Mittwoch, 21. September 2016

Institutionell verordnete Anleitung zum Unglücklichsein

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Pfarrer-Verbandschef
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EKD-Reformen sind „Anleitung zum 

Unglücklichsein“


Berlin (idea) – Der vor zehn Jahren begonnene EKD-Reformprozess „Kirche der Freiheit“ ist eine „Anleitung zum Unglücklichsein“. Diese Ansicht vertritt der Vorsitzende des Verbands evangelischer Pfarrerinnen und Pfarrer in Deutschland, Andreas Kahnt (Westerstede/Oldenburg), in einem Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Ein Ziel der EKD-Reformen war es, zu erreichen, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher und Mitglieder „gegen den Trend“ wächst. 

Dieses Vorhaben konnte Pfarrerinnen und Pfarrer nur demotivieren, so Kahnt: „Denn indirekt wurde ihnen damit doch gesagt: Was ihr macht, ist nicht gut genug – ihr müsst besser werden! So als täten sie nichts und müssten sich jetzt endlich mal richtig anstrengen.“ Man habe nicht betrachtet, was bereits geleistet worden sei. Für viele Pfarrer sei das eine Kränkung gewesen und habe sie in die innere Emigration getrieben. Viele Pfarrer litten an den überzogenen Erwartungen, die an sie gestellt würden. Die Fülle an Aufgaben könne kaum noch bewältigt werden. Das führe zu Konflikten. Ein Ärgernis seien auch die ständigen Strukturveränderungen: „Noch ehe eine Reform umgesetzt ist, kommt schon die nächste.“


Die Gemeinden werden entmündigt

Nach Worten Kahnts ziehen die Landeskirchenämter zunehmend Kompetenzen an sich, etwa indem sie über Stellenbesetzungen und Ausgaben der Gemeinden entscheiden. Das entmündige die Gemeinden. Derzeit wandere viel Entscheidungsgewalt in die mittlere Leitungsebene. Dies sei vermutlich nicht effektiv. Kahnt beobachtet, dass die Kirchen „sehr viel Geld für Dinge ausgeben, die nicht unbedingt bei den Gemeinden ankommen“. Personalvermehrung und Kostensteigerungen gebe es vor allem in der Verwaltung.


Die Kirche darf sich nicht auf Großstädte zurückziehen

Kritik äußert Kahnt auch am Ziel, die Zahl der Gemeinden mittelfristig zu halbieren. Die Kirche sei immer nur so gut, wie sie von den Menschen vor Ort erlebt werde. Dabei komme es auf die Pfarrerinnen und Pfarrer an. Den Landeskirchen rät Kahnt, ihre Arbeit „nicht zu sehr auf die Zentren zu verlagern, sondern den Pfarrdienst in der Fläche zu ermöglichen“. Die meisten evangelischen Christen wohnten auf dem Land oder in Kleinstädten. Wenn die Kirche ihre „Leuchtfeuer“ nur noch in Großstädten entzünde, vernachlässige sie sehr viele Menschen: „Die Leute interessiert nicht, ob in der Kirche in der 20 Kilometer entfernten Kreisstadt etwas los ist, sondern ob in ihrer Dorfkirche noch Leben ist.“ 


Ab 2020 droht Pfarrermangel: Die Verkündigung wird leiden

Ab 2020 rechnet Kahnt mit einem akuten Pfarrermangel, da dann viele Pfarrer in Pension gehen und gleichzeitig nur noch wenige Absolventen der Theologie in den Pfarrdienst eintreten. Die Kirche werde künftig auf viele Angebote verzichten müssen. Kahnt: „Ich fürchte, dass auch Verkündigung und Seelsorge unter der Knappheit leiden werden.“ Das Kürzen und Weglassen werde zu Konflikten führen und Frustrationen mit sich bringen. Der Pfarrerverband vertritt bundesweit etwa 21.000 Mitglieder in 21 regionalen Vereinen.



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