Donnerstag, 31. August 2017

Wenn die Mafia aufräumt

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In Italien regiert mittlerweile der Mob.

In Rom, Neapel und im sizilianischen Catania ziehen meist illegale Afrikaner marodierend durch die Straßen. Ganze Straßenzüge sind mittlerweile unter Kontrolle.

Rom-Neapel-Catania: DIE MAFIA RÄUMT AUF

 

In Italien regiert mittlerweile der Mob
 
 
In Rom, Neapel und im sizilianischen Catania ziehen Afrikaner, meist illegal ins Land geschleust, marodierend durch die Straßen. Ganze Straßenzüge sind mittlerweile unter Kontrolle schwerkrimineller afrikanischer Banden. Polizei und Militär sind nicht mehr Herr der Lage. Der Staat scheint kapituliert zu haben.
 
 
 
Für "Ordnung" sorgt nun die Mafia, glaubt man italienischen Medien. DieCamorra hat in Neapel bereits 120 Afrikaner mit Kopfschüssen hingerichtet. Die letzte Gewaltorgie, nicht wenige nennen es Notwehr, ereignete sich erst am vergangenen Donnerstag.
 
 
Auf einen Platz, mitten im Stadtzentrum von Rom, liefern sich sich mehrere Hundert meist illegale Migranten zwischen Touristen und angestammter Bevölkerung einen blutigen Krieg mit der Polizei. Sie versuchten dort, ein illegales Camp zu errichten, nachdem Beamte zuvor ein von rund 1.000 Afrikanern besetztes Haus geräumt hatten.


Massive Gewaltausbrüche

 
 
 
Als es zur Räumung des besetzten Hauses kam, haben die meist illegalen Migranten mit, wie berichtet wird, „massiver Gewalt“ reagiert, berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Die illegalen Einwanderer haben Gasflaschen und Steine auf die Polizisten geworfen und brennende Barrikaden errichtet.
 
 
Daraufhin versuchten die Einsatzkräfte mit Wasserwerfern, die Lage auf dem Platz in der Nähe des Hauptbahnhofs unter Kontrolle zu bekommen. Die Räumung sei notwendig geworden, weil die Migranten eine alternative Unterbringung der Stadt nicht akzeptiert hätten, berichtet die italienische Tageszeitung Il Giornale.


Auch in Palermo blutige Auseinandersetzungen

 
 
Auch in der nach Palermo zweitgrößten sizilianischen Stadt Catania kam es zu einer blutigen Auseinandersettzung zwischen der heimischen Bevölkerung und illegal eingereisten Afrikanern. Eine Gruppe von italienischen Kaufleuten, die auf dem Markt ihre regulär gemeldeten Stände aufgestellt hatte, und mehrere Afrikaner, die auf dem Gehsteig illegal ihre Waren feilboten, bekamen sich dermaßen in die Haare, dass sie mit Stühlen, Eisenstangen, Tischen und anderen Gegenständen aufeinander einzuschlagen begannen.
 
 
Auf dem Höhepunkt der wilden Prügelei startete ein italienischer Kaufmann seinen Kleinlastwagen der Marke Iveco Daily und überfuhr mit diesem im Vor- und Rückwärtsgang mehrere illegale Stände der Migranten. Ein Anwohner filmte das ganze Szenario.


 

Und in Neapel

 
In Neapel kommt es seit geraumer Zeit ebenfalls zu blutigen Massenaufständen und Straßenschlachten zwischen Afrikanern, Polizei und Militär. Grund: Die illegalen Migranten aus Afrika wollen keine Gebühren bezahlen, wenn sie mit dem Zahlungsdienstleister Money Gram Geld in ihre Herkunftsländer überweisen.
 
 
Der italienische Fernsehsender RaiNews24 berichtet, dass Polizei und Militär zunhemend Schwierigkeiten haben, die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Ganze Straßenzüge sind mittlerweile unter Kontrolle afrikanischer Banden.
 
 
 

Mafia sorgt für "Ordnung", bereits mehr als hundert Afrikaner liquidiert

 
 
 
Für "Ordnung" sorgt nun die Mafia. Die in Neapel beheimatete Camorra, hat nach Angaben von RaiNews24 zufolge, bereits 120 Afrikaner liquidiert. Täglich finden die Behörden neue, durch Kopfschüsse hingerichtete, afrikanische Migranten am Straßenrand.


Die Aufnahmen stammen aus Vasto, im Zentrum Neapels, nahe der Piazza Garibaldi. Soldaten überwältigen einen Migranten und drücken ihn zu Boden. Kurz darauf kommen andere Afrikaner dazu umringen die Soldaten und versuchen, ihn zu befreien
 
 
Die Anwohner machen sich in den sozialen Netzwerken Luft und schildern die unhaltbaren Zustände in ihrer Umgebung. „Verlassen und verraten“, postet Lello Cretella, auf dessen Facebook-Account auch das Video veröffentlicht wurde. „Solche Szenen spielen sich täglich hier in unserer Nachbarschaft ab. Und jeder bevorzugt es, einfach wegzusehen. Wir fühlen uns allein und verlassen. Wir haben Angst um unsere Familien.
 
 
Auch Politiker hat das Video inzwischen erreicht. Einer von ihnen ist Matteo Salvini von der Liga Nord: „Männer unserer Armee werden von Dutzenden Immigranten umringt und angegriffen, die die Verhaftung eines anderen verhindern wollen. Wir befinden uns in einem städtischen Kriegsgebiet“, postet er. „Die Spannung hier ist jeden Tag hoch“, kommentiert der Bürgermeister Neapels Alessandro Gallo die Szenen. „Es ist etwas sehr Ernstes passiert und die Soldaten werden umringt. Es ist unerlässlich einzugreifen.
 
Die Armee patrouilliert im Zuge der „Operation sichere Straßen“ bereits seit geraumer durch Neapel und soll die lokalen Sicherheitskräfte gegen kriminelle Migranten unterstützen. Während die Lage in Rom, Neapel und anderen Städten immer weiter eskaliert, rechnet die internationale Organisation für Migration (IOM) der UN mit 700.000 bis 1 Million weiterer Afrikaner, die in Libyen bereits darauf warten, nach Italien illegal überzusetzen.
 


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Welch munteres Treiben auf dem Chemnitzer Stadtfest

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...... oder vor der Wahl unerwünschte Berichterstattung!

Von Stefan Schubert
Merkels „Fachkräfte“ haben erneut zugeschlagen. Am Wochenende rottete sich gleich ein ganzes Rudel, bestehend aus mehreren Hundert Migranten, zusammen und überfiel ein Stadtfest im sächsischen Chemnitz. Es folgten sexuelle Belästigungen, Bedrohungen, Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und massenweise Diebstähle. Die Medien verschweigen die neuerliche Gewaltorgie. In sozialen Netzwerken wie Facebook werden Augenzeugenberichte kommentarlos gelöscht. Der Grund liegt auf der Hand: Unmittelbar vor der Bundestagswahl kann das Merkel-Regime derartige Bilder nicht gebrauchen.
Auf einem Stadtfest in Chemnitz haben sogenannte „Flüchtlinge“ am vergangenen Wochenende einen neuerlichen Sex-Dschihad verübt. Berichte von Dutzenden Übergriffen durch Migranten auf Frauen und Besucher machen seitdem im Netz die Runde. Polizei und Verantwortliche der Stadt leugnen vehement, dass es jeweils in den Nachtstunden am Freitag und dann gehäuft am Samstag zu sexuellen Übergriffen und anderen schweren Straftaten gekommen ist. In den überregionalen „Qualitätsmedien“ werden die Hintergründe zu den Ereignissen, die schlussendlich sogar zum Abbruch des Stadtfestes führten, entweder verschwiegen oder angezweifelt. Lediglich die Regionalausgabe der Bild berichtete, aber nicht um über die Vorkommnisse aufzuklären, sondern um gegen die AfD zu hetzen, die das kriminelle Treiben des Chemnitzer Sex-Mobs erst öffentlich machte. Nun sind Bilder, Videos und Augenzeugenberichte in sozialen Netzwerken aufgetaucht, die das tatsächliche Ausmaß der gewalttätigen Übergriffe durch Migranten präzise belegen.
Viele Ausländer beteiligt
Es wird von bis zu 4.000 Partygänger berichtet, unter denen sich gegen 0.30 Uhr vor dem Karl-Marx-Monument eine bedrohliche Stimmung entwickelt hat. Darunter, so Sören Uhle, »waren viele Ausländer«. Sören Uhle (41), ist Geschäftsführer der Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH, der Organisator des Chemnitzer Stadtfestes. Und in der Tat sprechen die Bilder aus Chemnitz eine eindeutige Sprache, man sieht Männer und Jugendliche mit schwarzen Haaren, rein augenscheinlich handelt es sich um Nordafrikaner und jungen Männern aus Syrien und dem Irak. Also genau dieselben Gruppen, die sich schon zum Kölner Sex-Mob und auf Volksfesten in allen Ecken der Republik gebildet haben, um dann im Schutz der Masse Straftaten zu begehen.
Der AfD-Kreisvorstand Lars Franke war einer der Ersten, der auf seiner Facebook-Seite auf diese Vorfälle hinwies. Die Bild machte daraus, »Dafür wurde am Tag danach im Netz heftig gehetzt.« Franke hatte in seinem Post von »300 bis 500 angetrunkenen Araber« gesprochen, dies ist durch die vorliegenden Bilder eindeutig belegt und sprach weiter davon, dass es zu »dutzendfacher Belästigung von Frauen« gekommen sei. Da die Chemnitzer Polizei jedoch bisher erst den Eingang einer Anzeige wegen sexueller Belästigung bestätigen wollte, versuchte die Bild ihm daraus nun einen Strick zu drehen. Auch unterließ es die Bild-Zeitung auf die Erfahrungen des Kölner Sex-Mobs hinzuweisen, wonach erst hunderte Frauen sich trauten eine Anzeige zu erstatten, nachdem große Medienhäuser die skandalösen Zustände bestätigen mussten, die sie zuvor tagelang verschwiegen hatten.

Massenschlägerei zwischen Deutschen und Flüchtlingen
Bis jetzt wurde erst offiziell eingeräumt, dass eine Massenschlägerei mit 100 Beteiligten vor dem Karl Marx Denkmal tobte, bei der sechs Menschen verletzt wurden, dazu sieben weitere bei einer Pfefferspray-Attacke. Eine Augenzeugin, die Chemnitzerin Nancy B., schildert auf ihrer Facebook-Seite den genauen Ablauf der Massenschlägerei:
„Fazit Chemnitz Stadtfest von gestern: Unmögliches Verhalten ausländischer „Mitbürger“. Neben uns eine Rangelei mehrerer ausländischer Jugendliche. Sie haben ältere Frauen geschupst, beleidigt etc. Es kamen mehrere deutsche dazu (zu einem auch wir) und haben versucht zu helfen. Die Jugendlichen waren total aggressiv und haben auf alle eingeschlagen und getreten. Es kam dann soweit, dann sich 2 Fronten gebildet haben die sich gegenüberstanden. Eine Reihe Deutsche und Ausländer. Es war wie in einem Film…. Unmöglich dieser Zustand…“
Des Weiteren beschwert sich die Chemnitzerin über eine, trotz Hilfeersuchens, nicht einschreitende Polizei. Für noch mehr Furore sorgte am Wochenende der Facebook-Post eines weiteren Chemnitzer Beteiligten, Fabian N. Der Post, mit seinem blutig geschlagenen Kopf bebildert, wurde über 7.000 Mal geteilt und tausendfach kommentiert, bevor die Zensurabteilung von Facebook zuschlug und den Augenzeugenbericht zum Verstummen brachte. Ein Opfer einer Straftat, darf also nicht mal mehr über das Erlebte berichten, wenn er von den »falschen« Tätern zusammengeschlagen wurde.  Aber lesen Sie selbst:
„Stadtfest Chemnitz… Womit soll ich anfangen? Zuerst haben 2 Ausländer eine gute Freundin von mir lautstark angeschrien, als ich dazwischen bin wollte er gerade zum Schlag ausholen. Fazit 1: die 2 Ausländer sind auf mich losgegangen doch ich habe mein Mann gestanden und ein paar Fäuste verteilt (zum Schutz meiner Freundin) als die 2 »Asylbewerber« bemerkten das ich schneller schlage und viel Wut im Bauch hatte haben sie CS Gas gezückt und mir ne volle Packung ins Gesicht gesprüht. Ich habe fast die Hälfte eingeatmet, den Rest bekamen meine Augen ab. Als ich auf den Boden ging und hilflos war, waren zum Glück meine Freunde da!! Knapp 90 (min) später, als die Polizei meine Daten aufgenommen hat haben wir uns alle auf den Heimweg gemacht. Ich bin die letzten 2 km alleine zu meinem Auto gelaufen! Das war ein Fehler! Denn die selben 2 Ausländer + ein Kumpel von denen sind mir entgegengekommen und schlugen erneut auf mich ein. Ich bin zu Boden gegangen, habe 3-4 Tritte in den Rücken und in die Rippen bekommen. Und sind lachend weiter gelaufen mit den Worten »Scheiß Deutschland«…“
Das Fazit des Chemnitzer Stadtfestes dokumentiert die ganze Heuchelei mit dem Umgang von Flüchtlingskriminalität. Flüchtlinge begehen Straftaten, Massenmedien verschweigen die Hintergründe und Facebook zensiert Augenzeugenberichte von Gewaltopfern.

Quelle: Anonymousnews

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Wenn man denkt, es geht nicht dreister

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Bäckerei erhält Post vom Anwalt 


Nachbarn fühlen sich von Brötchengeruch gestört 




Rottach-Egern - Der Duft von frisch gebackenen Brötchen dürfte den einen oder anderen schon mal beschwingt aus dem Bett geholt und an den Frühstückstisch gelockt haben.

In Rottach-Egern (Bayern) hat dieser Geruch jetzt jedoch für Ärger gesorgt. Wie der Münchner Merkur berichtet, hat die Traditionsbäckerei Tremmel Post von einem Anwalt erhalten. Demnach fühlt sich ein Pärchen, das neu in die Nachbarschaft gezogen ist, von dem Geruch der Bäckerei belästigt.

Dem Schreiben zufolge fühlen sich die Mandanten "ganz empfindlich gestört". Das Ehepaar habe sein Schlafzimmer im zweiten Stock des Nachbarhauses unter einem Dachvorsprung und könne seine Wohnung nachts nicht mehr nutzen.

Bäckerei-Inhaberin Evi Tremmel kann die Beschwerde nicht nachvollziehen. Ab Mitternacht wird bei ihr der Teig zubereitet, ab 3 Uhr steht sie selbst im Laden. Bisher habe sich nie jemand über den Geruch von frischem Brot und Hefeteig beschwert. Ganz im Gegenteil. Erst neulich habe sich ein Urlauber in einer angrenzenden Ferienwohnung über den Duft gefreut.

Der Anwalt des Paares habe der Bäckerin den Einbau von Abluftventilatoren empfohlen. Ansonsten wolle das Paar den Sachverhalt ans Umweltschutzreferat des zuständigen Landratsamts weiterleiten. Das sieht Evi Tremmel jedoch nicht ein. Nach eigenen Angaben wolle sie nichts tun und sich notfalls Hilfe suchen. (mz/sul)





Quelle
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Endzeit

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Mit welchem Recht ?! ... Das Recht der Diktatorin!

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Antragsflut für FamilienVisaFlüchtlinge: 

ab 2018 können 390.000 Syrer 

ihre Familien nach Deutschland holen





Die Syrer, die im Zuge der Flüchtlingskrise seit 2015 nach Deutschland kamen und deren Asylantrag bewilligt wurde, können nun ihre Familien nachholen. Medienberichten zufolge betrifft das bisher 267.500 Personen. Dieser Zahl wird aber bis 2018 noch einmal dramatisch steigen: 390.000 geflüchtete Syrer haben dann die Berechtigung auf Familiennachzug.


Wie die „Bild“-Zeitungunter Berufung auf Zahlen der Behörden berichtete, wurden von Januar 2015 bis Juni 2017 rund 230.000 Anträge für „Visa zur Familienzusammenführung“ bewilligt. Der Großteil der Visa ging demnach an Syrer und Iraker, sie machten zusammen 102.000 der erteilten Einreise-Erlaubnisse aus. Doch gerade bei den Syrern gehe die Regierung von einem starken Anstieg aus.

Demnach werde laut „Bild“ mit einer Zunahme des Familiennachzugs gerechnet. Aus den Asylentscheidungen der Jahre 2015 und 2016 ergebe sich „ein Potenzial von Syrern, die berechtigt wären, Familienangehörige nachzuholen, von rund 267.500 Personen.“ Und ab März 2018 erhöhe sich dieses Potenzial auf dann 390.000 Syrer, die ihre Familien nach Deutschland holen können.

Schon jetzt gebe es viel mehr Anträge, als die 230.000 erteilten Visa glauben machen. Das liege an der „Antragsflut zum Familiennachzug“ und an „langen Wartezeiten“ an deutschen Konsulaten, zitierte „Bild“ aus dem Papier. Auf einen Termin zum Visumsantrag müssten Interessenten derzeit bis zu 16 Monate warten.





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Syrien - Das Geschäft in diesem Teil der Welt wird boomen.

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Syrien: Internationale Messe als 

Auftakt für den Wiederaufbau


Nach sechs Jahren kriegsbedingter Pause öffnete die internationale Messe in der syrischen Hauptstadt Damaskus erstmals wieder ihre Tore


Mit einem Besucherrekord ist am Wochenende die 59. Internationale Messe in Damaskus zu Ende gegangen. 2,2 Millionen Besucher waren nach Angaben der Messegesellschaft zu den Ausstellungshallen und -zelten an der Flughafenauto-bahn bei Damaskus geströmt. Bei der letzten Messe 2010 waren 600.000 Besucher gezählt worden. Die älteste Handelsmesse der arabischen Welt findet seit 1954 in Damaskus statt. Wegen des Krieges blieb sie sechs Jahre lang geschlossen. 
1562 syrische und internationale Wirtschaftsunternehmen und Vertreter aus 43 Staaten stellten in den letzten zehn Tagen ihre Produkte aus, in zahlreichen Diskussionsforen und Symposien fanden bilaterale Begegnungen statt.
Der syrische Vertreter bei den Vereinten Nationen, Botschafter Bashar al-Jaafari bezeichnete die große Teilnahme ausländischer Vertreter an der Messe als klares Zeichen, dass die internationale Gemeinschaft bereit sei, mit Syrien zu kooperieren und wieder Partner Syriens zu sein.  Die anstehenden neuen Wirtschaftsvereinbarungen würden die „einseitigen wirtschaftlichen Maßnahmen“ (Wirtschaftssanktionen der EU und der USA, Red.) überwinden und den Wiederaufbauprozess anschieben.
Syrische Unternehmen konnten nach Angaben des Ministers für Handel und Verbraucherschutz Abdullah al-Gharbi mit verschiedenen Staaten Verträge über die Lieferung von 50.000 Tonnen Gemüse und Zitrusfrüchte abschließen. Mit Weißrussland wurde die Lieferung von 200 Bussen, mit dem Iran die Zusammenarbeit im Nahrungsmittelsektor und im Elektrobereich vereinbart.

Der Iran war mit 40 Betrieben aus den Bereichen Nahrungsmittel und Haushaltsgeräte, Autoindustrie, Energie, Elektrizität, Medizintechnik und Petrochemie der größte internationale Aussteller. Prominent vertreten waren auch China und Russland, die mit petrochemischem und anderem industriellem Anlagenbau, Fertigbaubereich und Pharmaindustrie in Syrien arbeiten werden. Mit Indien wurden nach Angaben des Ministeriums für Arbeit und Wohnen Kooperationsvereinbarungen im Bereich des Wohnungsbaus verhandelt. Indische Unternehmen planen auch in den Sektor der Pharma- und Baumwollindustrie in Syrien einzusteigen. In der Stadt Hama befindet sich bereits ein großes indisches Stahlwerk.
Auch das Nachbarland Libanon war mit einer Reihe von Unternehmen vertreten. Im Zedernstaat hofft man auf einen Schub für die eigene Wirtschaft, wenn der Wiederaufbau Syriens in Gang kommt. Erwartet wird die Öffnung der Grenzen von Syrien in den Irak und nach Jordanien, so dass libanesische Produkte durch Syrien wieder ihre ursprünglichen Märkte in Iran und auf der arabischen Halbinsel auf dem Landweg erreichen können. Nach Schätzungen von Wirtschaftsexperten werden für den Wiederaufbau Syriens jährlich rund 30 Millionen Tonnen Waren in den Häfen der Levante anlanden. Die Kapazitäten der syrischen Häfen Tartus und Latakia reichen dafür nicht aus und so hofft man im Hafen von Tripoli (nördlich von Beirut) auf gute Geschäfte. Der bereits 2009 begonnene Ausbau des Hafens war mit Beginn des Krieges zunächst ausgesetzt, 2013 aber wieder mit großem Tempo vorangetrieben worden. Bis zu 7 Millionen Tonnen sollen nach Fertigstellung der neuen Anlagen gelöscht und weiter nach Syrien transportiert werden können. Für den Ausbau und das zukünftige Hafenmanagement wurde mit einer Firma aus den Golfemiraten ein Leasingvertrag über 25 Jahre abgeschlossen. Zwei große Containerkräne wurden bereits von einer chinesischen Firma aufgestellt. In Wirtschaftskreisen geht man davon aus, dass sowohl Syrien als auch der Hafen von Tripoli auf dem chinesischen Projekt der neuen „Seidenstraße“ einen Platz haben werden.
Als Motto der Messe hatten die Veranstalter „„Syrien lebt“ gewählt. Die große Zahl an Besuchern und Unternehmen auf der Messe sei „wie eine Abstimmung darüber (gewesen), ob der Krieg fortgesetzt oder endlich gestoppt werden soll“, sagte Messedirektor Fares Al-Kartally im Gespräch mit den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Das Votum sei eindeutig gewesen: „Die Menschen wollen ihr Leben wieder aufbauen, besser als zuvor.“ Die Messe sei dafür ein erster Schritt.  Al-Kartally begrüßte die Teilnahme von einigen europäischen Firmen, die trotz der EU-Wirtschaftssanktionen gegen Syrien nach Damaskus gekommen waren. „Politiker und Geschäftsleute sollten hierher kommen und sich selber von der Lage ein Bild machen“, lud Al-Karally ein. Er gehe davon aus, dass im kommenden Jahr 2018 die Messe noch mehr ausländische Firmen zu Gast haben werde.  Industrie und Wirtschaft wollten sich das Milliardengeschäft mit dem Wiederaufbau des kriegszerstörten Syriens nicht entgehen lassen und „wer zuerst kommt malt zuerst“.  Die materiellen Verluste, die der Krieg in Syrien seit 2011 verursacht hat, werden von der Weltbank auf rund 226 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Summe entspricht dem Vierfachen des aktuellen Bruttoinlandsprodukts.
Vom syrischen Wiederaufbau profitieren aktuell die Staaten, die Syrien seit Beginn der innenpolitischen Krise 2011 – die sich rasch zu einem internationalen Stellvertreterkrieg über die Kontrolle des Mittleren Ostens ausweitete – politisch, wirtschaftlich und militärisch zur Seite gestanden haben. Allen voran sind es Russland und der Iran, die Syrien militärisch unterstützen und Soldaten und Offiziere in Syrien verloren haben. Beide Staaten leisten auch enorme wirtschaftliche Hilfe. Auch China und die Blockfreien Staaten (BRICS) wie Indien, Südafrika und Brasilien haben ihre Kontakte zu Syrien nie abgebrochen.
Anders die westlichen und Golfstaaten, die sich 2012 um die US-geführte Allianz der „Freunde Syriens“ versammelt hatten. Die Allianz – in der Deutschland eine prominente Position einnimmt – betrieb die politische, wirtschaftliche und militärische Isolation der syrischen Regierung und deren Sturz. „Das westliche Projekt in Syrien ist gescheitert“, stellte Präsident Bashar al-Assad kürzlich fest, als er ausführlich zur Lage in Syrien vor Diplomaten im syrischen Außenministerium in Damaskus sprach. Syrien sei bereit mit den Staaten der Allianz wieder zusammenzuarbeiten, wenn sie ihre Unterstützung für diejenigen glaubwürdig einstellten, die Syrien angriffen.
Bis 2010 hatten Unternehmen aus diesen Staaten gute Geschäfte in Syrien gemacht. Internationale Ölfirmen hatten die Infrastruktur der Öl- und Gasindustrie im Osten des Landes erneuert und Schulungs- und Ausbildungsprogramme für Personal durchgeführt. Die Ölanlagen wurden 2012 und 2013 von bewaffneten Gruppen besetzt und geplündert. Beim ersten Einsatz von US-Marschflugkörpern 2014 wurden sie mit der Begründung den „Islamischen Staat im Irak und in der Levante“ (ISIL) zu bekämpfen nahezu vollständig zerstört.
In einem Schreiben an den UN-Sicherheitsrat (22.07.2017) bekräftigte die syrische Regierung, dass sie die Angriffe der von den USA angeführten „Anti-IS-Koalition“ für illegal hält, die sowohl die UN-Charta als auch des Völkerrecht verletzten. Die „so genannte internationale Koalition“ habe für ihr Vorgehen in Syrien weder die Zustimmung der syrischen Regierung erhalten, noch kooperiere man mit dieser, heißt es in dem Schreiben. Man bestehe darauf, dass die Angriffe eingestellt werden müssten und die „illegitime Koalition (…) die politische und juristische Verantwortung für die Zerstörung syrischer Infrastruktur“ trage. Syrien fordert von der „Anti-IS-Koalition“ Kompensation für die Schäden.
Unter den 43 Nationalfahnen, die auf dem Messegelände stolz im Wind flatterten, wehte auch die deutsche Fahne. Schon beim Betreten des Internationalen Pavillons fiel der Blick auf den Schriftzug „Made in Germany“.
Wie Deutschland diesen prominenten Platz zwischen China, Russland und Iran ergattern konnte, ist eines der vielen Rätsel, die es in Syrien zu lösen gibt. Die Bundesregierung forcierte seit 2011 EU-Wirtschaftssanktionen gegen Syrien und unterstützt Gruppen der Opposition politisch, wirtschaftlich und militärisch. Dennoch gilt Deutschland in Syrien als weniger belastet als beispielsweise Frankreich oder Großbritannien. Beide Staaten hatten mit dem Sykes-Picot-Abkommen schon 1916 die Region in ihre Interessenssphären aufgeteilt und bis Ende des 2. Weltkriegs als Mandatsmächte beherrscht.
Die Firmen Ostendorf Kunststoffe und BQ Rohrsysteme aus Niedersachsen waren auf der Messe durch eine libanesische Vermittlerfirma vertreten.  Ostendorf arbeitete bereits vor dem Krieg mit einer Niederlassung in Aleppo. Die Firma produziert hochwertige Kunststoffrohre für die Abwasserentsorgung, ein Produkt, das in Syrien für den Wiederaufbau gebraucht werden wird.
„Unsere Qualität ist sehr hoch, aber leider auch unser Preis“, sagte Salma Janat, die beide Firmen auf der Messe repräsentierte, den Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Preislich könne man mit lokalen Anbietern von Kunststoffrohren nicht mithalten, aber „nach dem Krieg wird es um langfristige große Projekte gehen und bei Hochhäusern, großen Hotelanlagen oder Krankenhäusern“ würden langlebige Rohrsysteme gebraucht. „Wir sind hier, um den Markt zu erkunden und haben schon mit vielen Interessierten gesprochen“, so Janat. Man sei optimistisch, dass der Wiederaufbau nicht mehr lange auf sich warten lasse, da wolle man dabei sein. „Wenn es gut läuft, könnten wir als Joint Venture auch eine Fabrik in Syrien errichten, um direkt vor Ort zu produzieren.“ Das bringe Arbeitsplätze, Facharbeiter und Qualifizierung, was Syrien dringend brauche. Erste Partner, die Ostendorf und BQ in Latakia oder Damaskus vertreten wollten, hätten sich bereits gemeldet, so Janat.
Ausländische Firmen operieren im Land mit syrischen Partnerunternehmen wie der Tamari-Gruppe (Aleppo) oder der Sarrouf-Gruppe (Damaskus). Aboud Sarrouf, Vorsitzender der vor 30 Jahren gegründeten Sarrouf Gruppe und Mitglied im Syrisch-Chinesischen Wirtschaftsausschuss zeigte sich erfreut, dass sowohl deutsche als auch italienische Unternehmen auf der Messe vertreten waren.
Die Wirtschaftssanktionen der Europäischen Union bezeichnete er als übereilte „politische Entscheidung.“ Inzwischen habe man in Brüssel realisiert, dass die Sanktionen „unfair“ gewesen seien und „ein europäischer Staat nach dem anderen wird nach Syrien zurückkehren“. Als unabhängiger Geschäftsmann sei es nicht seine Aufgabe, politische Erklärungen abzugeben. Aber man wisse, wer in den Kriegsjahren Syrien unterstützt und stabilisiert habe.
Als Geschäftsmann sei er natürlich daran interessiert, dass es ihm, seiner Familie, der Firma gut gehe. Doch in der aktuellen Situation gehe es vor allem darum, dass es Syrien bessergehe und er hoffe, dass der Wiederaufbau bald beginnen werde. Ein Ende der Kämpfe und des Krieges werde der gesamten Region nutzen, alle wollten Sicherheit und Stabilität. „Wissen Sie, dass Syrien eines der sichersten Länder war, nicht nur in der Region sondern in der ganzen Welt? Wir sind friedliche Menschen und die Mehrheit der Bevölkerung ist mit dem, was geschieht nicht einverstanden.“ 
Aboud Sarrouf zeigte sich optimistisch und überzeugt, dass die Messe im kommenden Jahr noch größer sein werde: „Das Geschäft in diesem Teil der Welt wird boomen.“




Deutsche Wirtschaftsnachrichten
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Christen kehren zurück

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Christen kehren in Ninive-Ebene zurück
Wiederaufbau nach IS-Terror

Vor drei Jahren mussten Hunderttausende Christen aus der irakischen Ninive-Ebene vor dem IS fliehen. Die Islamisten zerstörten ganze Dörfer. Nun bauen erste Christen ihre Häuser wieder auf, wie Berthold Pelster von "Kirche in Not" berichtet.
domradio.de: Wie sieht die Gegend heute aus?
Berthold Pelster (Referent für Öffentlichkeitsarbeit bei KIRCHE IN NOT / ACN Deutschland): Es ist immer noch ein erschreckendes Bild. Die Häuser sind zum größten Teil verlassen. Viele davon sind zerstört. Man sieht große Löcher, die in den Mauern klaffen, zerstörte Fensterscheiben, kaputte Dächer. Manche Häuser sind komplett in sich zusammengebrochen, weil sie bombardiert worden sind.
Aber es gibt Hoffnungszeichen, weil die ersten Häuser wieder repariert werden. Es ist ja so, dass die Ninive-Ebene inzwischen vom IS befreit worden ist - auch Mossul ist vom IS befreit. So herrscht mehr oder weniger Sicherheit und die Christen können zurückkehren.
domradio.de: Kirche in Not unterstützt den Wiederaufbau der Dörfer. Was konnte wiederhergestellt werden und was ist für immer verloren gegangen?
Pelster: Unter der Leitung von Kirche in Not ist im Frühjahr ein sogenanntes Wiederaufbau-Komitee gegründet worden. Darin sind auch Vertreter der chaldäisch-katholischen Kirche, der syrisch-katholischen Kirche und von der syrisch-orthodoxen Kirche. Es ist also eine ökumenische Initiative.
domradio.de: Was macht die Initiative?
Pelster: Das Komitee hat eine Bestandsaufnahme gemacht. Sie sind in sämtliche Dörfer gereist und haben sich vor Ort ein genaues Bild gemacht. 13.000 Häuser sind mehr oder weniger stark zerstört. Das alles wieder aufzubauen, würde rund 250 Millionen US-Dollar kosten – also eine riesige Summe. Dafür sammeln wir momentan Geld.  
domradio.de: Wie viele Christen sind denn zurückgekehrt?
Pelster: Rund 600 christliche Familien sind so mutig und wollen die Dörfer wieder aufbauen. Das finde ich ganz beeindruckend. 350 Häuser konnten schon wieder errichtet werden. Manche Häuser sind nur teilweise beschädigt, dass man durchaus darin wohnen kann. Momentan sind die Temperaturen ja auch recht hoch, da ist das ein oder andere Loch nicht schlimm. In wenigen Monaten kommt der Winter und der kann sehr kalt werden.
domradio.de: Mossul liegt in direkter Nachbarschaft der Ninive-Ebene. Die Stadt wurde vor einigen Wochen vom IS befreit. Ihr Hilfswerk hat erst vor kurzem mit dem ehemaligen Erzbischof von Mossul über die Befreiung seiner früheren Bischofsstadt gesprochen. Was hat Erzbischof Nona erzählt?
Pelster: Er hat gesagt, dass der militärische Kampf so gut wie beendet sei. Der IS sei vertrieben. Aber es stehe noch ein geistiger Kampf an, denn die Ideologie sei noch sehr weit verbreitet und stecke noch in vielen Köpfen. Ganze Gesellschaften seien infiziert von dem Gedankengut. Gerade Mossul war immer eine Hochburg für die Ideologie. Deswegen konnte der IS dort so gut Fuß fassen. Dieses Gedankengut muss man beseitigen. Das ist eine Aufgabe von noch vielen Jahren – vielleicht eine Aufgabe für viele Generationen.
domradio.de: Sagt der Erzbischof etwas zu den Christen, die zurückkommen?
Pelster: Er hat gesagt, dass es viel leichter ist, in die Ninive-Ebene zu gehen, dort wo eben viele Dörfer hauptsächlich von Christen bewohnt waren. Mossul dagegen ist ein ganz anderer Fall. Die Stadt ist eben infiziert von dem radikalen Gedankengut des IS. Daher werden die Christen wahrscheinlich eher in die Ninive-Ebene zurückkehren und nicht nach Mossul.
Das Interview führte Silvia Ochlast.





Domradio
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Merkels roter Vater

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Was macht Angela Merkels Stärken aus? 
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Dieser Frage widmet Gerd Langguth in seiner neu 
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aufgelegten Merkel-Biografie zwölf Thesen.


Angela Merkel hat sich weit von ihrem eigenen Elternhaus entfernt, jedenfalls von ihrem Vater. Natürlich hat sie ihre familiäre Herkunft am stärksten geprägt. Dies ist bei allen Menschen so – auch wenn der Familienhintergrund häufig unterschätzt wird –, doch in Angela Merkels Fall in besonderer Weise. Bei der Aufforderung, sich selbst zu beschreiben, kommt sie spontan stets auf ihre Mutter, von der sie in liebevoller Weise spricht: „Ich sehe mich selbst als fröhlichen Menschen, erzähle gerne Witze, bin von Haus aus ein Optimist. Das habe ich auch von meiner Mutter, die eine sehr spontane, gastfreundliche, unverzagte und offene Frau ist.“ Auch von ihrer Schwester spricht Angela Merkel mit viel Gefühl. 

Bei ihrem Vater ist das anders. Er ist für sie sehr wichtig, aber sie spricht nicht über ihn. Das Leben in einem Pfarrhaus in der kirchenfeindlichen DDR prägte auch die Kasner-Kinder in besonderer Weise. Der Pfarrer war so etwas wie ein Vorbild, moralische Autorität, aber auch staatlich beargwöhnter Abweichler. Angela Merkels Vater Horst Kasner repräsentierte die in der DDR nicht mehr gewollte „Bürgerlichkeit“. Zugleich versuchte er einen Spagat: Er wollte als Mann der Kirche erscheinen, deren Dienst er alles unterordnete – auch seine Familie. 

Wie häufig wird ihm seine Tochter, wenn vielleicht auch nur unterschwellig, vorgeworfen haben: Wäre er 1954 nicht freiwillig in die DDR zurückgekehrt, wäre ihr ein Leben in einer Diktatur erspart geblieben! Durch die Leitung des Pastoralkollegs war Kasner in der Berlin-Brandenburgischen Kirche in einer Schlüsselposition, die er genoss. Als intellektueller Pfarrer ließ er gerne seine geistige Überlegenheit spüren. 

Viele stieß er dadurch vor den Kopf. Kasner dürfte aber auch darunter gelitten haben, dass er weder die akademischen Würden der Promotion erhalten noch Chancen für ein hohes kirchliches Amt gehabt hatte. Sosehr er alles, was er beruflich wurde, der Kirche zu verdanken hatte, so sehr wurde seitens der DDR-Obrigkeit versucht, ihn als Mann des Staates in der Kirche zu instrumentalisieren. Dafür sprechen viele Belege, nicht nur die Tatsache, dass Horst Kasner dem Führungskreis des offensichtlich auch von der Stasi stark beeinflussten „Weißenseer Arbeitskreises“ angehörte, der theologisch und kirchenpolitisch „linke“ Positionen vertrat: 

Als führender Mann dieser „Bruderschaft“ wirkte er innerkirchlich stark auf die Spaltung der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Berlin-Brandenburgischen Kirche hin. Obschon das von ihm geleitete Pastoralkolleg finanzielle Unterstützung durch die westdeutschen Landeskirchen erhielt, war Horst Kasner ganz und gar auf die DDR-Staatlichkeit fixiert. Angela Merkel deutet gelegentlich in ihren Interviews „linke“ politische Positionen ihres Vaters an, doch ist das volle Ausmaß seiner Rolle bislang unbekannt geblieben. Er wollte beides sein: Mann der Kirche und loyaler Bürger der DDR – und er verstrickte sich dabei in eine politische Haltung, die bis in die Gegenwart in diametralem Gegensatz zum Handeln und Tun der heutigen CDU-Vorsitzenden steht. 

So hat er auf Synoden mit Vehemenz Positionen vertreten, die im machtpolitischen Interesse der SED waren. Diese Verstrickungen sind der tiefere Grund, warum Angela Merkel so wenig über ihren Vater spricht – und warum er inzwischen Interviews ablehnt. Wie weit Vater Kasner schon zu Beginn seines kirchlichen Wirkens seine „linken“ politischen Positionen hatte, sei dahingestellt. Dass aber der 13. August 1961 ein für die Familie Kasner mit ihrer weit verzweigten westdeutschen Verwandtschaft wichtiges Datum war und auch für die politische Haltung des Familienvaters besonders einschneidend, scheint klar. 

Es sieht so aus, als habe ihm der Mauerbau endgültig klargemacht, dass seine politische Loyalität künftig dem Staat DDR zu gelten hatte. Die Option einer bis dahin möglichen Rückkehr nach Westdeutschland war ihm und seiner Familie genommen. Inwieweit nicht auch ein Erpressungsversuch der Staatssicherheit gegenüber Merkels Vater eine Rolle gespielt hat, soll hier nicht weiter erörtert werden. Jedenfalls wirkte der Mauerbau paradoxerweise insoweit „befreiend“, als damit die theoretische Möglichkeit einer Ausreise verbaut war. Manche Entscheidungen des als „roter Kasner“ bekannten Templiner Theologen ließen einige Kirchenleute die Nase rümpfen. Er trieb seine nach außen sichtbar werdenden Kompromisse mit dem Staat allerdings nicht so weit, dass er für die Kirche untragbar geworden wäre und damit seine Funktion als Leiter des Pastoralkollegs ernsthaft gefährdet hätte. Auch hatte er zur Kirchenleitung guten Kontakt. Zwar erhielt seine Tochter Angela nicht die Jugendweihe, wohl aber ihr drei Jahre jüngerer Bruder Marcus. Dies rief in der Kirche helle Empörung hervor. Daraufhin wurde die Tochter Irene von der Jugendweihe ausgenommen. 

Allein die Tatsache, dass die Kasner-Kinder bei den Jungen Pionieren und der FDJ mitmachen konnten, war gegenüber vielen anderen Kirchenleuten nicht einfach zu vertreten. Allerdings hatten viele Kinder widerspenstiger Pfarrer erhebliche Schwierigkeiten hinsichtlich des Besuchs der Erweiterten Oberschule oder gar des Studiums. Vater Kasner mag sich zusätzlich gesagt haben, seine Haltung gegenüber dem SED-System ermögliche seinen Kindern gleiche Chancen gegen-über den in der DDR bevorzugten Arbeiterkindern. 

Begünstigt wurde Kasners Spagat dadurch, dass er viele Privilegien genoss, die letztlich auch seiner Tochter Angela zugutekamen. Deshalb war ihr Studium nicht ernsthaft gefährdet. Er konnte viele Westreisen unternehmen, übrigens auch seine Frau, die bis nach Amerika fuhr. Horst Kasner warb bei seinen Reisen in den Westen für die Deutschlandpolitik der DDR. Personen, die seitens der DDR-Obrigkeit mit Kasner zu tun hatten, hatten die klare Order, nach Möglichkeit allen Wünschen Kasners zu entsprechen. Dies zeigte sich auch daran, dass an Kasner gerichtete Buchsendungen aus dem Westen nicht konfisziert werden sollten. Wenn das doch einmal geschah, wurde es in der Regel wieder rückgängig gemacht. Kasner gelang es, westdeutsche Vortragende nach Templin zu bekommen. Dies verschuf ihm innerkirchlich den Ruf, im Pastoralkolleg werde auf hohem Niveau und auf der Höhe der theologischen Zeit in liberaler Atmosphäre diskutiert. Zugleich war das Pastoralkolleg ein Ort, dem das besondere Interesse der Staatssicherheit galt. Angela Merkel muss irgendwann, vielleicht in ihrer Zeit bei der Akademie der Wissenschaften, die Doppelgesichtigkeit (da hat Merkel ja wohl mehr von ihrem Vater geerbt, wie sie denkt Anm. Jani) im Leben ihres Vaters erkannt haben. 

Sie hielt schon während ihres Studiums eher mit kommunismuskritischen Personen Kontakt. Nichts spricht für die gelegentlich geäußerte Vermutung, gute Kontakte ihres Vaters zu dem kirchlich engagierten Lothar de Maizière hätten ihr erst die Möglichkeit geschaffen, Stellvertretende Regierungssprecherin in der letzten DDR-Regierung zu werden. Sie hat sich – möglicherweise auch unter dem Einfluss ihres als DDR-kritisch bekannten heutigen Ehemannes Joachim Sauer, den sie schon sehr früh in der Akademie der Wissenschaften kennengelernt hatte – zu einer grundsätzlich anderen politischen Haltung als der ihres Vaters durchgerungen. Als Widerstandskämpferin hat sie sich selbst nie beschrieben. Natürlich war der Weg ihrer politischen Entwicklung durch einen Prozess der Veränderungen ihrer Überzeugungen beeinflusst – und durch den Wunsch nach weiterer Karriere in Gesamtdeutschland. Dass sie diesen Weg mit der inneren Billigung ihres Vaters gegangen ist, davon ist kaum auszugehen. Er hält bis heute an seinem kritischen Blick auf die bundesdeutsche Politik fest – und vermeidet es, auf Fotos mit seiner Tochter im Zusammenhang mit ihrer politischen Rolle abgelichtet zu werden. 



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Merkel - ein rotes Kind aus einem Pfarrershaushalt

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Augen zu, CDU! Angela Merkels 

Wohlfühldeutschland



von Hans-Hermann Tiedje



In der Nachkriegszeit kursierten in Deutschland Anti-Nazi-Witze, zum Beispiel dieser: Der Enkel fragt seinen Grossvater: „Du hast mir doch immer erzählt, dass du gegen die Nazis warst.“ Der Opa: „Richtig.“ Der Enkel: „Aber nun habe ich im Album ein Bild gesehen, da fährt Hitler an einer jubelnden Menschenmenge vorbei, und mittendrin stehst du und machst den Hitlergruss. Wie soll ich denn das verstehen?" Der Grossvater: „Um mich herum standen Hunderte, die jubelten. Ich war der Einzige, der die ganze Zeit rief: ‚Moment mal, Herr Hitler, Moment mal.' Leider hat keiner auf mich gehört.“

Die Botschaft: Irgendwie sind wir doch alle dabei gewesen, der eine mehr, der andere weniger verstrickt, wir ahnen es doch voneinander, und deswegen wollen wir es hinterher so genau gar nicht mehr wissen. Das war 1945 so und 1990, beim Untergang der DDR, genauso. Man kannte sich, man wusste voneinander, man war Nachbar, später verbunden im Schweigen über einen Staat, den es glücklicherweise nicht mehr gab.

Womit wir bei Angela Merkel wären, die am 24. September – 27 Jahre nach dem Verschwinden ihres Heimatlandes DDR – ihre vierte Bundestagswahl gewinnen und danach weiter Kanzlerin der Bundesrepublik Deutschland sein wird. In welcher Konstellation auch immer, mit Rot, Grün oder Gelb, an Merkel führt kein Weg vorbei.

Keine Experimente – warum auch? Die Wirtschaft boomt, die Sonne scheint, der Gegenkandidat Martin Schulz ist Realsatire. Während die Welt aus den Fugen fällt, gondelt Frau Merkel in den Alpen mit der Seilbahn, und der Kandidat aus Würselen besucht in Eckernförde eine Fischfabrik. Die Bilder mit Brille, Bart und Plastic-Haube machen die Runde. Schulz kämpft. Vor allem mit sich selber. „Ich werde Bundeskanzler“, sagte er dieser Tage im Fernsehen. Welches Jahr er meinte, sagte er nicht. Die Wahl ist entschieden, die Deutschen haben sich entschlossen: Augen zu, CDU!
Ein Volk entpolitisiert sich

Und das, obwohl weder im Umgang mit Erdogan noch der Migrantenfrage, noch den Stromtrassen durch herrliche Landschaften, noch mit Griechenland irgendetwas wirklich gelöst ist. Gar nichts ist gelöst in Deutschland – vor allem nicht die Zukunftsfragen: Maschinenintelligenz, Auswirkungen von Industrie 4.0 auf den Arbeitsmarkt, Elektromobilität, Digitalisierung – alles aufgeschoben auf irgendwann. Die vergangenen zwölf Merkel-Jahre sind einfach so dahingeplätschert. Ein Volk hat sich entpolitisiert. „Mutti“ (Merkel) richtet das schon – das ist die Stimmung im Land.

Die SPD wird nicht gebraucht, und Martin Schulz schon gar nicht. Leidet der Mann an Selbstüberschätzung? Selten hatte ein Kanzlerkandidat eine derart geringe Kompetenz. Sigmar Gabriel hat Schulz rechtzeitig das Feld überlassen. Der ist als Tiger gesprungen – und als Bettvorleger gelandet. Jetzt schimpft er sich über die Marktplätze und durch die Hallen, Frau Merkel beschuldigt er eines „Anschlags auf die Demokratie“. Anschlag? Wie bitte? – Verwundert reiben sich viele die Augen.

Die Identität von etwa 500.000 Menschen, die fälschlich vorgeben, Flüchtlinge zu sein, ist in Deutschland ungeklärt. Von vielen dieser Personen droht die Gefahr eines Anschlags auf die Demokratie, vor allem auf Menschen, Hunderte sind brandgefährlich. Aber um wen genau handelt es sich? 

Deutschland hat sich mit Fragen wie diesen abgefunden, Antworten gibt es nicht, und wenn, dann solche: „Ich sage dazu jetzt weiter nichts mehr, ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“ – Innenminister de Maizière. Bizarre Realität: Wer heute nach Deutschland kommt, braucht keine Papiere, aber ohne Papiere kann er nicht abgeschoben werden. Über ein neues Asylrecht – dringend erforderlich – wird (noch) nicht gesprochen, obwohl breite Mehrheiten dafür sind.
Die Frau aus dem Nichts

Ich habe Angela Merkel das erste Mal 1990 getroffen, da war sie stellvertretende Regierungssprecherin des DDR-Bestatters Lothar de Maizière. Die Gesichter der damaligen SED-Resteverwerter sind mir noch gut in Erinnerung: Gregor Gysi, Wolfgang Berghofer, Lothar Bisky, Sabine Bergmann-Pohl, Wolfgang Schnur, Hans-Joachim Böhme, Rainer Eppelmann, Markus Meckel. Sie nahmen unterschiedliche Wege. Merkel kam aus dem Nichts. Sie nahm den Weg in die CDU, mehr oder minder zufällig.

Man hat das später einen Irrtum genannt oder einen Fehler. Die Frau, die fünfzehn Jahre später die Christlich-Demokratische Union Adenauers und Kohls entgräten sollte, wurde nicht als Camouflage mit einer fragwürdigen Vita erkannt. Sie wurde einfach durchgewunken, ohne dass man sie gescannt hätte. Der damalige Kanzler, Helmut Kohl, war bei Personen mit DDR-Vergangenheit sehr grosszügig. Vergangenheit interessierte ihn besonders im Hinblick auf die Frage, was man künftig besser machen könne.

Angela Merkel, heute 63, war zur Zeit der Wende, 1989, genau 35 Jahre alt. Sie arbeitete in der DDR am Zentralinstitut für Physikalische Chemie der Akademie der Wissenschaften in Ostberlin. Sie war nicht in der SED, sie hatte mit der Stasi nichts zu tun. Sie war nur Sekretärin für Agitation und Propaganda der Freien Deutschen Jugend (FDJ). Die FDJ war der einzig zugelassene Jugendverband in der DDR, und er war kommunistisch.

Was hat sie da gemacht? „Kulturbeauftragte“ sei sie gewesen, sagte sie später, sie habe Theaterkarten beschafft oder Buchvorlesungen organisiert. Die Biografie der Autoren Günther Lachmann und Ralf Georg Reuth behauptet jedoch, sie sei Sekretärin für Agitation und Propaganda gewesen. Merkel bestreitet es. Merkel wäre somit zuständig für die Beeinflussung der jüngeren Menschen im Sinne des Staates DDR gewesen: die Bundesrepublik der Klassenfeind, der Kapitalismus als Ideologie der Ausbeutung, die DDR als friedliebend, fortschrittlich, der Zukunft zugewandt.
Auch die DDR war alternativlos

Zeitzeugen erinnern sich immerhin, dass sie Michael Gorbatschow als Hoffnung empfand. Die DDR nahm Angela Merkel damals wahrscheinlich als alternativlos wahr. Sie ist mitgeschwommen im Strom der Zeit. Mimikry? Versteckte Gegnerschaft? Davon hat aus ihrer Umgebung niemand etwas bemerkt. Es gibt keine Zeugnisse dafür, nicht die geringsten, nicht einmal ein Schnipsel Papier. Wann hat sie sich von ihrem Staat entfremdet? Keine Erklärung, bis heute. Als dann die DDR unterging, war Merkel selbst wahrscheinlich am meisten davon überrascht, wie sehr sie eigentlich schon immer dagegen gewesen war.

Zum Vergleich: Viktor Orban, Ungarns Ministerpräsident, von Merkel wegen seiner Migrantenabwehrpolitik in Europa unter Druck gesetzt. Orban war im Abendlicht des zerfallenden Ostblocks in Ungarn Vorsitzender der Jugendorganisation der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei (Kommunistischer Jugendbund). 1988 hielt er, und das war eine Sensation, eine öffentliche Rede, in der er die UdSSR aufforderte, umgehend ihre Truppen aus Ungarn abzuziehen.

Als Merkel noch Mitläuferin war, riskierte Orban schon Kopf und Kragen. Warum dieser Vergleich? Orban wurde über Nacht bekannt, ein Held in Ungarn. Merkel blieb lange im Schatten. Der Rest der Geschichte ist bekannt. 1990 kam sie in den Bundestag, 1991 wurde sie Familienministerin, dann Umweltministerin, dann – zum Erstaunen aller – die Erbin Helmut Kohls. Den Altkanzler erledigte sie über die „FAZ“: Er habe der Partei „Schaden zugefügt“ (Spendenaffäre). Vor dem Hintergrund ihres eigenen Lebenslaufs war der Umgang mit Helmut Kohl, dem Kanzler der Einheit, schon ein starkes Stück. Kohl ist tot. Seit 2005 sitzt sie nun in Deutschland an den Hebeln der Macht.

Wer aber ist diese Angela Merkel wirklich oder wie viel wovon? Fest steht ihr Hintergrund als Kind einer sozialistischen Pfarrersfamilie. Wie schön, dass so eine Frau den Absprung aus der grauen DDR-Welt an die Spitze der Bundesrepublik geschafft hat, könnte man meinen. Aber niemand lebt ohne Herkunft und eigene Geschichte, sie beeinflussen Denken und Handeln.
Was Schulz meint, ist belanglos

Pro bono, contra malum. Merkels Kampagne 2017. „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben.“ Wer wollte dem widersprechen? Dass das Land, zum Beispiel in der Flüchtlingsfrage, in zwei Lager (zwei Drittel dagegen, ein Drittel dafür) gespalten ist, kann man getrost ausklammern, solange nicht der nächste unregistriert eingereiste Islamist ein Attentat begeht. 

Wer freilich an diese Aussicht erinnert, stört den vorgegebenen öffentlichen Frieden, verkörpert durch Merkel, und stellt sich ins Aus. Die für ihre Politik wichtigen Medien und das Juste Milieu sind genau auf dieser Linie. An der Stelle sei auch die CSU zur Vorsicht gemahnt. Merkel wird nicht zögern, Seehofer und seine Freunde in die rechte Ecke zu stellen, wenn ihr das nutzt. Was Gegenkandidat Schulz meint, ist belanglos. Er hat die falschen Themen, kommt damit meist zu spät und wirkt wie ein Mann von vorgestern.

Wohlfühldeutschland – was hat Angela Merkel persönlich dazu beigetragen? Sehr viel, vor allem in der Innenpolitik. Sie hat strittige Fragen meist auf Kosten ihrer eigenen Partei aus dem Weg geräumt (Mindestlohn, AKW, Ehe für alle). Sie hat den Spielraum der SPD eingeengt, indem sie die CDU zur zweiten Sozialdemokratie transformierte. Ihre Europapolitik hat die Vorbehalte gegenüber Deutschland befördert – das wäre Vorgänger Kohl nicht passiert. Wahrscheinlich hat sie auch den Brexit mitverursacht, so wie sie den Grexit zu Lasten des deutschen Steuerzahlers abgesagt hat.

Sie hat in ihren zwölf Jahren Kanzlerschaft manches unterlassen, was die deutsche Wirtschaft zukunftsfester gemacht hätte. Sie ist weder Thatcher noch Schröder noch Kohl. Ihr Herrschaftsprinzip ist ganz simpel. Merkel wird nicht angetrieben von einer grossen Idee. Sie hat keine. Europa, deutsche Einheit, Marktwirtschaft – das alles war schon erledigt, bevor sie kam. Sie hofft darauf, dass die Menschen ihre Fehlleistungen vergessen – und damit ist sie gut gefahren.
Merkel bekämpft den Schaden, den sie Deutschland zugefügt hat

Aber verantwortliche zukunftsorientierte Staatsführung geht anders. Man hätte gern gewusst, wie sie das Thema Migration lösen will. Millionen von Menschen nehmen in Afrika Anlauf, um nach Europa zu gelangen, insbesondere ins gelobte Deutschland, das seit Merkels Selfies bei Flüchtlingen, Schutzsuchenden, Asylbetrügern, echten und falschen Migranten und anderen Eindringlingen das allererste Ziel ist. 

Das Paradoxon: Merkel bekämpft jetzt aktiv den Schaden, den sie selbst Deutschland 2015 zugefügt hat. „Die Situation von 2015 darf sich nicht wiederholen“, sagt sie heute. Das ist etwa so, als wenn der Technikchef von VW erklärte: „Diese Herumschraubereien am Diesel dürfen sich nie wiederholen.“ Aber die Deutschen, die schon an ihrer Kanzlerin zweifelten, hören es gern.

Ein Blick in die aktuelle Wahlkampagne der CDU zeigt: Das Grossthema Flüchtlinge, das die nächsten Jahre bestimmen wird, kommt überhaupt nicht vor. Kein Flüchtling, nirgendwo. Es hätte ja schon das Versprechen gereicht, vor den weiteren anstehenden Migrationswellen einmal anzukündigen, den Bundestag zu fragen. Nichts, nirgendwo. Kein Wort auch zur „Obergrenze“ der Schwesterpartei CSU.

Jeder Konflikt wird ausgeklammert oder verschwiegen. Die Vorlage dieser Politik war Armenien. Da hatte sich die Parteivorsitzende Merkel im Bundesvorstand der CDU für eine Armenien-Resolution des Bundestages ausgesprochen, um dann bei der Sitzung zu fehlen und hinterher mitteilen zu lassen, sie habe ja nicht dafür gestimmt – nur um ihren Hals gegenüber Erdogan zu retten. So geht Politik heute.

Augen zu, CDU! Martin Schulz hat schon recht, wenn er Merkels Entpolitisierungspolitik beklagt. Dem Land tut das nicht gut. Aber Schulz ist der falsche Herausforderer. Sein Amtsvorgänger Gabriel, der den Absprung ins Aussenministerium nahm, ist viel facettenreicher und interessanter als Schulz in seiner Eindimensionalität. Einen Wahlkampf „Gabriel gegen Merkel“ hätte man gern erlebt.
Merkels Ziel: Ein gutes Gefühl für alle

Merkel verwaltet das Land, ohne Veränderungswillen. Sie lobt Amtsvorgänger Schröder für die Agenda 2010, die ihr eine solide Wirtschaftslage beschert hat. Das hört sich gut an, aber in diesem Zusammenhang ist es hilfreich, nachzulesen, was Angela Merkel 2003 als Oppositionsführerin Schröder entgegenschleuderte, als dieser die Agenda auf den Weg brachte: „Trippelschritte.“ – „Stückwerk.“ – „Gift für das, was Deutschland jetzt braucht.“

Einen Rückschluss auf Merkels innere Verfassung liefert auch das Personal, mit dem sie sich umgibt. Statt wie einst Gerhard Schröder mit Schwergewichten (Steinmeier, Eichel, Clement, Müntefering, Steinbrück) die Politik umzugestalten, pflegt sie an ihrer Seite Personen, die vor allem die Eigenschaft der Willfährigkeit haben: die gescheiterte Verteidigungsministerin von der Leyen, der Schönredner Altmaier, der hilflose Innenministerdarsteller de Maizière und Fraktionschef Kauder, eine Art Vollzugsbeamter. Der einzige andere Hauptdarsteller im Grossformat ist Wolfgang Schäuble, aber der wird demnächst 75 und ist, so ein CDU-Grande, „leider zu loyal“.

Merkels Hoffnung liegt sonnenklar zutage: Fehler und Versäumnisse unter den Tisch kehren, allen ein gutes Gefühl geben, Zufriedenheit verbreiten, Sedativa verteilen und darauf hoffen, dass Schulz sich wund schimpft. Sie wird auch die Fernsehdiskussion Anfang September mit ihm gut überstehen, eben weil er nicht die Alternative ist. Die Leute lechzen ja nach einem Sheriff, gegebenenfalls auch nach einem roten, der den Staat säubert, Kriminelle hinauswirft und die Ordnung verteidigt. Aber diesen Staat will Schulz selber nicht – stattdessen predigt er, Migranten über Europa zu verteilen. Kopfschütteln. Wo die Bevölkerung Schutz einfordert, zum Beispiel in Form von Registrier- und Aufnahmezentren in Nordafrika, da verlangt Schulz, ein Gesicht des Brüsseler Europas, Gerechtigkeit. Sein Wahlkampf liegt völlig neben der Sache.

Und was passiert nach dem 24. September? Gefahrlos kann man prognostizieren: Aus No-Bail-Out wird die Vergemeinschaftung der Schulden Europas mit Deutschland als Schuldenpatron, alles für die Bevölkerung natürlich eingepackt in eine Sprache aus Watte. Die Lösung von Problemen durch Fassadenmalerei – das ist der eigentliche Kern des Merkelismus, den ihre Partei mit geballter Faust in der Tasche mitträgt, weil sie nur so an den Töpfen der Macht verbleibt.

Schon Talleyrand wusste: „Kein Abschied auf der Welt fällt schwerer als der Abschied von der Macht.“ Wann Merkel den einleitet, liegt nicht nur an ihr, sondern auch an der Partei. Sicher ist nur: Wer zu spät aufhört, den bestraft das Leben. Frei nach Gorbatschow, ihrem früheren Idol.

Hans-Hermann Tiedje war Medienberater von Bundeskanzler Kohl. Er ist Aufsichtsratschef der Medienagentur WMP EuroCom AG in Berlin. Zuerst erschienen in der Neuen Züricher Zeitung.
Foto: Bundesregierung/Bilan

Mittwoch, 30. August 2017