Johannes 14,6 ... Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. /// Römer 1,17 ... Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie denn geschrieben steht: "Der Gerechte wird aus dem Glauben leben."
∞ Sola Scriptura … allein die Schrift
∞ Solus Christus … allein Christus
∞ Sola Gratia … allein die Gnade
∞ Soli Deo Gloria … Gott allein gehört die Ehre
.
Seiten
- Startseite
- Aktuelle Entscheidungen zu ALG II / Hartz IV
- Christliche Mystiker
- Die Bibel
- Dr. Martin Luther - weiterführende Links
- EU und Finanzen
- Hamartiologie
- Islam in Deutschland
- Pegida
- Thema Senioren
- Über mich
- Woher komme ich? Warum, wozu und wofür lebe ich ? ...
- Kommentare zur Asylpolitik
- Strategiepapier der Bundesregierung u.a.
- Covid19 - Aufklärseiten
- Zur Geschichte der Virologie
- Drosten
- Informationen zur Impfung
- Corona-Ausschuß
- Corona-Blog - Auswirkungen
- Krisenrat.info
- Corona-Ausschuß - Ausweichkanal
Sonntag, 13. April 2014
Samstag, 12. April 2014
Wahre Worte
.....
....
Der Klügere gibt nach - eine traurige Wahrheit.
Sie begründet die Weltherrschaft der Dummen!
Marie von Ebner - Eschenbach
....
Skandal - Hartz IV Fallbeispiele
...
Das Jobcenter darf keine eheähnliche Gemeinschaft unterstellen und Hartz IV-Leistungen kürzen, wenn sich ein unverheiratetes, nicht zusammenlebendes Paar häufig in einer der beiden Wohnungen aufhält. Das entschied das Sozialgericht Ulm in seinem Urteil vom 5. März 2014 (Aktenzeichen: S 4 AS 1764/13). Weiter:
Das Jobcenter Segeberg schickte einer alleinerziehenden Mutter von zwei Kindern eine Aufforderung zur Senkung der Unterkunftskosten. Die Familie sollte wegen der 1,78 Euro zu teuren Miete umziehen. Über den Fall berichtet der Kieler Rechtsanwalt Helge Hildebrandt... Weiter:
Am Mittwoch berichteten wir über einen Fall mit dem sich das Arbeitsgericht in Senftenberg beschäftigen musste. Ein Rechtsanwalt hatte zwei seiner Angestellten weniger als 1,60 Euro Stundenlohn gezahlt, so dass die Mitarbeiter ihr Gehalt mit Hartz IV aufstocken mussten. Das zuständige Jobcenter forderte die Rückzahlung der Sozialleistungen in Höhe von 4.100 Euro von dem Anwalt mit der Begründung, dass die Löhne sittenwidrig seien. Das Gericht folgte jedoch der Argumentation des Anwalts, nach der beide Mitarbeiter über keine Qualifikation verfügten, die ein höheres Gehalt rechtfertige. Ein echtes Skandalurteil, wie wir meinen... Weiter:
Bei der Vertretung von Bedarfsgemeinschaften in Hartz IV-Verfahren können Anwälte nicht den vollen Kostensatz für jede zum Haushalt zugehörige Person abrechnen. Das entschied der vierte Senat des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel mit der Begründung, dass meist über einen „einheitlichen Lebenssachverhalt“ in den Verfahren verhandelt wird (Aktenzeichen: B 4 AS 27/13 R)... Weiterlesen:
Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts dürfen nicht in einer Eingliederungsvereinbarung geregelt werden. Darauf wies das Bundessozialgericht (BSG) in einer Entscheidung vom 2. April 2014 hin. Im konkreten Fall hatte ein Kläger den Anspruch auf Übernahme der Unterkunftskosten geltend machen wollen mit der Begründung, dass sich dieser aus der Eingliederungsvereinbarung ableite... Weiter:
Wer zum ersten Mal Hartz IV beantragt, kann viele Fehler machen. Denn Jobcenter geben kaum Auskünfte, obwohl es mit zu ihren Pflichten gehört. Wir haben einige Hinweise zusammen gestellt, die den Alltag im Umgang mit den Leistungsträgern erleichtern können. Denn im Nachhinein ist es immer schwerer, Geschehenes zu korrigieren. Weiterlesen:
....
1. Keine eheähnliche Gemeinschaft bei zwei Wohnungen
Das Jobcenter darf keine eheähnliche Gemeinschaft unterstellen und Hartz IV-Leistungen kürzen, wenn sich ein unverheiratetes, nicht zusammenlebendes Paar häufig in einer der beiden Wohnungen aufhält. Das entschied das Sozialgericht Ulm in seinem Urteil vom 5. März 2014 (Aktenzeichen: S 4 AS 1764/13). Weiter:
2. Jobcenter fordert Alleinerziehende von zwei Kindern zur Senkung der Unterkunftskosten auf
Das Jobcenter Segeberg schickte einer alleinerziehenden Mutter von zwei Kindern eine Aufforderung zur Senkung der Unterkunftskosten. Die Familie sollte wegen der 1,78 Euro zu teuren Miete umziehen. Über den Fall berichtet der Kieler Rechtsanwalt Helge Hildebrandt... Weiter:
3. Klage des Jobcenter wegen Lohndumping wurde zurückgewiesen: Stundenlohn von 1,60 Euro angeblich rechtens
Am Mittwoch berichteten wir über einen Fall mit dem sich das Arbeitsgericht in Senftenberg beschäftigen musste. Ein Rechtsanwalt hatte zwei seiner Angestellten weniger als 1,60 Euro Stundenlohn gezahlt, so dass die Mitarbeiter ihr Gehalt mit Hartz IV aufstocken mussten. Das zuständige Jobcenter forderte die Rückzahlung der Sozialleistungen in Höhe von 4.100 Euro von dem Anwalt mit der Begründung, dass die Löhne sittenwidrig seien. Das Gericht folgte jedoch der Argumentation des Anwalts, nach der beide Mitarbeiter über keine Qualifikation verfügten, die ein höheres Gehalt rechtfertige. Ein echtes Skandalurteil, wie wir meinen... Weiter:
4. Anwälte dürfen nicht für jede Person einer Bedarfsgemeinschaft den vollen Kostensatz berechnen
Bei der Vertretung von Bedarfsgemeinschaften in Hartz IV-Verfahren können Anwälte nicht den vollen Kostensatz für jede zum Haushalt zugehörige Person abrechnen. Das entschied der vierte Senat des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel mit der Begründung, dass meist über einen „einheitlichen Lebenssachverhalt“ in den Verfahren verhandelt wird (Aktenzeichen: B 4 AS 27/13 R)... Weiterlesen:
5. In Eingliederungsvereinbarung dürfen keine Leistungen zur Grundsicherung festgelegt werden
Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts dürfen nicht in einer Eingliederungsvereinbarung geregelt werden. Darauf wies das Bundessozialgericht (BSG) in einer Entscheidung vom 2. April 2014 hin. Im konkreten Fall hatte ein Kläger den Anspruch auf Übernahme der Unterkunftskosten geltend machen wollen mit der Begründung, dass sich dieser aus der Eingliederungsvereinbarung ableite... Weiter:
6. Werdendem Vater wurden Hartz IV Leistungen wegen Notkaiserschnitt seiner Frau gestrichen
Ein
Erwerbsloser aus Bochum bekam ein ganz besonders Geschenk anlässlich
der Geburt seiner Tochter. Die Arbeitsagentur kürzte die Leistungen des
jungen Mannes, da er aufgrund des Notkaiserschnitts seiner Frau nicht zu
einem Termin bei der Behörde erschien... Weiter:
7. DGB: Hartz IV Regelleistungen sind verfassungswidrig
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert eine Neuberechnung der Hartz IV-Regelsätze.
Anlass ist eine neue Studie der gewerkschaftsnahen
Hans-Böckler-Stiftung, die zu dem Ergebnis kommt, dass die Regelleistung
nicht ausreicht, um das Existenzminimum zu sichern... Weiter:
8. Immer aktuell: Ein Antrag
auf Grundsicherung oder Hartz IV ist begleitet von Fallstricken: Deshalb
immer auf Nummer sicher gehen
Wer zum ersten Mal Hartz IV beantragt, kann viele Fehler machen. Denn Jobcenter geben kaum Auskünfte, obwohl es mit zu ihren Pflichten gehört. Wir haben einige Hinweise zusammen gestellt, die den Alltag im Umgang mit den Leistungsträgern erleichtern können. Denn im Nachhinein ist es immer schwerer, Geschehenes zu korrigieren. Weiterlesen:
....
Freitag, 11. April 2014
Glück
...
Bild hier gefunden
.

....
Bild hier gefunden
.
Das große Glück in der Liebe besteht darin,
Ruhe in einem anderen Herzen zu finden.
Julie Lespinasse (1732-1776), franz. Schriftstellerin
....
Vorsicht !!!
...
Drei Fehler
1. kennen die nicht einmal meinen Namen
2. habe ich mich nie um solch Stelle beworben
3. irgendwie merkwürdig, deren Ausdruck
...
Sehr geehrte Frau oder sehr geehrter Herr
Sie erhalten diese Benachrichtigung als ein Bewerber um die Stelle von einem Obermanager in unserer Internet-Gesellschaft. Wir bieten Ihnen eine Garantie von einem flexiblen Arbeitsplan, einer Krankenversicherung, einem Bruttogehalt von Fünfzigtausend USD, einem jährlichen Urlaub für zwei Wochen an.
Wir möchten es Ihnen empfehlen, den Fragebogen auszufüllen um sich um diese Arbeitsstelle zu bewerben http://www.belen.in.ua/de
Respektvoll,
Direktor für Arbeitskräfte und Soziale Politik
Wilhelm Adrian
Drei Fehler
1. kennen die nicht einmal meinen Namen
2. habe ich mich nie um solch Stelle beworben
3. irgendwie merkwürdig, deren Ausdruck
...
Demut - Hochmut
...
...Dem Menschen ist Hoheit, Erhabenheit verliehen, damit seine Demut nicht zum Kriechertum pervertiert; ihm ist die Demut gegeben, damit sich seine Hoheit nicht zu Übermut, Hochmut, Hochnäsigkeit wandelt.
Donnerstag, 10. April 2014
Hochsensibilität und Stress
........
Das Motto dieser physiologischen Reaktion scheint zu lauten: „Mehr vom gleichen“. Die Stresshormone bewirken, dass unser Puls schneller geht, die Atmung ebenfalls. Manche schlafen weniger, andere haben auch ein vermindertes Hungergefühl. Wir arbeiten dann schneller, denken intensiver, übersehen so manches, um fokussiert bleiben zu können, u.s.w.. Diese Stressreaktion bewirkt, dass eher auf altbewährte Denkmuster zurückgegriffen wird. Die in der Vergangenheit am meisten benutzten Nervenbahnen im Gehirn werden besonders stark angeregt und zwar schneller als sonst. Denn das, was sich in der Vergangenheit bewährt hat, soll wieder getan werden, und zwar schnell. Vieles wird ausgeblendet. Das erklärt, warum viele Menschen bei Stress eine größere Sturheit an den Tag legen. Man scheint wie mit Scheuklappen durchs Leben zu gehen. Da bleibt keine Energie für Kreativität und unkonventionelles Verhalten, diese werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Irgendwann ist die Stress-Belastung wieder vorbei und wir können zu unserem gewohnten Lebensstil zurückkehren, uns ausschlafen und pflegen und wieder spielerisch und kreativ werden.
Ist der Stress jedoch strukturell bedingt, das heißt, ist ein Ende nicht abzusehen, z.B. weil man mit chronischen Beziehungskonflikten lebt, oder wegen andauernden Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder weil man seine eigene Arbeit für unethisch hält, oder bei ernsten gesundheitlichen Problemen oder Schmerzen, so ist die obengenannte Stressreaktion nicht mehr sinnvoll. Denn „Mehr vom Gleichen“ bringt dann nur mehr vom Gleichen.
In solchen Situationen ist von der Natur die sogenannte 'unkontrollierte Stressreaktion’ vorgesehen. Deren Motto lautet: „Die alten Wege haben versagt, jetzt muss etwas Neues gefunden werden.“
Durch diesen lang anhaltenden Dauerstress werden zusätzlich andere Botenstoffe im Gehirn ausgeschüttet. Die Veränderungen unserer Psyche sind noch unangenehmer als bei der kontrollierten Stressreaktion: Wir fühlen uns ohnmächtig, vielleicht verzweifelt, und überfordert. Auf der Ebene des Hirnstoffwechsels bewirken die dabei ausgeschütteten Hormone die Auflösung von Verbindungen innerhalb des Gehirns. Diese Wirkung war schon lange bekannt und zwar nur von ihrer negativen Seite: Gedächtnisstörungen und Wortverwechslungen findet man häufig bei Menschen, die im Dauerstress leben müssen.
Jedoch (jetzt kommt die gute Nachricht): Diese Gehirnveränderungen haben auch ihr Gutes. Denn es fällt uns dadurch leichter, gewohnte Bahnen zu verlassen, Situationen von neuen Blickpunkten aus zu sehen und neues Verhalten auszuprobieren. Erst durch die intensiv gefühlte Erkenntnis, dass das Alte nicht funktioniert, kann Neues gefunden werden. Während wir noch verwirrt und verzweifelt sind, bahnen sich in unserer Psyche und in unserem Gehirn bereits neue Wege an.
Umgekehrt ist es nicht sinnvoll, bei kurzfristigem 'kontrollierbarem Stress’ gleich alles in Frage zu stellen, und womöglich alles hinzuwerfen.
Ist es eine vorübergehende Stressspitze, wo „Mehr vom Gleichen“ sinnvoll ist? Oder ist es ein grundlegendes Problem, das nur durch eine grundlegende Richtungsänderung gelöst werden kann?
zartbesaitet.net ......
Verschiedene Reaktionen auf Stress
Viele hochsensible Menschen haben mit Stress zu kämpfen und fragen
sich, wie sie damit am sinnvollsten umgehen können. Das ist eine
komplexe Fragestellung, auf die selbst Psychologen und Mediziner keine
einfachen und allgemein anwendbaren Antworten geben können. An dieser
Stelle haben wir ein paar Einsichten aus der modernen Hirnforschung für
Sie zusammengefasst. Wer sich genauer damit auseinandersetzen möchte,
dem sei das Buch „Biologie der Angst“ von Gerald Hüther empfohlen. Wegen
der Komplexität des Themas können wir die Zusammenhänge nur stark
vereinfacht und verkürzt darstellen.
Für höhere Lebewesen ist es ganz normal, immer wieder in Stress zu
geraten. Die Stressreaktionen haben den Sinn, eine bessere Anpassung an
die aktuelle Lebenssituation zu ermöglichen. Für uns Menschen ist es
sinnvoll, zwischen sog. kontrollierter und unkontrollierter
Stressreaktion zu unterscheiden, denn beide haben unterschiedliche
Ursachen, unterschiedliche Ziele und deshalb empfiehlt sich ein
unterschiedliches Verhalten.
Kontrollierte Stressreaktion: Diese tritt beim
gesunden Menschen dann auf, wenn die Lebensumstände schwieriger werden,
jedoch ein Ende der Stressbelastung abzusehen ist. Beispiele wären etwa
kurz vor einer Prüfung, bei einem kleinen Unfall oder wenn am
Arbeitsplatz wegen einer bevorstehenden Konferenz ungewöhnlich viel zu
tun ist. In solchen Situationen ist es sinnvoll, die Situation zu
ertragen. Die kontrollierte Stressreaktion soll dabei helfen.
Das Motto dieser physiologischen Reaktion scheint zu lauten: „Mehr vom gleichen“. Die Stresshormone bewirken, dass unser Puls schneller geht, die Atmung ebenfalls. Manche schlafen weniger, andere haben auch ein vermindertes Hungergefühl. Wir arbeiten dann schneller, denken intensiver, übersehen so manches, um fokussiert bleiben zu können, u.s.w.. Diese Stressreaktion bewirkt, dass eher auf altbewährte Denkmuster zurückgegriffen wird. Die in der Vergangenheit am meisten benutzten Nervenbahnen im Gehirn werden besonders stark angeregt und zwar schneller als sonst. Denn das, was sich in der Vergangenheit bewährt hat, soll wieder getan werden, und zwar schnell. Vieles wird ausgeblendet. Das erklärt, warum viele Menschen bei Stress eine größere Sturheit an den Tag legen. Man scheint wie mit Scheuklappen durchs Leben zu gehen. Da bleibt keine Energie für Kreativität und unkonventionelles Verhalten, diese werden auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
Irgendwann ist die Stress-Belastung wieder vorbei und wir können zu unserem gewohnten Lebensstil zurückkehren, uns ausschlafen und pflegen und wieder spielerisch und kreativ werden.
Unkontrollierte Stressreaktion
Ist der Stress jedoch strukturell bedingt, das heißt, ist ein Ende nicht abzusehen, z.B. weil man mit chronischen Beziehungskonflikten lebt, oder wegen andauernden Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder weil man seine eigene Arbeit für unethisch hält, oder bei ernsten gesundheitlichen Problemen oder Schmerzen, so ist die obengenannte Stressreaktion nicht mehr sinnvoll. Denn „Mehr vom Gleichen“ bringt dann nur mehr vom Gleichen.
In solchen Situationen ist von der Natur die sogenannte 'unkontrollierte Stressreaktion’ vorgesehen. Deren Motto lautet: „Die alten Wege haben versagt, jetzt muss etwas Neues gefunden werden.“
Durch diesen lang anhaltenden Dauerstress werden zusätzlich andere Botenstoffe im Gehirn ausgeschüttet. Die Veränderungen unserer Psyche sind noch unangenehmer als bei der kontrollierten Stressreaktion: Wir fühlen uns ohnmächtig, vielleicht verzweifelt, und überfordert. Auf der Ebene des Hirnstoffwechsels bewirken die dabei ausgeschütteten Hormone die Auflösung von Verbindungen innerhalb des Gehirns. Diese Wirkung war schon lange bekannt und zwar nur von ihrer negativen Seite: Gedächtnisstörungen und Wortverwechslungen findet man häufig bei Menschen, die im Dauerstress leben müssen.
Jedoch (jetzt kommt die gute Nachricht): Diese Gehirnveränderungen haben auch ihr Gutes. Denn es fällt uns dadurch leichter, gewohnte Bahnen zu verlassen, Situationen von neuen Blickpunkten aus zu sehen und neues Verhalten auszuprobieren. Erst durch die intensiv gefühlte Erkenntnis, dass das Alte nicht funktioniert, kann Neues gefunden werden. Während wir noch verwirrt und verzweifelt sind, bahnen sich in unserer Psyche und in unserem Gehirn bereits neue Wege an.
Für uns als HSP ist es sehr sinnvoll, uns damit auseinander zu setzen
und diese beiden Reaktionen unterscheiden zu lernen. Weil es nicht
sinnvoll ist, z.B. eine unkontrollierte Stressreaktion (etwa wegen einem
gewalttätigen Ehepartner) mit Hilfe von Atemübungen oder
Beruhigungsmitteln erträglich zu machen und endlos zu ertragen.
Umgekehrt ist es nicht sinnvoll, bei kurzfristigem 'kontrollierbarem Stress’ gleich alles in Frage zu stellen, und womöglich alles hinzuwerfen.
Am Anfang jedes sinnvollen Stressmanagements sollte eine ehrliche
Prüfung der Situation stehen, vielleicht mit einem Coach oder einem
möglichst unbeteiligten Freund.
Ist es eine vorübergehende Stressspitze, wo „Mehr vom Gleichen“ sinnvoll ist? Oder ist es ein grundlegendes Problem, das nur durch eine grundlegende Richtungsänderung gelöst werden kann?
Entsprechend sehen die Maßnahmen zur Erleichterung unterschiedlich aus:
Wenn es ein kurzfristiger, „kontrollierbarer“ Stress ist:
- Vermeiden Sie Neues! Lesen Sie nicht alle Nachrichten, die Sie aufregen könnten; reduzieren Sie Termine.
- Wenden Sie bewährte Strategien an, um sich zu beruhigen und zu entspannen. (Atemübungen, Spaziergänge, Meditation, Gespräch mit einem guten Freund) Seien Sie gut zu sich, aber versuchen Sie nicht, eine Vielzahl von neuen Übungen oder andere Veränderungen vorzunehmen. Das würde den Stress nur vergrößern.
- Sagen Sie sich innerlich vor: Das geht bald vorbei.
- Belohnen Sie sich mit der Vorstellung, was Sie Schönes tun werden, wenn diese stressige Situation vorbei sein wird.
[Aber Achtung: Wenn Sie sich mit den Stressfaktoren nicht mutig
auseinandersetzen, wenn Sie solche Herausforderungen regelmäßig nicht
annehmen (können), dann kann ungünstiger Dauerstress entstehen.]
Für die meisten Menschen wird kurzzeitiger kontrollierbarer Stress regelmäßig vorkommen und kann auch, vernünftiges Selbstmanagement vorausgesetzt, ohne gesundheitliche Schäden gut überstanden werden.
Für die meisten Menschen wird kurzzeitiger kontrollierbarer Stress regelmäßig vorkommen und kann auch, vernünftiges Selbstmanagement vorausgesetzt, ohne gesundheitliche Schäden gut überstanden werden.
Ganz anders verhält es sich, wenn Sie sich in einer „unkontrollierten
Stressreaktion“ befinden. Sie erkennen es daran, dass es Ihnen wirklich
sehr schlecht geht: Massive Schlafstörungen, Gefühle der
Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung und starke Selbstzweifel dominieren
Ihren Alltag. In diesem Fall sind grundsätzliche Änderungen notwendig.
Stressforscher unterscheiden verschiedene Kategorien von möglichen Änderungen:
- Man kann das, was stresst, verändern oder beseitigen.
- Man kann seine Bewertung und Reaktion ändern.
- Man kann sich schützen.
- Man kann fliehen.
- Man kann verleugnen, dass es ein Problem gibt.
Für welche der Kategorie Sie sich eher entscheiden, hängt sicher vom
Naturell wie auch von der Art der Belastung ab. Wenn Sie mit einer
unkontrollierten Stressreaktion leben, ist es immer sinnvoll, sich Hilfe
zu organisieren.
Bei unkontrollierbarem Stress sehen unsere Tipps ganz anders aus:
- Geben Sie ehrlich zu, vor allem vor sich selbst, dass Sie nicht weiter wissen.
- Nehmen Sie eine Auszeit. Geben Sie Ihrem Gehirn Gelegenheiten, die gewohnten Bahnen loszulassen, indem Sie sich der gewohnten Routine entziehen.
- Brechen Sie aus Gewohnheiten aus. Machen Sie z.B. einen Spaziergang in einer schönen Gegend, wo Sie noch nie waren. Suchen Sie nach Gelegenheiten, wo Sie die Welt ganz buchstäblich aus einem anderen Blickwinkel sehen können.
- Machen Sie sich bewusst, dass Sie schon viele grundlegende Veränderungen in Ihrem Leben gut überstanden haben. Vertrauen Sie darauf, dass es auch diesmal weitergehen wird, auch wenn Sie noch nicht wissen, wie.
- Machen Sie sich bewusst, dass auch dieser Prozess, in dem Sie sich gerade befinden, ganz natürlich ist. Auch diese Situation ist ein Teil des Lebens, und Ihre Stressreaktionen sind von der Natur vorgesehen, um Ihnen zu helfen, Neues zu wagen.
Dieses Neue kann im äußeren Handeln liegen oder auch in Ihrer
Einstellung. Aber versuchen Sie nicht, sich darüber hinweg zu retten,
indem Sie sich einreden, Sie müssen nur lernen, alles auszuhalten. Nein,
Sie müssen tatsächlich etwas Neues lernen. Finden Sie heraus, was.
Labels:
Psychologie,
Seele,
Sensibilität,
Stressbewältigungg
Anleitung zu Vergebung
.....
Vergebung: Freilassen, damit wir selbst frei werden
Manche glauben, zu vergeben heißt, dass sie dem anderen wieder vertrauen müssen, so als wäre nichts gewesen. Doch das wäre nicht Vergebung, sondern ungesunde Naivität. Vertrauen ist etwas, das sich der andere (wieder) verdienen muss. Vertrauen muss langsam wachsen und braucht Zeit. Manchmal müssen wir erkennen, dass wir dem anderen einfach nicht vertrauen können, dass wir uns nicht auf den anderen verlassen können, oder zu unserem Schutz auf Sicherheitsabstand bleiben müssen. Das ist traurig, aber manchmal notwendig. Trotzdem können wir der Person vergeben.
Manche sehen Vergebung als einen Akt der Schwäche. Wer stark ist, so meint man, kann sich rächen oder Genugtuung erzwingen, nur der Schwache vergibt, weil er nichts anderes machen kann. In Wirklichkeit ist Vergebung ein Akt der Stärke und Befreiung. Denn solange wir nicht vergeben haben, warten wir – auf Genugtuung, auf eine Entschuldigung, darauf, dass der andere die Ungerechtigkeit, das Ungleichgewicht wieder gerade rückt. Das heißt, wir bleiben an den anderen gebunden. Falls wir die Macht haben, uns zu rächen oder den anderen zur Entschuldigung zu nötigen, egal ob er es meint oder nicht, dann verstricken wir uns noch tiefer. Nur wenn wir vergeben werden wir frei.
Vergebung – und damit passt sie so gut zum Thema Fasten – ist ein Verzicht, der uns befreit. Wenn wir vergeben, geben wir unsere Forderung nach Entschuldigung und Wiederherstellung auf. Oft glauben wir, dass wir etwas verlieren, wenn wir den Schuldschein zerreißen (der meist nur in unserem Herzen existiert). Doch in Wirklichkeit lösen wir uns dadurch von der Gebundenheit an den Anderen, befreien wir uns aus der Abhängigkeit vom Täter/der Täterin, indem wir aufhören, auf seine oder ihre Einsicht zu hoffen.
...
1. Den Schmerz nochmals zulassen
Der erste Schritt besteht darin, den Schmerz nochmals zuzulassen. Wir sollen den, der uns verletzt hat, nicht sofort entschuldigen: „Vielleicht hat er es nicht so gemeint. Vielleicht konnte er nicht anders.“ Ganz gleich, wie der andere es gemeint hat, mir hat es weh getan. Und es tut mir immer noch weh.
.
2. Die Wut zulassen
Die Wut ist die Kraft, den, der mich verletzt, aus mir heraus zu werfen. Wut schafft eine gesunde Distanz zum andern. Solange das Messer noch in meiner Wunde steckt, kann ich nicht vergeben. Vergebung wäre Selbstverletzung. Ich muss das Messer erst heraus werfen, damit die Wunde zu heilen vermag.
.
3. Verstehen
Beim dritten Schritt versuche ich, objektiv anzusehen, was geschehen ist. Ich versuche, zu verstehen, was genau mich verletzt hat und warum es mich so tief getroffen hat. Wenn ich mich, und ev. den andern, verstehe, kann ich die Situation eher einordnen, und in der Folge leichter loslassen.
.
4. Vergebung
Erst an vierter Stelle kommt dann der eigentliche Akt der Vergebung. In der Vergebung befreie ich mich von der Bindung an den anderen. Ich lasse das Geschehen bei ihm. Vergebung ist ein therapeutischer Akt. Er tut mir gut. Er befreit mich vom negativen Einfluss derer, die mich verletzt haben. Ich grüble nicht mehr darüber.
Das heißt noch nicht, dass ich dem andern gleich um den Hals fallen muss. Manchmal muss ich meine Grenze achten und mir eingestehen, dass ich seine Nähe noch nicht ertragen kann. Trotzdem habe ich ihm vergeben.
.
5. Der fünfte Schritt wäre dann die Kunst, die Wunden in Perlen zu verwandeln. Wenn ich nur die ersten vier Schritte gehen müsste, hätte ich immer das Gefühl, ich sei benachteiligt mit meinen Verletzungen. Der fünfte Schritt zeigt mir, dass in den Verletzungen auch eine Chance liegt; dass mich Verletzungen etwas Kostbares gelehrt haben. So werden Wunden ein Ort, an denen ich Gott und mein wahres Wesen auf neue Weise erkennen kann.
(nach Anselm Grün, siehe link oben)
Der erste Schritt besteht darin, den Schmerz nochmals zuzulassen. Wir sollen den, der uns verletzt hat, nicht sofort entschuldigen: „Vielleicht hat er es nicht so gemeint. Vielleicht konnte er nicht anders.“ Ganz gleich, wie der andere es gemeint hat, mir hat es weh getan. Und es tut mir immer noch weh.
.
2. Die Wut zulassen
Die Wut ist die Kraft, den, der mich verletzt, aus mir heraus zu werfen. Wut schafft eine gesunde Distanz zum andern. Solange das Messer noch in meiner Wunde steckt, kann ich nicht vergeben. Vergebung wäre Selbstverletzung. Ich muss das Messer erst heraus werfen, damit die Wunde zu heilen vermag.
.
3. Verstehen
Beim dritten Schritt versuche ich, objektiv anzusehen, was geschehen ist. Ich versuche, zu verstehen, was genau mich verletzt hat und warum es mich so tief getroffen hat. Wenn ich mich, und ev. den andern, verstehe, kann ich die Situation eher einordnen, und in der Folge leichter loslassen.
.
4. Vergebung
Erst an vierter Stelle kommt dann der eigentliche Akt der Vergebung. In der Vergebung befreie ich mich von der Bindung an den anderen. Ich lasse das Geschehen bei ihm. Vergebung ist ein therapeutischer Akt. Er tut mir gut. Er befreit mich vom negativen Einfluss derer, die mich verletzt haben. Ich grüble nicht mehr darüber.
Das heißt noch nicht, dass ich dem andern gleich um den Hals fallen muss. Manchmal muss ich meine Grenze achten und mir eingestehen, dass ich seine Nähe noch nicht ertragen kann. Trotzdem habe ich ihm vergeben.
.
5. Der fünfte Schritt wäre dann die Kunst, die Wunden in Perlen zu verwandeln. Wenn ich nur die ersten vier Schritte gehen müsste, hätte ich immer das Gefühl, ich sei benachteiligt mit meinen Verletzungen. Der fünfte Schritt zeigt mir, dass in den Verletzungen auch eine Chance liegt; dass mich Verletzungen etwas Kostbares gelehrt haben. So werden Wunden ein Ort, an denen ich Gott und mein wahres Wesen auf neue Weise erkennen kann.
(nach Anselm Grün, siehe link oben)
Übung
Versöhnung mit Bruder und Schwester
- Die fünf Schritte der Versöhnung kann man nicht immer genau der Reihe nach üben. Aber versuche bei den Kränkungen, die dir immer noch wehtun, bewusst einmal die Reihenfolge dieser fünf Schritte einzuhalten.
- Lasse dir für jeden Schritt einige Augenblicke Zeit. Vielleicht spürst du gar keinen Schmerz oder keine Wut. Du musst dich nicht zu den Gefühlen zwingen. Horche in dich hinein, ob diese Gefühle in dir auftauchen. Und dann versuche, das Geschehene bewusst beim andern zu lassen. Verwandle deine Wut in Ehrgeiz, selber zu leben und dich selbst zu spüren. Je mehr du dich selbst spürst, desto weniger haben andere Macht über dich.
Vergebung: Freilassen, damit wir selbst frei werden
Manche glauben, zu vergeben heißt, dass sie dem anderen wieder vertrauen müssen, so als wäre nichts gewesen. Doch das wäre nicht Vergebung, sondern ungesunde Naivität. Vertrauen ist etwas, das sich der andere (wieder) verdienen muss. Vertrauen muss langsam wachsen und braucht Zeit. Manchmal müssen wir erkennen, dass wir dem anderen einfach nicht vertrauen können, dass wir uns nicht auf den anderen verlassen können, oder zu unserem Schutz auf Sicherheitsabstand bleiben müssen. Das ist traurig, aber manchmal notwendig. Trotzdem können wir der Person vergeben.
Manche sehen Vergebung als einen Akt der Schwäche. Wer stark ist, so meint man, kann sich rächen oder Genugtuung erzwingen, nur der Schwache vergibt, weil er nichts anderes machen kann. In Wirklichkeit ist Vergebung ein Akt der Stärke und Befreiung. Denn solange wir nicht vergeben haben, warten wir – auf Genugtuung, auf eine Entschuldigung, darauf, dass der andere die Ungerechtigkeit, das Ungleichgewicht wieder gerade rückt. Das heißt, wir bleiben an den anderen gebunden. Falls wir die Macht haben, uns zu rächen oder den anderen zur Entschuldigung zu nötigen, egal ob er es meint oder nicht, dann verstricken wir uns noch tiefer. Nur wenn wir vergeben werden wir frei.
Vergebung – und damit passt sie so gut zum Thema Fasten – ist ein Verzicht, der uns befreit. Wenn wir vergeben, geben wir unsere Forderung nach Entschuldigung und Wiederherstellung auf. Oft glauben wir, dass wir etwas verlieren, wenn wir den Schuldschein zerreißen (der meist nur in unserem Herzen existiert). Doch in Wirklichkeit lösen wir uns dadurch von der Gebundenheit an den Anderen, befreien wir uns aus der Abhängigkeit vom Täter/der Täterin, indem wir aufhören, auf seine oder ihre Einsicht zu hoffen.
Gerade wir Hochsensiblen, die bekanntermaßen Unharmonisches und
Ungrechtigkeiten besonders deutlich wahrnehmen, tun gut daran, uns
regelmäßig von emotionalem Altlasten zu befreien. Fasten - in jeder Form
- ist dabei eine wertvolle Hilfe, die uns langfristig stärken kann.
...
Labels:
Psychologie,
Seele,
Seelsorge,
Stressbewältigungg
6. Woche: Selber bekennen
.....
6. Woche: Selber bekennen (Lukas 12,8–12)
Wenn sie euch aber führen werden in die Synagogen und vor die Machthaber und die Obrigkeit, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt; denn der Heilige Geist wird euch in dieser Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
die vorletzte Woche der Passionszeit läuft bereits. Die Karwoche beginnt am kommenden Sonntag. Da passt es, dass uns in dieser Woche ein Text zum Selberdenken präsentiert wird, in dem Jesus das in den Blick nimmt, was nach ihm kommen wird. Wie wird es sein, wenn die Christen sich in der Welt zurechtfinden müssen? Es wird vor allem – daran lässt Jesus keinen Zweifel – darum gehen, ihn zu bekennen. Jesus schaut also deutlich über seinen eigenen Tod und seine Auferstehung hinaus in eine Zeit, in der sich bereits so etwas wie eine Kirche gebildet hat. „Wer sich zu mir bekennt, zu dem bekenne ich mich auch vor den Engeln Gottes“, sprich: am Jüngsten Tag. Es folgen weitere Ermahnungen und Anweisungen. Jesus gibt seinen Anhängern hier – erschrecken Sie bitte nur ein wenig – eine Anleitung zum Martyrium.
Frank
Muchlinsky ist Pastor der Nordkirche. Er hat viele Jahre in der
Erwachsenenbildung und in der Diakonie gearbeitet. Sein Schwerpunkt liegt
darauf, Glaube und Theologie erfahrbar und verständlich zu machen. Das
tut er in seinen Seminaren mit Erziehungsfachkräften an evangelischen
Kitas ebenso wie mit der Methode des "Bibliologs", die er seit 1999
anwendet und lehrt. Seit 2012 arbeitet er bei evangelisch.de und betreut dort
die Bereiche Glauben und Fragen.
....
Selber denken! Sieben Wochen ohne falsche
Gewissheiten
6. Woche: Selber bekennen (Lukas 12,8–12)
Ich sage euch aber: Wer mich bekennt vor den Menschen, den wird
auch der Menschensohn bekennen vor den Engeln Gottes. Wer mich aber
verleugnet vor den Menschen, der wird verleugnet werden vor den Engeln
Gottes. Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben
werden; wer aber den Heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben
werden.
Wenn sie euch aber führen werden in die Synagogen und vor die Machthaber und die Obrigkeit, so sorgt nicht, wie oder womit ihr euch verantworten oder was ihr sagen sollt; denn der Heilige Geist wird euch in dieser Stunde lehren, was ihr sagen sollt.
Liebe Mit- und Selbst-Denkerinnen und -Denker,
die vorletzte Woche der Passionszeit läuft bereits. Die Karwoche beginnt am kommenden Sonntag. Da passt es, dass uns in dieser Woche ein Text zum Selberdenken präsentiert wird, in dem Jesus das in den Blick nimmt, was nach ihm kommen wird. Wie wird es sein, wenn die Christen sich in der Welt zurechtfinden müssen? Es wird vor allem – daran lässt Jesus keinen Zweifel – darum gehen, ihn zu bekennen. Jesus schaut also deutlich über seinen eigenen Tod und seine Auferstehung hinaus in eine Zeit, in der sich bereits so etwas wie eine Kirche gebildet hat. „Wer sich zu mir bekennt, zu dem bekenne ich mich auch vor den Engeln Gottes“, sprich: am Jüngsten Tag. Es folgen weitere Ermahnungen und Anweisungen. Jesus gibt seinen Anhängern hier – erschrecken Sie bitte nur ein wenig – eine Anleitung zum Martyrium.
Das griechische Wort Martyria bedeutet nichts anderes als
„Zeugnis“. Märtyrer sind „Zeugen“ ihres
Glaubens. Und als solche Zeugen sollen die Christen nicht etwa andere
Menschen zwingen, bekämpfen oder gar töten. Sie sollen vielmehr
bereit sein, für ihre Sache einzustehen, sie sollen bekennen. Für
die ersten Christinnen und Christen war das Bekennen eine ausgesprochen
riskante Sache, darum ist es kein Wunder, dass wir im Lukasevangelium so
klare Worte Jesu finden, die dazu auffordern, auf gar keinen Fall den
Heiligen Geist zu lästern. Was Jesus damit meint, wird seit
Jahrhunderten leidenschaftlich diskutiert. Ich kann mir vorstellen, dass er
in diesem Zusammenhang meint: Der Geist wird den „Zeugen“
gegeben, damit sie – in welcher Situation auch immer – reden
können, bekennen können. Nicht zu bekennen, nicht Zeugnis abzulegen
für den eigenen Glauben, kommt darum einer Lästerung des Heiligen
Geistes gleich. Jesu Anleitung zum Zeugesein zum „Martyrium“
lautet also: Vertraue darauf, dass du schon das Richtige sagen wirst, wenn du
anderen – vielleicht sogar öffentlich – von mir
erzählen sollst. Vertraue darauf und tu es!
Nehmen wir also einmal an, dass Jesus will, dass wir in jedem Fall den
Mund aufmachen, wenn unser Glaube gefragt ist. Dann ergibt sich für
diese Woche unsere Aufgabe fast von selbst. Fragen wir uns, wann unser Glaube
gefragt ist. Wir werden ja wahrscheinlich nicht „in die Synagogen
und vor die Machthaber und die Obrigkeit“ geführt werden,
weil wir einen Glauben haben, der den Mächtigen nicht passt. In unserem
Land bedeutet „Martyrium“ keineswegs, sich in Lebensgefahr zu
begeben.
Stellen Sie sich also vielmehr eine Situation vor, in der Sie unter
Menschen sind, die Ihren Glauben nicht teilen. Vielleicht sind sogar einige
darunter, von denen Sie wissen, dass sie es eher lächerlich finden, wenn
vom christlichen Glauben die Rede ist. Sind sogar solche darunter, die Ihren
Glauben verachten und verletzende Bemerkungen machen könnten? Haben Sie
solch eine Situation vor Augen? Sie müssen so etwas nicht direkt erlebt
haben, stellen Sie es sich einfach vor, bevölkern Sie die Szene mit den
entsprechenden Leuten.
Wenn Sie die Szene vor sich haben, können Sie sich nun die folgenden
Fragen stellen:
Was ist es, das Sie an Ihrem Glauben so gut finden, dass es eigentlich
andere hören sollten? Was ist zu gut an Ihrem Glauben, als dass Sie es
für sich behalten könnten? Versuchen Sie wenigstens drei Dinge zu
finden.
__________________________________ (Platz für Ihre
Gedanken)
Was könnte geschehen, wenn Sie anderen davon erzählen, die Ihren
Glauben nicht teilen? Ordnen Sie die Reaktionen danach, was Ihnen besonders
arg vorkommt.
__________________________________ (Platz für Ihre
Gedanken)
Und nun versuchen Sie abzuwägen: Welches Risiko sind Sie bereit
einzugehen, damit Sie von dem Guten, das Sie durch Ihren Glauben haben, etwas
abgeben können? Schreiben Sie das nicht auf. Es wäre zu sehr wie
ein Vertrag, und solch einen möchte ich Sie nicht schließen
lassen. Denken Sie nur einfach mal darüber nach. Es ist ja die Zeit zum
Selberdenken: Was bin ich bereit zu tun, um zu bekennen? Was bin ich bereit
einzustecken?
Wie immer gilt bei unseren Übungen. Gehen Sie vorsichtig mit sich
selbst um. Sie dürfen Gott für jede Schwäche um Vergebung
bitten, auch hier. Und Sie dürfen ihn für jede kleine Stärke
darum bitten, dass sie größer werde.
Viele gute Gedanken wünscht Ihnen für diese Woche und
darüber hinaus
Ihr Frank Muchlinsky
Internet: http://www.7wochenohne.evangelisch.de/
....
Montag, 7. April 2014
Fang den Tag von heute
...
Phil Bosman
...
Scherben
Der Tag gestern,
alle Tage und alle Jahre von früher sind vorbei,
begraben in der Zeit.
An ihnen kannst du nichts mehr ändern.
Hat es Scherben gegeben?
Schlepp sie nicht mit dir herum!
Denn sie verletzen dich Tag für Tag,
und zum Schluss kannst du nicht mehr leben.
Es gibt Scherben,
die wirst du los,
wenn du sie Gott in die Hände legst.
Es gibt Scherben,
die kannst du heilen,
wenn du ehrlich vergibst.
Und es gibt Scherben,
die du mit aller Liebe nicht heilen kannst.
Die musst du liegen lassen!
Fang den Tag von heute
nicht mit den Scherben von gestern an.
Der Tag gestern,
alle Tage und alle Jahre von früher sind vorbei,
begraben in der Zeit.
An ihnen kannst du nichts mehr ändern.
Hat es Scherben gegeben?
Schlepp sie nicht mit dir herum!
Denn sie verletzen dich Tag für Tag,
und zum Schluss kannst du nicht mehr leben.
Es gibt Scherben,
die wirst du los,
wenn du sie Gott in die Hände legst.
Es gibt Scherben,
die kannst du heilen,
wenn du ehrlich vergibst.
Und es gibt Scherben,
die du mit aller Liebe nicht heilen kannst.
Die musst du liegen lassen!
Fang den Tag von heute
nicht mit den Scherben von gestern an.
Phil Bosman
...
Fragen
....
...
Drei Fragen
Wenn Liebe
nicht länger mehr sein kann
hört sie dann
wirklich
zu sein auf?
Wenn sie
aufhören kann
zu sein
war sie dann
wirklich Liebe?
Aber wenn sie nicht aufhört
kann sie
dann wirklich
nicht länger mehr sein?
Erich Fried
...
Sonntag, 6. April 2014
Freitag, 4. April 2014
5. Woche 2014: Sich selber prüfen (Johannes 8,1–9)
.....
Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie aber das hörten, gingen sie weg, einer nach dem anderen, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand.
Die fünfte Fastenwoche bricht an, und mit der voranrückenden Passionszeit werden auch unsere Gedankenübungen immer herausfordernder. „Sich selber prüfen“ ist die Aufgabe für diese Woche, und das ist eine Herausforderung, der sich die meisten Menschen nicht gern freiwillig stellen. Es klingt nach Therapie, Analyse oder „sich selber kleinmachen“. Wir bekommen für diese Wochenaufgabe natürlich wieder einen Bibeltext an die Hand, der uns beim „Selberprüfen“ helfen kann. Er ist vielen Menschen gut bekannt, vor allem dieser Spitzensatz von Jesus ist sprichwörtlich geworden: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Bevor Jesus diesen Satz aber sagt, geschieht eine Menge. Beginnen wir also von vorn.
Frank
Muchlinsky ist Pastor der Nordkirche. Er hat viele Jahre in der
Erwachsenenbildung und in der Diakonie gearbeitet. Sein Schwerpunkt liegt
darauf, Glaube und Theologie erfahrbar und verständlich zu machen. Das
tut er in seinen Seminaren mit Erziehungsfachkräften an evangelischen
Kitas ebenso wie mit der Methode des "Bibliologs", die er seit 1999
anwendet und lehrt. Seit 2012 arbeitet er bei evangelisch.de und betreut dort
die Bereiche Glauben und Fragen.
....
Selber denken! Sieben Wochen ohne falsche
Gewissheiten
5. Woche: „Sich selber prüfen“ (Johannes 8,1–9)
5. Woche: „Sich selber prüfen“ (Johannes 8,1–9)
Jesus aber ging zum Ölberg. Und frühmorgens kam er
wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich und
lehrte sie. Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau,
beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte und sprachen zu ihm:
Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. Mose
aber hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du? Das
sagten sie aber, ihn zu versuchen, damit sie ihn verklagen könnten.
Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie aber das hörten, gingen sie weg, einer nach dem anderen, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand.
Liebe Fastende und Selberdenkende!
Die fünfte Fastenwoche bricht an, und mit der voranrückenden Passionszeit werden auch unsere Gedankenübungen immer herausfordernder. „Sich selber prüfen“ ist die Aufgabe für diese Woche, und das ist eine Herausforderung, der sich die meisten Menschen nicht gern freiwillig stellen. Es klingt nach Therapie, Analyse oder „sich selber kleinmachen“. Wir bekommen für diese Wochenaufgabe natürlich wieder einen Bibeltext an die Hand, der uns beim „Selberprüfen“ helfen kann. Er ist vielen Menschen gut bekannt, vor allem dieser Spitzensatz von Jesus ist sprichwörtlich geworden: „Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Bevor Jesus diesen Satz aber sagt, geschieht eine Menge. Beginnen wir also von vorn.
Die Szene spielt im Tempel in Jerusalem. Jesus ist schon früh am Tage
dort und lehrt anscheinend eine sehr große Menge von Leuten. Dann wird
er von einigen dieser Leute vor eine unmögliche Situation gestellt. Man
schleppt eine Frau heran, die beim Ehebruch ertappt wurde. Man stellt die
arme Person in die Mitte der Menge und verlangt von Jesus eine
Bestätigung des Todesurteils, das bereits über sie gesprochen ist.
Ja, die meisten der Umstehenden werden es wissen: Auf Ehebruch steht die
Todesstrafe. Es steht so in Levitikus 20,10: Wenn jemand die Ehe bricht
mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben,
Ehebrecher und Ehebrecherin. Merkwürdigerweise scheint es in
der Szene im Tempel niemanden zu stören, dass hier nicht beide
Delinquenten angeschleppt werden, sondern lediglich die Frau. Die Situation
ist für diese Frau mit Sicherheit unerträglich. Man möchte
sich wünschen, dass Jesus sich sofort um sie kümmert und sie in
Sicherheit bringt. Stattdessen reagiert er ausgesprochen merkwürdig. Er
bückt sich und verweigert sich auf diese Weise vollständig
irgendeiner Konfrontation. Erst als die anderen nicht lockerlassen, steht er
auf und sagt diesen berühmten Satz: „Wer unter euch ohne
Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“
Das ist natürlich genau das, was das Motto dieser Woche beschreibt:
eine Aufforderung, sich selbst zu prüfen. Aber Jesus ist selbst bei
dieser Aufforderung ausgesprochen zurückhaltend und wenig konfrontativ.
Er macht keine Vorwürfe. Er fragt die Leute nicht nach ihren
Sünden. Vielmehr überlässt er es jedem Umstehenden, selbst
etwas zu finden und daraus die Konsequenzen zu ziehen. Jesus verlangt keine
öffentliche Beichte, sondern lediglich, dass alle mit sich selbst
ehrlich umgehen. Und das, was sie an sich selbst entdecken sollen, ist
zunächst nichts weiter, als dass sie gerade selbstgerecht handeln. Es
geht nicht um die Sünden der einzelnen Leute in diesem Moment. Es geht
nur darum zuzugeben, dass man sich hier über jemanden erhebt. Das ist
die Selbsterkenntnis, die Jesus in diesem Moment von ihnen verlangt.
Nehmen wir also diese Chance wahr. Schauen wir nicht gleich auf all unsere
Sünden, sondern auf diese eine: unsere Selbstgerechtigkeit. Für die
Übung in dieser Woche bitte ich Sie also um Folgendes:
Machen Sie eine Liste von fünf Menschen, von denen Sie überzeugt
sind, dass sie Schlimmes getan haben. Die fünf Personen sollten alle
noch am Leben sein. Suchen Sie sich Menschen aus, die Sie möglichst
persönlich kennen und von deren „Vergehen“ Sie wirklich
überzeugt sind. Was diese Menschen getan haben, muss Sie nicht unbedingt
selbst betreffen. Hier ist der Platz für Ihre fünf Kandidatinnen
bzw. Kandidaten:
Nun ordnen Sie diese Personen mal nach der Schwere ihres Vergehens. Seien
Sie ruhig subjektiv. Es ist ja Ihre Liste. Wessen Sünde am
größten ist, der kommt ganz nach oben auf die Liste, die anderen
folgen in der entsprechenden Reihenfolge.
Und nun folgt natürlich die Selbstprüfungsaufgabe. Fangen Sie
mit dem 5. Namen an, und streichen Sie die Namen nacheinander durch, indem
Sie bei jedem Namen laut diesen Satz sagen: „Wer von euch ohne
Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“
Dann fragen Sie sich: Wie schwer ist mir das gefallen? Wie gerecht bin ich
diesen Menschen gegenüber? Wie selbstgerecht bin ich? Und
schließlich: Bei welchem von diesen muss ich tatsächlich etwa tun,
um ihn oder sie von meiner inneren Übeltäter-Liste zu
streichen?
Ich wünsche Ihnen eine gute Selbsterkenntnis, und machen Sie es
dabei, wie Jesus es vorschlägt: Verurteilen Sie sich auch nicht selbst
für das, was Sie entdecken. Lassen Sie Ihren Stein fallen.
Eine gute Woche!
Ihr Frank Muchlinsky
E-Mail: info@7-wochen-ohne.de
Internet: http://www.7wochenohne.de/
Geschäftsführer „7 Wochen Ohne“: Arnd Brummer
Projektkoordination: Frauke Grothe
Technische Realisation: 2007 - 2014: Agentur i-public
Internet: http://www.7wochenohne.de/
Geschäftsführer „7 Wochen Ohne“: Arnd Brummer
Projektkoordination: Frauke Grothe
Technische Realisation: 2007 - 2014: Agentur i-public
....

