Dienstag, 17. September 2013

Einer trage des Anderen Last

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Die Not vor meiner Tür

Wir mussten vor kurzem ziemlich unerwartet umziehen. Natürlich gab es da entsetzlich viel zu tun. Wer zieht schon gern mit seiner Familie, Haustieren und dem kompletten Hausstand mal eben um? Und außerdem bin ich auch noch berufstätig. Eine Verwandte bot mir an, in dieser turbulenten Zeit an einem Nachmittag zwei Stunden auf unsere Tochter aufzupassen. Sie ist Rentnerin und hat viel Zeit.

Der Umzug hat mich enorm mitgenommen. Auch Wochen danach schleppe ich mich recht müde durch die Tage. Denn schließlich muss alles auch wieder ein- und aufgeräumt werden – neben Familie, Haustieren und Beruf. Da treffe ich auf der Straße meine Verwandte. „Du siehst müde aus. Du solltest dich mal etwas ausruhen“, sagt sie zu mir. Ich sehe sie an und fühle mich total verschaukelt!


Wie soll ich das denn machen, wenn mir keiner hilft? Auch sie nicht! Diese persönliche Erfahrung und der Text Lukas 16,19-24  heute machen mir klar: Ich will lernen auf die Menschen vor meiner Tür zu achten. Ihre Bedürfnisse wahrnehmen. Ich will meine Augen nicht vor ihrer in- neren oder äußeren Not verschließen. Ich will merken, wenn andere Hilfe brauchen. Und ihnen im Rahmen meiner Möglichkeiten helfen. Mit Gottes Hilfe.


Dr. Kathrin Grüner

ERF
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Montag, 16. September 2013

Selektive Abtreibung von Mädchen in London: eine Straftat, deren Verfolgung aber „nicht im öffentlichen Interesse“ ist

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(London) Die Abtreibungsärzte, die das Gesetz verletzt haben, das selektive Abtreibung nach dem Geschlecht verbietet, müssen dennoch nicht vor Gericht. Für denCrown Prosecutor Service, vergleichbar der Staatsanwaltschaft auf dem Festland, handelt es sich um ein Bagatelldelikt. Protest kommt sogar von Abtreibungsbefürwortern.
Wenn schon nicht die Abtreibung, so gilt zumindest die selektive Abtreibung nach dem Geschlecht als „politisch nicht korrekt“. Immerhin leben wir angeblich in einer postfeministischen Gesellschaft, in der der Mensch so „gleich“ ist, daß bereits die Geschlechter „aufgelöst“ werden sollen. Jedenfalls hat Frau, zumindest im politischen Schönsprech, offiziell Vorrang und selektive Abtreibung richtet sich vorzugsweise gegen Frauen. Daß die selektive Tötung von Mädchen dennoch nicht nur in Indien und in der Volksrepublik China ein weitverbreitetes Phänomen ist, sondern auch in Europa stattfindet, stellt Großbritannien unter Beweis.
Die selektive Tötung ungeborener Kinder, weil sie Mädchen sind, ist in Großbritannien eine Straftat. Die Strafverfolgung des Verbrechens durch die Einleitung eines Strafverfahrens sei jedoch „nicht im öffentlichen Interesse“. Dies erklärte die britische Gerichtsbarkeit, die offiziell bekanntgab, auf eine Strafverfolgung von Londoner Ärzten zu verzichten, die Abtreibungen aufgrund des Geschlechts vorgenommen hatten. Die Erklärung kommt einem Freibrief für britische Ärzte gleich und damit einer De-facto-Legalisierung der gegen das weibliche Geschlecht gerichteten selektiven Abtreibung.
Für den Crown Prosecutor Service handelt es lediglich um ein “unprofessionelles Verhalten” der Ärzte, das aber nicht zu ahnden sei.
Das Thema Selektive Abtreibung von Mädchen wurde durch Berichte des Daily Telegraph bekannt. Die Beweise, die den Ermittlungsbehörden übergeben wurden, belegen, daß einige Londoner Ärzte bereit sind das Gesetz zu brechen, um den Wunsch ihrer Kundschaft zu erfüllen und ungeborene Mädchen zu töten, weil deren Geschlecht nicht erwünscht ist. Trotz der eindeutigen Beweise, erhob die Staatsanwaltschaft keine Anklage. Die Sache wurde als deontologische Frage heruntergespielt und damit als Bagatelldelikt behandelt.
Die vergangene Woche getroffene Entscheidung des Crown Prosecutor Service löste sogar bei Abtreibungsbefürwortern und feministischen Gruppen Kritik aus. Nicht nur, weil die Staatsanwaltschaft eine Straftat nicht verfolgt, sondern weil sich die Straftat vor allem gegen Frauen richtet.
Der britische Premierminister David Cameron zeigte umgehend Verständnis für die Entscheidung der Staatsanwaltschaft und forderte dazu auf, diese zu respektieren. Cameron betonte die „Unabhängigkeit“ der britischen Justiz. Ganz anderer Meinung sind 50 Unterhausabgeordnete verschiedener Parteien. Sie protestierten in einem Schreiben an den Generalstaatsanwalt gegen das Vorgehen der Staatsanwaltschaft. Mit seiner solchen Straffreistellung würden „die Ärzte über das Gesetz gestellt“. Die Abgeordneten erinnern daran, daß selektive Abtreibung nicht nur eine „professionelle“ Frage der Ärzte, sondern „illegal“ ist. Die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, so die 50 Abgeordneten, sei daher „eindeutig verfassungswidrig“.
Das britische Abtreibungsgesetz von 1967 wollen die Abgeordneten auch nicht in Frage stellen. Sie fordern aber dessen Einhaltung: Die Ärzte stehen „nicht über dem Gesetz und das General Medical Council ersetzt nicht nicht die Gerichte“.
Die selektive Abtreibung von Mädchen erfolgt laut Medienberichten vor allem auf Wunsch von Einwanderern mit oder ohne britische Staatsbürgerschaft. Allerdings seien auch Engländer (wahrscheinlich mit ausländischen Wurzeln - Janis Anm.) darunter.

Katholisches

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»Dann mach doch die Bluse zu!«: Eine Frau kämpft gegen Gender-Wahn und Männer-Hetze

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Gerhard Wisnewski



In ihrem neuen Buch wehrt sich die Journalistin Birgit Kelle gegen »Quoten-Zwangsbeglückung«, die »Diktatur des Feminismus« und »Gender-Wahn«. Während sich andere als schwul, lesbisch, trans-, metro- und bisexuell outen, outet sich Kelle als Mutter und Frau. Und das ist heutzutage mindestens so unerschrocken, wie vor 50 Jahren in einer Bundeswehrkaserne öffentlich zu seinem Schwulsein zu stehen. Das neue mutige Bekenntnis unserer Zeit heißt denn auch nicht: »Wir haben abgetrieben!«, sondern: »Wir haben geboren!«

Wussten Sie schon: An der Universität Leipzig gibt es nur noch Dozentinnen und Professorinnen! Donnerwetter – eine Frauenquote von 100 Prozent? Keineswegs. Sondern stattdessen wurde im April 2013 »beschlossen, einfach nur noch die weibliche Bezeichnung zu führen....auch die Herren Professoren sind jetzt ›Herr Professorin‹«. Das ist aber noch gar nichts. Auf der Websitefrauensprache.com hat man auch das »Vaterunser« politisch korrekt umgedichtet. Das geht jetzt nämlich so: »Oh Du, atmendes Leben in allem, Ursprung des schimmernden Klanges. Du scheinstin uns und um uns, selbst die Dunkelheit leuchtet, wenn wir uns erinnern. Vater-Mutter des Kosmos, oder Atmendes Leben in allem, Namen aller Namen, unsere Identität entwirrt sich durch Dich.« Bescheuert? Irre? Durchgedreht? Vielleicht. Aber während die Irren heute die Gesellschaft prägen, sitzen die Normalen in der Klapsmühle, wie der Fall Mollath eindrucksvoll belegte.


Die Normalen sitzen heute in der Klapsmühle
Die oben genannten Beispiele stammen aus dem neuen Buch der Journalistin Birgit Kelle. Das Werk nimmt seinen Anfang bei der künstlichen Sexismus-Affäre um den FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle, der von einer Stern-Journalistin Anfang 2013 »sexistischer Bemerkungen« beschuldigt wurde. In einem Artikel mit dem Titel »Der Herrenwitz« fiel der Stern-Reporterin Laura Himmelreich am 24. Januar 2013 siedend heiß ein, dass sie von Brüderle ein Jahr zuvor sexuell schrecklich diskriminiert worden sei. In der Nacht vor dem Dreikönigstreffen in Stuttgart im Jahr 2012 soll Brüderle anzügliche Bemerkungen über ihre Oberweite gemacht haben (»Sie können ein Dirndl auch ausfüllen«). Fertig war der »Sexismus-Skandal«. Das nächtliche Bar-Genuschel des FDP-Spitzenkandidaten beschäftigte wochenlang die Talkshows. Für die bekannte Kolumnistin Kelle jedoch ein Anlass, der vermeintlich sexuell Belästigten entgegenzurufen: »Dann mach doch die Bluse zu!« – und ein Buch daraus zu machen.

Schwimmen im zähen Mainstream

Aus dem empörten Ausruf wurde ein 220 Seiten starkes Werk, das sich gewaschen hat. Mutig schwimmt die 38-jährige Kelle gegen den zähen Gender-Mainstream und bietet dem totalitären Feminismus die Stirn. Die vierfache glückliche Mutter holt die schweigende Mehrheit der Frauen ab, die sich angesichts der wider- bzw. allgegenwärtigen Gender-Propaganda inzwischen nicht mehr trauen, sich zu ihrem Mutter- und Frausein zu bekennen: »Ich bin gern Frau, und ich bin gern Mutter«, schreibt Kelle – ein Bekenntnis, das man – pardon: frau! – heute eigentlich gar nicht mehr offen ablegen darf. Aber »es gibt Hunderttausende Frauen wie mich in diesem Land«, schreibt Kelle, »Frauen, die gern Frauen sind, es gern zeigen und das auch nicht ständig diskutieren müssen. Mütter, die gern Mütter sind und wegen der Mutterschaft auch gern mal lange aus dem Beruf aussteigen«. Habe ihr Lebensmotto ursprünglich gelautet: »Bad girls go everywhere!«, habe sie erst von anderen Frauen erfahren müssen, »dass ich mit meinem Lebensentwurf eine gescheiterte Existenz darstelle«. Heute, als vierfache Mutter, sei sie 38 und habe »turbulente, aber auch unfassbar schöne 14 Jahre hinter mir, in denen ich Mutter von inzwischen vier Kindern bin«. Und – ganz verwerflich – »niemand hätte mir dieses Glück vorher beschreiben oder gar anpreisen können; man muss es selbst erfahren«.

Kinder mit selbst gekochtem Essen gefoltert

Ja, man mag es kaum aussprechen: Frau Kelle bekennt sich offen zur feministischen Ketzerei. Aus feministischer Sicht sei sie nämlich eine »traurige Gestalt, die über ihren Kindern gluckt«, sie mittags zu Hause einsperrt und mit »selbst gekochtem Essen« foltert. Grauenhaft! Da ist der Name »Kelle« vermutlich schon Programm. Aber es kommt noch dicker: Auch Männer sind für die Autorin und Vorsitzende des Vereins Frau 2000plus keine Feinde! »Ich mag Männer«, schreibt die attraktive Kelle. Herrje! Beziehungsweise: Frauje! Natürlich sei sie auch schon Männern mit schlechtem Benehmen begegnet, bekennt Kelle unter Anspielung auf die »Brüderle-Affäre«: »Dem stehen jedoch Tausende von täglichen Begegnungen mit Männern gegenüber, die völlig korrekt verliefen.« Kaum zu glauben. »Andererseits kenne ich auch Frauen, die sich nach ein paar Gläsern Alkohol absolut zum Fremdschämen aufführen, vor allem in ihrem Umgang mit Männern.«

Da soll doch gleich die Schwarze Alice dreinfahren! Die Wahrheit ist: Während sich andere als Transe, Zicke, Tucke, Tunte, Bitch, Amazone oder Kampflesbe bekennen, outet sich Kelle als Mutter und Frau. Puh. Ist es schon wieder soweit? Und ob. Mit ihrem Buch markiert Birgit Kelleeinen neuen Frauenaufbruch und reklamiert das Recht der Frauen auf wirkliche Selbstbestimmung – nicht nur das Recht auf Unterwerfung unter den Gender-Wahn. Denn dessen Bild der vielbeschworenen »starken Frau«, die Karriere macht, Männer aus den Jobs verdrängt und nebenher die Kinder in den Hort abschiebt, ist in Wirklichkeit nur das Bild einer »starken Mitläuferin«, »starken Opportunistin« und »starken Ja-Sagerin« – nämlich zu jedem Irrsinn, den ihr der Gender-Mainstream abverlangt.

Das Gruselkabinett des »Gender-Wahns«

Die Autorin Kelle dagegen führt auf ebenso unterhaltsamen wie leicht zu lesenden 220 Seiten durch das ganze Gruselkabinett des »Gender-Wahns« und fordert ihre Geschlechtsgenossinnen schließlich auf, »auf die Barrikaden« zu steigen, damit sie endlich wieder Frau, Mutter und eine echte Partnerin sein können, ohne sich dafür zu schämen. Das Problem ist nämlich schon längst nicht mehr die Emanzipation der Frauen von den Männern, sondern von einem totalitären Feminismus, der Frauen einreden will, sie seien die besseren Männer – wobei letztere sowieso überflüssig seien. Und so »beschweren wir uns jetzt, dass der echte Kerl nur noch schwer zu finden ist«, stellt Kelle fest.

Und das ist logisch. Denn wer Frauen und Weiblichkeit abschafft, legt natürlich auch Hand an die Männlichkeit – so will es nun mal die Dialektik der Geschlechter. Aber »ehrlicherweise können wir die Geschlechterfrage gar nicht lösen ohne den Mann«, so Kelle: »Ohne dass er sich an dieser Debatte beteiligt, seine Standpunkte festlegt, Grenzen verteidigt.« Eben »männlich ist«. Fast klingt das wie ein Hilferuf. Ob der Mann ihn wohl noch hören kann? Ob er aus seinem traurigen Buggyschubser-Dasein noch einmal erwachen kann? Niemand weiß es. Denn wie es die zitierte Dialektik so will, wird mit der Frau und Mutter auch der Mann und Vater zerstört. Dennoch macht das Buch Dann mach doch die Bluse zu! Hoffnung. Denn abseits der ganzen Gender-Propaganda ist es das Buch einer wirklich »starken Frau« – für wirklich »starke Frauen«. Hoffentlich werden es viele lesen.



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Sechs Zeichen für Glutenintoleranz

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(Zentrum der Gesundheit) - Medizinische Tests scheitern oft genug, wenn es um die Feststellung einer Glutenintoleranz geht. Das Ergebnis ist nicht selten negativ, während die Betroffenen weiterhin an einer Fülle von Symptomen leiden und häufig zu Psychosomatikern abgestempelt werden. Leiden auch Sie an einer Glutenunverträglichkeit? Vielleicht ohne dass Sie es wissen? Wir stellen sechs weit verbreitete Symptome vor, die häufig mit einer Glutensensitivität einhergehen, aber gar nicht als solche erkannt werden und infolgedessen falsch oder gar nicht behandelt werden.

Glutenintoleranz – Die unerkannte Qual


Eine Glutenintoleranz kann sich in vielen Symptomen äußern. Meist sind es Verdauungsbeschwerden, oft Kopfschmerzen, häufig Konzentrationsstörungen und nicht selten auch Übergewicht, das sich einfach nicht abbauen lässt. Glutenintoleranz gehört bei den meisten Ärzten leider noch immer nicht zum üblichen Diagnose-Repertoire – obwohl immer mehr Menschen mit einer unerkannten Glutenintoleranz zu kämpfen haben und sich aufgrund der glutenintoleranztypischen Symptomvielfalt mehr schlecht als recht durch den Alltag quälen.


Symptome ohne Grund? – Ein Erfahrungsbericht

Marika litt viele Jahre lang an Verdauungsbeschwerden und bekam die wenig hoffnungsvolle Diagnose Reizdarm, die auf einen Symptomenkomplex hinweist, für den die Schulmedizin weder Ursachen noch Heilmaßnahmen kennt. An eine Glutenintoleranz dachte nie ein Arzt.

Da Marika ausserdem so gut wie nie durchschlafen konnte, häufig  von Migräneattacken heimgesucht wurde, mal hier und mal da Schmerzen verspürte, ohne dass je eine Ursache dafür gefunden worden wäre und sich infolge all dieser körperlichen Beeinträchtigungen eine gewisse Schwermut entwickelte, erhielt sie schliesslich nach einer langen Odyssee von Arzt zu Arzt vor einem knappen Jahr endlich eine Diagnose. Doch lautete sie nicht Glutenintoleranz, sondern Fibromyalgie.

An ihrem Befinden änderte diese Diagnose leider nichts. Marikas Symptome waren nach wie vor da und die verordneten Medikamente (Antidepressiva, Schmerz- und Schlafmittel) wirkten kaum oder nur kurzfristig, brachten ihr im Gegenteil auch noch Nebenwirkungen ein. Wärmebehandlungen, Kälteanwendungen, Moorbäder, AkupressurHydrotherapie, Guaifenesin* u. a. – Marika hat alle bei Fibromyalgie empfohlenen Alternativen durch – ohne Erfolg.

*Guaifenesin ist eigentlich ein schleimlösendes Hustenmittel, das aufgrund einer Theorie eines amerikanischen Arztes in manchen Fällen auch bei Fibromyalgie hilfreich sein soll.

Vor einem halben Jahr dann las Marika in einem Artikel über die möglichen Anzeichen einer Glutenintoleranz. Fasziniert erkannte sie sich selbst in all den aufgezählten Symptomen. Reizdarmähnliche Probleme könnten von einer Glutensensitivität ausgelöst werden, stand da. Außerdem könne Glutenintoleranz bei manchen Menschen zu Migräne, zu DepressionenSchlafstörungen und vielen weiteren Symptomen mehr führen. Von Fibromyalgie war da jedoch nichts zu lesen. Oder doch? Ist Fibromyalgie nicht genau das, was dort beschrieben war? Eine Symptomsammlung ohne bekannte Ursache, die zudem noch bei jedem Betroffenen ganz individuell ausfallen kann?

Sofort ließ sich Marika seinerzeit einen Termin bei ihrem Arzt geben und bat diesen um einen Test auf Glutenintoleranz. Grosse Überzeugungskraft war dazu nötig, weil ihr Arzt zunächst keinen Anlass für einen solchen Test sah. Schließlich ließ er sich jedoch erweichen, und gespannt wartete Marika auf das Ergebnis – voller Hoffnung, endlich dem Spuk ein Ende setzen zu können und bald wieder normal und ohne Beschwerden leben zu dürfen. Dann die Enttäuschung: Negativ, keine Glutenintoleranz.

Auf dem Nachhauseweg entschied sich Marika dennoch dazu, ihre Ernährung umzustellen. Schaden könne es ja nicht, dachte sie sich, wenn sie einfach einmal eine Zeitlang glutenfrei leben würde.

Und in der Tat, schaden tat ihr die glutenfreie Ernährung wirklich nicht. Mehr noch: Marika fühlte sich bereits am dritten Tag mit glutenfreier Ernährung deutlich wohler. Ihr Reizdarm schien sich spürbar beruhigt zu haben. Sie schlief überdies nachts besser, und tagsüber fühlte sie sich geistig wacher und leistungsfähiger. Hatte sie womöglich doch an einer Glutenintoleranz gelitten?

Nach insgesamt vier Wochen hatte sich ihre Verdauung annähernd normalisiert. Und während sie normalerweise fast wöchentlich eine Migräneattacke erlitt, war das im letzten Monat mit der neuen Ernährung nur ein einziges Mal der Fall gewesen – und zwar mit überdies merklich geringerer Intensität. Schmerzen hatte sie nur noch selten und ihre Depression wich aufgrund der plötzlichen Genesung einem erfrischenden Hochgefühl.

Jetzt ein halbes Jahr, nachdem Marika ihre Ernährung umgestellt hat, geht es ihr so gut wie nie zuvor. Migräne hat sie keine mehr. Verdauungsbeschwerden und Schmerzen scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben und ihre Stimmung ist die einer lebensbejahenden Frau.

Produkte mit Weizen oder Gluten rührt Marika noch immer nicht an und dabei wird es auch bleiben. Zu gut sind ihr die undefinierbaren Schmerzen – mal in den Gelenken, dann wieder in der Muskulatur – in Erinnerung geblieben. Auch die Migräne, die schlaflosen Nächte und die Hoffnungslosigkeit nach jedem Arztbesuch lassen sich nicht so leicht vergessen. Marika ist sich sicher, glutenintolerant zu sein.

Wie kann es sein, dass Gluten – ein Proteinkomplex in manchen Getreidearten – zu all diesen Symptomen führt? Und wie kann es sein, dass der Test auf Glutenintoleranz negativ ausfiel, wenn es doch eindeutig das Gluten war, das die Beschwerden verursachte?


Was ist Gluten?

Gluten ist eine Mischung aus verschiedenen Proteinen, die sich nicht nur im Weizen, sondern auch in vielen anderen Getreidearten befinden, z. B. im Dinkel, Roggen, Hafer und in der Gerste. Ebenfalls glutenhaltig sind etliche sog. Urgetreidearten wie Einkorn, Kamut und Emmer.

Für das Getreidekorn ist das Gluten ein Speicherprotein, das im Laufe des Keimprozesses dem Keimling Nährstoffe bereitstellt. In der Backstube des Menschen sorgt das Gluten hingegen dafür, dass das Brot beim Backen schön zusammenhält. Es ist der Kleber. Daher gibt man in Brotrezepte mit glutenfreien Getreidearten oder Pseudogetreidearten regelmässig Bindemittel hinzu, welche die Klebereigenschaften des hier fehlenden Glutens übernehmen sollen.

Zu den glutenfreien Getreidearten gehören die Hirse, der Teff (eine Hirseart) und der Reis sowie die Pseudogetreidearten Quinoa, Amaranth und Buchweizen.

Gluten nun besteht aus zwei Gruppen, den sog. Prolaminen und den Glutelinen. Diese unterscheiden sich geringfügig in ihrer Struktur je nach Getreideart und bekommen dann gleich auch andere Namen.

Die weizentypischen Gluteline werden Glutenin genannt.

Die Prolamine heißen im Weizen Gliadin, im Hafer heißen sie Avenin und im Roggen Secalinin. Und auch diese Stoffe lassen sich jetzt noch weiter unterteilen: Denn es gibt nicht nur ein einziges Gliadin im Weizen, sondern viele verschiedene, nämlich das Alpha-, das Beta-, das Gamma- und das Omega-Gliadin.


Tests für Glutenintoleranz oft sinnlos

Bei den üblichen Tests für Glutenintoleranz wird lediglich nach einem einzigen "Stoff" gefahndet, nämlich nach Antikörpern gegen Gliadin in der alpha- oder beta-Variante. Das Gluten birgt aber viel mehr riskante Stoffe, wie z. B. das Weizenkeimagglutinin, das Gluteomorphin (auch Gliadorphin genannt, das erst bei der Verdauung von Gliadin entsteht), dann das Glutenin und auch das omega- oder gamma-Gliadin.

Jede einzelne oder auch eine Kombination aus diesen Substanzen kann ebenfalls zu Unverträglichkeitsreaktionen führen. Infolgedessen ist es durchaus möglich, auch dann an einer Glutensensitivität zu leiden, wenn der übliche Glutenintoleranz-Test negativ ausfällt.


Glutensensitivität, Glutenunverträglichkeit und Glutenintoleranz – Was ist der Unterschied?

Vielleicht fragen Sie sich an dieser Stelle, was wohl der Unterschied zwischen Glutensensitivität und Glutenunverträglichkeit ist. Und was die Glutenintoleranz damit zu tun hat. Die gute Nachricht ist, dass alle drei Begriffe dieselbe Erscheinung bezeichnen können.

Meist jedoch werden "Glutenunverträglichkeit" und "Glutenintoleranz" als Oberbegriffe für sämtliche Unverträglichkeitsreaktionen verwendet, die im Zusammenhang mit Gluten auftreten können. Hierzu zählen dann sowohl die Zöliakie als auch die Glutensensitivität.

Während die Diagnose der Zöliakie – einer Autoimmunerkrankung – relativ sicher anhand einer Biopsie und bestimmter Blutmarker gestellt werden kann, verhält es sich bei der Glutensensitivität aufgrund oben erwähnter Schwierigkeiten in Bezug auf den Glutenintoleranz-Test nicht ganz so einfach.

Die vielfältige Symptomatik der Glutensensitivität erleichtert die Diagnose auch nicht gerade. Während nämlich die Zöliakie-Symptome recht eindeutig sind (DurchfallBauchschmerzen, Gewichtsverlust, Nährstoffmangel), können bei einer Glutensensitivität auch solche Symptome auftreten, die man auf den ersten Blick nicht mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit in Verbindung bringen würde.

Zu den Symptomen der Glutensensitivität können zwar auch Verdauungsstörungen gehören, doch genauso Kopfschmerzen, Erschöpfung, Schlafstörungen, ein Gefühl des Benebeltseins, KonzentrationsstörungenADHS, ADS, Autismus-Symptome, Stimmungsschwankungen, Schwindel oder ein Übergewicht, das sich trotz aller Bemühungen einfach nicht mehr abbauen lässt.

Beide Glutenunverträglichkeiten können überdies zu (weiteren)Autoimmunerkrankungen führen bzw. solche verstärken. Dazu gehören z. B. die Hashimoto Thyreoiditis (chronische Schilddrüsenentzündung) oder auch die Rheumatoide Arthritis.


Weizenallergie

Der Vollständigkeit halber sei noch die Weizenallergie erwähnt, die häufig Kleinkinder betrifft. Die allergische Reaktion richtet sich hier ausschließlich gegen Eiweiße des Weizens, also nicht unbedingt auch gegen Eiweiße anderer Getreidearten. Eine generell glutenfreie Ernährung kann hier daher nicht in jedem Fall helfen, da Weizen neben Gluten auch noch andere Eiweisse enthält, die allergen wirken können.

Die Symptome der Weizenallergie können jedoch – genau wie bei der Glutensensitivität – sehr unterschiedlich sein und bis hin zu Neurodermitis und Epilepsie reichen.
Die Diagnose erfolgt über den Nachweis entsprechender IgE-Antikörper, die typisch für Allergien vom Soforttyp sind. Hier treten die Symptome meist innerhalb weniger Minuten nach dem Verzehr des entsprechenden Allergens (hier Weizen) auf. Bei der Glutensensitivität hingegen können Symptome auch zeitversetzt, also einige Tage später auftreten, was das Erkennen eines Zusammenhanges umso schwieriger macht – sowohl für den Patienten als auch für den Arzt.


Glutensensitivität betrifft viele Menschen – Nur die wenigsten wissen davon

Während nun eine Zöliakie und auch die Weizenallergie eher seltene Erscheinungen darstellen, betrifft die Glutensensitivität viele Menschen – und die meisten wissen gar nichts davon. Die Gründe dafür haben wir oben bereits genannt: Die Glutensensitivität äussert sich in Symptomen, die genauso zu vielen anderen Krankheiten gehören könnten und die außerdem oft nicht – wie bei einer Allergie vom Soforttyp – direkt nach Glutenverzehr auftreten, sondern auch erst später.

Da ferner die Symptome bei jedem Menschen andere Formen und Ausmaße annehmen können, ist es kaum möglich, allein anhand der Symptomatik hundertprozentig auf eine Glutensensitivität zu schließen.


Sechs Gluten-Symptome

Wir stellen Ihnen nun zunächst sechs häufige Symptome vor, die mit einer Glutensensitivität einhergehen können und geben dann Hinweise, wie Sie sicher gehen können, ob es sich bei Ihnen – falls Sie an diesen (oder auch anderen rätselhaften Symptomen) leiden – um eine Glutensensitivität handelt oder nicht. Manchmal halten sich die Symptome immer nur wenige Stunden. In manch anderen Fällen, bleiben die Symptome über viele Wochen hinweg bestehen und sind damit gar schon chronisch geworden.

1. Verdauungsbeschwerden
Verdauungsbeschwerden gehören zu den häufigsten Symptomen einer Glutenunverträglichkeit. Hierzu gehören Blähungen, nicht abgehende Blähungen, Bauchkrämpfe ohne medizinischen Befund, Verstopfung, Durchfall oder beides abwechselnd. Häufig werden Menschen mit diesen Symptomen – wenn sich mit den üblichen Diagnosemethoden keine körperlichen Ursachen finden lassen – vom Arzt mit der Diagnose Reizdarmsyndrom bedacht.


2. Migräne und Depressionen
Während Verdauungsbeschwerden meist den Verdacht nahe legen, dass die Ernährung an deren Entstehung beteiligt sein könnte, ist das bei Kopfschmerzen und Migräne jedoch selten der Fall. Selbst manche Migräneexperten behaupten, dass ein Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln und einer Kopfschmerzattacke nur auf Einbildung oder falschen Schlussfolgerungen der Patienten beruhe.

Ob es nun Einbildung ist, dass eine Migräne häufig bei jenen Patienten auftritt, die zu Blutzuckerschwankungen bzw. einer entsprechend zuckerreichen Ernährung neigen, bei Patienten, die empfindlich auf histaminreiche Lebensmittel reagieren (reifer Käse, Wein, Räucherfisch etc.) oder bei Patienten, die Koffein nicht vertragen, mag ja – mangels wissenschaftlicher Beweise - bezweifelt werden können. Nicht bezweifelt werden kann jedoch der Zusammenhang zwischen Gluten und Kopfschmerz.

Bereits mehrere Studien belegen hier, dass eine Glutenunverträglichkeit nicht nur ein Problem ist, das im Darm sein Unwesen treibt, sondern vielmehr eine Krankheit darstellt, die zu eindeutigen neurologischen Störungen einschliesslich Kopfschmerz führen kann.

So schreibt beispielsweise Dr. Rodney Ford von der Kinderklinik für Gastroenterologie und Allergien in Christchurch, Neuseeland in seiner Arbeit "Das Gluten-Syndrom: Eine neurologische Krankheit", dass Gluten sowohl bei Zöliakie als auch bei einer Glutensensitivität das Nervensystem schädige und somit neurologische Symptome auslöse. In seiner Zusammenfassung gibt er folgendes an:
Gluten kann aufgrund einer Kombination aus kreuzreagierenden Antikörpern, einer Serumkrankheit und direkter Toxizität neurologische Schäden verursachen. Diese Schäden können sich in einer Regulationsstörung des autonomen Nervensystems, in Zerebellären Ataxien (Bewegungsstörungen, die ihren Ursprung im Gehirn haben), in einer Hypotonie (niedriger Blutdruck), in Entwicklungs- und Lernstörungen (bei Kindern), in Depressionen sowie Migräne und Kopfschmerz zeigen.

Dr. Ford weiter:
Es ist sinnlos, mit Darmschäden und Nährstoffmängeln die Symptomvielfalt der glutensensitiven Menschen erklären zu wollen, wenn doch Gluten der ursächliche Schuldige an diesem Leid ist, das sich "Gluten-Syndrom" nennt.

3. Kribbeln und Taubheitsgefühle in Armen und Beinen
Auch Schwindel, Gleichgewichtsstörungen sowie Schwäche-, Kribbel- oder Taubheitsgefühle in Armen und Beinen weisen auf Störungen im Nervensystem hin und können daher auf eine Glutensensitivität hinweisen.

4. Autoimmunerkrankungen
Selbst Autoimmunerkrankungen – wie z. B. die chronische Schilddrüsenentzündung Hashimoto oder eine rheumatoide Arthritis – können ein Zeichen einer Glutensensitivität sein bzw. sich durch eine solche gravierend verschlechtern. Details zu den Zusammenhängen zwischen Autoimmunerkrankungen und Gluten erklären wir hier: Gluten heizt Autoimmunerkrankungen an.


5. Fibromyalgie
Fibromyalgie ist vermutlich keine Krankheit, sondern ein Symptomenkomplex mit unbekannter Ursache. Ähnlich wie beim Reizdarmsyndrom könnte auch die Fibromyalgiediagnose in manchen Fällen nichts weiter sein als eine Verlegenheitsdiagnose, weil sich eben keine Erklärung für die vorhandenen Symptome finden lässt.

Doch ist es wirklich hilfreich, wenn man Ihnen sagt, Sie hätten Muskel- und Bindegewebsschmerzen? Nichts anderes bedeutet der Begriff "Fibromyalgie". "Fibro" heißt Bindegewebe, "Myo" steht für Muskeln und "Algia" bedeutet Schmerz.

Wie aber würden Sie es finden, wenn Ihre Symptome – wie auch immer man sie nennen mag – nichts weiter als die Folgen einer unerkannten Glutensensitivität wären? Wenn sich Ihre Symptome merklich bessern würden, wenn Sie Ihre Ernährung umstellten? Wenn Sie in Wirklichkeit gar keine Antidepressiva, Muskelrelaxantien, Schmerzmittel etc. bräuchten, sondern aufgrund Ihrer Glutensensitivität viel eher eine glutenfreie Ernährung nötig hätten?

In seiner Dissertationsarbeit aus dem Jahr 2005 an der medizinischen Fakultät der Universität München beschrieb Dr. med. Mario Krause ein Projekt mit Fibromyalgie-Patienten, die eine Eliminationsdiät durchführten und in regelmäßigen Abständen über ihr Befinden berichteten.

Krause schrieb, er sei zu einem solchen Projekt durch frühere Studien zum Chronic fatigue syndrome (CFS – Chronisches Müdigkeitssyndrom) und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie durch die Arbeiten von Eneström motiviert worden. Letzterer habe eine vermehrte IgG-Antikörper-Ablagerung in der Haut von Fibromyalgie-Patienten nachweisen können, so dass man vermuten könne, die Fibromyalgie stehe mit Nahrungsmittelallergien in Verbindung oder werde von diesen zumindest verschlimmert.

Die Schulmedizin hält von einer Verbindung zwischen IgG-Antikörpern und bestimmten chronischen Beschwerden dennoch nahezu gar nichts, ja, sie rät in den meisten Fällen sogar von diätetischen Einschränkungen ab, da diese sinnlos seien.

An Krauses Projekt nun nahmen 68 Patienten teil, die durchschnittlich seit 10 Jahren an einer ärztlich diagnostizierten Fibromyalgie litten. Nach 8 Wochen, in denen sie jene Lebensmittel aus ihrem Speiseplan eliminierten, gegen die man bei ihnen IgG-Antikörper gefunden hatte (= Eliminationsdiät), klagten nur noch 25 % der Patienten an Muskelschmerzen. Zu Beginn der Studie waren es 66 % gewesen. Anfangs schliefen 63 % sehr schlecht, nach 8 Wochen Diät waren es nur noch 22 %. Gelenkschmerzen begleiteten 54 % der Patienten vor der Studie, nach 8 Wochen nur noch 29 %.

Auch sämtliche andere Symptome besserten sich markant, ob Migräne, Depression, Reizblase, Wortfindungsstörungen, Rückenschmerzen, schmerzhafte Regelblutung, kribbelnde oder taube Füße, Tinnitus, trockene Schleimhäute, geschwollene Hände, Füße und Gesicht etc.

Zwar führten die Patienten nicht ausschließlich eine glutenfreie Diät durch, sondern eine Eliminationsdiät, was bedeutet, dass sie auch andere Lebensmittel mieden, die sich im IgG-Test für sie persönlich als problematisch entpuppt hatten. Da jedoch Gluten zu den häufigsten Allergenen zählt, lohnt es sich – insbesondere für Menschen, die keinen IgG-Test machen möchten/können – zunächst einmal mit einer glutenfreien und idealerweise auch einer milchfreien Ernährung zu beginnen.


6. Ständige Müdigkeit

Manche Menschen fühlen sich ständig wie zerschlagen, andere werden regelmässig nach dem Essen hundemüde und sind vorerst zu nichts mehr fähig. Häufig spricht man bei Menschen, deren Alltag von der ständigen Müdigkeit eingeschränkt wird, vom Chronischen Müdigkeitssyndrom (CFS).
Doch bezeichnen viele Alternativmediziner auch dieses Syndrom – genau wie die Fibromyalgie (zu deren Symptomenkomplex ja auch die Müdigkeit gehören kann) – nicht als Krankheit. Schließlich ist CFS (Chronisches Müdigkeitssyndrom) wieder nur die Bezeichnung für einen Zustand und bietet nicht den Hauch einer Ahnung in Bezug auf mögliche Ursachen.

Die ständige Müdigkeit ist übrigens eines jener Symptome, das sich bei Vorliegen einer Glutensensitivität nach der Umstellung auf eine glutenfreie Ernährungsweise am allerschnellsten verflüchtigen kann.

In oben genanntem Projekt waren vor der Ernährungsumstellung 60 % der Patienten tagsüber chronisch müde und 42 % litten an Antriebsschwäche. Nach 8 Wochen bezeichneten sich nur noch 22 % als müde und nur noch 17 % als antriebsschwach.


Leiden auch Sie an Glutensensitivität?

Wenn eines oder sogar mehrere dieser Symptome bei Ihnen vorhanden sind oder zeitweise auftreten und Sie regelmässig glutenhaltige Lebensmittel zu sich nehmen, dann könnten Ihre Beschwerden tatsächlich im Gluten ihren Ursprung haben.

Wie aber können Sie nun herausfinden, ob Sie an einer Glutensensitivität leiden?

Schreiben Sie zunächst jedes einzelne Symptom auf, das Sie an sich beobachten können – sowohl sporadische als auch chronische Symptome. Schreiben Sie wirklich alle Ihre derzeitigen Symptome auf, auch solche, die Sie nicht mit Gluten in Verbindung bringen und die wir hier nicht aufgezählt haben. Schliessen Sie also nicht manche Symptome von vorn herein aus, weil sie andere Ursachen vermuten. Womöglich ist doch das Gluten daran schuld.

Wenn Sie also beispielsweise Rückenschmerzen haben, dann schreiben Sie die Rückenbeschwerden auf Ihre Liste – auch wenn Sie zunächst der Meinung sein sollten, sie kämen nur von ihrer sitzenden Tätigkeit.

Zentrum der Gesundheit



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Der Tod sitzt im Darm

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‚Der Tod sitzt im Darm’ – ein altes Sprichwort, das auf Paracelsus zurückgeführt wird, ist heute aktueller als jemals zuvor, und für Personen mit einer Divertikulitis gilt dies ganz besonders. Denn durch die Ausstülpungen und eventuellen Entzündungen ist der Darm bei diesen Patienten meist sehr stark in Mitleidenschaft gezogen. Trotz allem wird in dem Darm lediglich das Organ gesehen, das als Transport – und Ausscheidungsorgan fungiert und nur den Nahrungsbrei vom Magen bis zum Darmausgang befördert – mehr Funktionen werden ihm meistens nicht zugedacht. Dabei spielt der Darm eine so grundlegend bedeutende Rolle bei der Gesunderhaltung eines Menschen. Denn ist der Darm krank – ist der ganze Mensch krank.

Aber erst wenn der Verdauungsapparat ins Stocken gerät, wird einem bewusst, wie wichtig die Verdauungsorgane für das allgemeine Wohlbefinden sind. Der Darm lässt sich mit den Wurzeln einer Pflanze vergleichen. Steht ein Baum auf schlechtem Boden und kann er über seine Wurzeln nicht die erforderlichen Nährstoffe aufnehmen, kümmert er vor sich hin, und seine Blätter fallen ab. Genauso gut muss sich auch die ‚Pflanze Mensch’ mit Nährstoffen versorgen und über gesunde Wurzeln die nötigen Energien aufnehmen.

Was die Wurzeln für den Baum sind – das ist der Darm für den Mensch. Wird der menschliche Organismus über den Darm nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, kann das sehr gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Ist der Darm geschädigt und kann seine Aufgaben nicht vollständig ausführen, leidet der gesamte menschliche Organismus unter diesem Zustand. Der Verdauungsapparat ist ein wichtiger Indikator für die Gesundheit eines Menschen.

Ist der Darm intakt, fühlt sich der Mensch meistens wohl. Ist der Darm hingegen erkrankt, erschlafft, entzündet, mit Divertikeln oder Geschwüren überwuchert, von einer Dysbiose, Candidainfektion oder durchlässigen Darmschleimhaut betroffen, äußert sich das durch Unwohlsein, Kränkeln und sich einfach nicht gesund fühlen. Wenn sich die Symptome in ganz anderen Körperregionen bemerkbar machen wie beispielsweise durch Juckreiz, Haarausfall und Müdigkeit, wird nur selten die Ursache im Darm gesucht. 

Schädliche Einflüsse wirken sich besonders auf die Darmschleimhaut aus, auf den Zustand anderer Schleimhäute des Organismus sowie auf die Haut. Sie kennen vielleicht die Aussage: ‚Die Haut ist der Spiegel des Darms’. So haben Hauterkrankungen wie Akne, Neurodermitis und Schuppenflechte sehr häufig ihre Ursache in einer gestörten Darmflora. Ganzheitlich arbeitende Mediziner und Kliniken therapieren diese Erkrankungen daher an der Wurzel, indem sie als Basistherapie eine Darmsanierung ins Behandlungskonzept einbeziehen.

Wenn die gesamte Darmoberfläche ausgebreitet würde, ließe sich ein Fußballplatz damit füllen. Tausende fingerförmige kleine Zotten sitzen in der Darmschleimhaut und sind mit Darmbakterien besiedelt, um die Verdauung in Gang zu halten.

Der längste Abschnitt im Verdauungskanal ist der Dünndarm. Nachdem die Nahrung im Magen vorverdaut wurde, ist es die Aufgabe des Dünndarms, die Nahrungsbestandteile zu resorbieren. Dieses geschieht über die Darmzotten des Dünndarms. Die menschlichen Dünndarmzotten sind zwischen 0,5 und 1,5 mm hoch, unterliegen einer ständigen Abnutzung und wachsen bei gesunden Menschen täglich nach.

Zöliakiepatienten wissen am besten, wie wichtig das Vorhandensein von Darmzotten ist. Sie sind lebenslänglich auf eine glutenfreie Diät angewiesen, damit die Darmzotten gedeihen können. Wird diese Ernährung nicht konsequent eingehalten, erleiden sie eine Zottenatrophie, was eine meist komplette Zerstörung der Dünndarmzotten bedeutet. Durch die fehlenden Zotten leiden die Betroffenen unter einem gefährlichen Nährstoffmangel mit dem Risiko für zahlreiche Folgeerkrankungen wie z. B. Diabetes. 

Durch bestimmte Lebensmittel wie z. B. Kuhmilchprodukte können die Darmzotten auch bei Nicht-Zöliakie-Betroffenen stark angegriffen werden. Durch den hohen Kaseinanteil der Kuhmilchprodukte werden die Zotten verklebt und können oft nur als Büschel den Darm verlassen, anstatt als einzelne Zotten abgetragen zu werden. Diese Form der Abtragung führt dazu, dass in der Darmschleimhaut Mikrorisse entstehen, die den Darm durchlässig werden lassen.


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Gluten heizt Autoimmunerkrankungen an

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(Zentrum der Gesundheit) – Autoimmunerkrankungen lassen viele Ärzte noch immer im Dunkeln tappen und Patienten mit vielen Fragezeichen zurück. Eine der häufigsten Störungen des Immunsystems resultiert in der chronischen Schilddrüsenentzündung Hashimoto Thyreoiditis. Für Betroffene hüllt sich der Alltag oftmals in einen nebeligen Schleier: Müdigkeit, Gewichtszunahme, Depression, Haarausfall und Unfruchtbarkeit sind nur einige Beschwerden aus dem Leidenskatalog von Hashimoto-Kranken. Vorreiter der Autoimmunforschung glauben nun, einen wichtigen Schlüssel zu den Ursachen von Hashimoto Thyreoiditis gefunden zu haben: Gluten.

Hashimoto und Gluten
Menschen mit autoimmunen Störungen haben eines gemeinsam: Darmprobleme. Denn im Darm, genauer gesagt im Dünndarm, sind 80 Prozent des Immunsystems lokalisiert. Je schwerer die Autoimmunerkrankung, desto ausgeprägter ist das sog. Leaky-Gut-Syndrom – eine durchlässige Darmwand, die unverträgliche Nahrungspartikel ungehindert aus dem Verdauungstrakt in den Blutkreislauf gelangen lässt.
Ganzheitlich orientierte Mediziner wie Dr. Datis Kharrazian und Chris Kresser aus den USA ziehen nun die therapeutisch hoffnungsvolle Verbindung zwischen einer Glutenunverträglichkeit und der autoimmunen Schilddrüsenentzündung Hashimoto Thyreoiditis. Damit lenken sie die medizinische Aufmerksamkeit auf das Immunsystem, anstatt die Behandlung der Schilddrüse auf eine Hormonersatztherapie zu beschränken.
Autoimmunität – Wenn der Körper sich selbst angreift
Bevor wir uns dem Zusammenhang zwischen der chronischen Schilddrüsenentzündung Hashimoto Thyreoiditis und der Glutenunverträglichkeit zuwenden, wollen wir klären, was Autoimmunität überhaupt ist.
Autoimmunität ist ein Prozess, bei dem unser Immunsystem körpereigenes Gewebe, also den eigenen Organismus angreift. Normalerweise besteht die Aufgabe des Immunsystems darin, uns vor Infektionen mit Bakterien, Viren und Parasiten zu schützen. Dazu produziert das Immunsystem Antikörper, die sich im Blut ansammeln und gegen die Eindringlinge vorgehen, bevor diese uns krank machen können.
Autoimmunität wiederum lässt sich gut mit der Situation vergleichen, wenn nach einer Organtransplantation das fremde Gewebe vom Körper abgestossen wird. Das Gewebe eines jeden Menschen besteht aus individuellen Molekülen, die das Immunsystem als körpereigen erkennt und von fremden Zellen unterscheidet. Wenn ein gespendetes Organ dem Gewebe des Empfängers nicht genügend entspricht, schreitet das Immunsystem ein und zerstört das fremde Organ.
Liegt Autoimmunität vor, spielen sich im Körper ähnliche Prozesse ab wie bei einer Organabstossung. Das körpereigene Gewebe wird vom Immunsystem nicht erkannt und stattdessen – als wäre es ein fremdes Gewebe – von selbst produzierten Antikörpern angegriffen und nach und nach zerstört.
Typische Autoimmunkrankheiten sind die Multiple Sklerose (MS), dieRheumatoide Arthritis, der Lupus (Schmetterlingsflechte), die Vitiligo (Weissfleckenkrankheit), die Zöliakie und die Hashimoto Thyreoiditis.
Hashimoto Thyreoiditis – Eine Autoimmunkrankheit
Hashimoto Thyreoiditis ist also eine Autoimmunstörung, bei der das Immunsystem Antikörper gegen die eigene Schilddrüse richtet. Das Aufspüren dieser Antikörper ist dann auch ein wichtiger Diagnosemarker dieser Erkrankung.
Das Schilddrüsengewebe wird durch den Antikörper-Angriff kontinuierlich zerstört. Die Folge ist sowohl eine chronische Entzündung als auch ein massiver Schilddrüsenhormonmangel, also eine Schilddrüsenunterfunktion.
Die kleine, schmetterlingsartige Schilddrüse befindet sich im vorderen Hals und ist für diverse Stoffwechselvorgänge von grosser Bedeutung. Sie produziert die beiden Schilddrüsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (L-Thyroxin).
Damit die Schilddrüse weiss, wann sie wie viel dieser Hormone produzieren muss, schüttet die Hypophyse (eine erbsengrosse Hormondrüse im Gehirn) das Schilddrüsen stimulierende Hormon TSH aus. Die im Blut zirkulierende TSH-Menge signalisiert der Schilddrüse, ob T3 und T4 gebildet werden müssen oder nicht. Je mehr TSH im Blut vorhanden ist, umso mehr Schilddrüsenhormone benötigt der Körper.
Kann die Schilddrüse aber aufgrund einer Unterfunktion nicht mehr genügend Hormone bilden, dann steigt der TSH-Spiegel immer weiter. Eine Schilddrüsenunterfunktion wird daher nicht nur anhand niedriger T3- und T4-Werte, sondern auch anhand eines erhöhten TSH-Wertes diagnostiziert. Je höher der TSH-Spiegel über den Normwert steigt, umso stärker ausgeprägt ist die Schilddrüsenunterfunktion.
T3 und T4 sind massgeblich für die Steuerung unseres Stoffwechsels zuständig. Ohne Schilddrüsenhormone wäre – bei Kindern – weder geistige noch körperliche Entwicklung möglich.
Bei Erwachsenen behindert ein Schilddrüsenhormonmangel verschiedenste Körperfunktionen. So können sich der Herzschlag und die Hirnleistung verlangsamen ebenso wie die Energieverwertung aus der Nahrung. Zudem wirkt sich ein Mangel an Schilddrüsenhormonen negativ auf die Körpertemperatur, den weiblichen Zyklus und das Gewicht aus.
Die Symptome einer Hashimoto Thyreoiditis sind entsprechend vielfältig: Müdigkeit, Antriebslosigkeit, erhöhte Kälteempfindlichkeit,VerstopfungReizdarmsyndrom, trockene Haut, sprödes Haar undbrüchige Nägel, Heiserkeit, Vergesslichkeit, Gedächtnisverlust, Gereiztheit, DepressionPMS, starke Periode, Gewichtszunahme sowie Muskel- und Gelenkschmerzen zählen zu den häufigsten Beschwerden.
Behandelt wird die Schilddrüsenunterfunktion in der Schulmedizin mit einer Hormonersatztherapie. Hashimoto-Patienten müssen ihr Leben lang künstliche Hormone in Tablettenform einnehmen, um weitere Komplikationen zu vermeiden (u. a. Kropf, Herzversagen, Koma).
Immer lauter wird indes der Appell von integrativen Medizinern an Menschen mit Autoimmunstörungen, sich auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten untersuchen zu lassen. Vor allem das Getreideprotein Gluten steht unter Generalverdacht, bei Hashimoto-Patienten eine destruktive Immunreaktion gegen die Schilddrüse hervorzurufen.
Gluten – Angriff auf das Immunsystem
Gluten ist ein Proteingemisch aus Glutenin und Gliadin, das in Kombination mit Stärke Bestandteil der Getreidesorten Weizen, Dinkel, Roggen, Gerste, Hafer, Emmer, Kamut und Einkorn ist. Weizen enthält mit etwa 50 Prozent am meisten Gluten.1
In Kombination mit Wasser ergibt Gluten eine zähe, klebrige Masse und wird daher auch Klebereiweiss genannt. Dieses Klebereiweiss bildet die ideale Grundlage für das Brotbacken. Für unseren Darm ist es jedoch ein Desaster! In unserem Verdauungstrakt bindet sich Gluten an die Dünndarmwand. Verdauungsbeschwerden und Immunstörungen sind nun vorprogrammiert.
Für industrielle Backprozesse glutenreich gezüchtet, trägt vor allem der moderne Weizen dazu bei, dass immer mehr Menschen von einer Glutenunverträglichkeit betroffen sind, die wiederum mit diversen Folgeerkrankungen in Verbindung gebracht wird. Insbesondere das Gliadin gilt als Hauptverursacher dieser Gesundheitsmisere.2
"Jeder von uns ist mehr oder weniger glutenintolerant"
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass sich bestimmte Gliadin-Komponenten an Darmrezeptoren binden und die dichten Verbindungen der Darmwand zerstören. Diese Verbindungen halten normalerweise die Dünndarmzellen zusammen und verhindern, dass Nahrungsteilchen über die Darmwand in den Blutkreislauf hindurchsickern können.
Zerstört Gliadin die Verbindungen, wird die Darmwand durchlässig. Man spricht vom sog. Leaky-Gut-Syndrom. Unvollständig verdaute Nahrungsbestandteile, aber auch Giftstoffe können jetzt ungehindert in den Blutkreislauf gelangen. Der Körper betrachtet die Eindringlinge als Angreifer. Und wie immer, wenn er sich angegriffen fühlt, fährt er auch jetzt sein übliches Abwehrprogramm ab und beantwortet den "Angriff" mit einer Immunreaktion.
Die Immunreaktion – die bereits im Darm stattfindet – wird mit der Produktion von bestimmten Abwehrzellen (T-Zellen) gegen das bewegliche und an Gewebe gebundene Gliadin eingeleitet. In einer zweiten Immunreaktion entstehen Anti-Gliadin-Antikörper (AGA).
Mit der Zeit führt diese Immunreaktion gegen Gluten zu erheblichen Entzündungsprozessen im Darm und zur gleichzeitig fortschreitenden Zerstörung der Dünndarmzotten. Wer unter chronischen Entzündungen leidet, sollte Gluten deshalb umgehend aus seiner Ernährung streichen. Mediziner wie Daniel Leffler von der Harvard Medical School warnen deshalb nicht nur Zöliakie-Kranke vor Gluten:
Gluten ist für alle Menschen weitgehend unverdaulich. Jeder von uns ist mehr oder weniger glutenintolerant.
Menschen mit erhöhten Anti-Gliadin-Antikörpern haben ein grösseres Risiko, an Lymphkrebs und Autoimmunstörungen zu erkranken, insbesondere aber an der autoimmunen Schilddrüsenentzündung Hashimoto Thyreoiditis.
Gluten erhöht Bedarf an Schilddrüsenhormonen
Eine Studie aus Rom zeigt, dass Hashimoto-Patienten mit Glutenunverträglichkeit für einen TSH-Wert im Normbereich 49 Prozent mehr T4-Hormone benötigen als Patienten ohne Glutenunverträglichkeit.
Nach einer elfmonatigen glutenfreien Ernährung war der T4-Bedarf der glutensensitiven Testpersonen für einen akzeptablen TSH-Wert weitgehend identisch mit demjenigen der Vergleichsgruppe. Diese Ergebnisse verdeutlichen einmal mehr den Zusammenhang zwischen Gluten und autoimmunen Störungen.
Zwar leiden Hashimoto-Patienten nicht automatisch an Zöliakie. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass bei den meisten Betroffenen zum gewissen Grad eine sog. Glutensensitivität vorliegt.
Gluten erzeugt Überreaktion des Immunsystems
Ob nun eine Glutensensitivität vorliegt oder eine ausgereifte Zöliakie, für Menschen mit Autoimmunerkrankungen wie der Hashimoto Thyreoiditis hat eine damit einhergehende übermässige Immunreaktion destruktive Folgen.
Bei bestehender Autoimmunerkrankung ist das Immunsystem ohnehin übermässig aktiv. Mit glutenhaltigen Nahrungsmitteln in der Ernährung befindet sich der glutensensitive Körper in einer dauerhaften Stresssituation. Die stetige Immunreaktion auf die unverträgliche Substanz Gliadin verschlimmert letztlich auch die Autoimmunerkrankung.
Die Ausschüttung von Antikörpern gegen das Glutenprotein entlädt sich aber nicht nur im Darmtrakt und im Schilddrüsengewebe, sondern kann auch in anderen Teilen des Körpers Entzündungen hervorrufen, was die unterschiedlichen Symptome der Glutenunverträglichkeit erklärt.
Während sich glutenbedingte Entzündungen bei manchen Menschen in den Gelenken bemerkbar machen, äussern sie sich bei anderen in Hautstörungen wie Ausschlag und Rosacea. Viele spüren die Entzündungserscheinungen auch im Gehirn, fühlen sich in ihrem Denken benebelt, leiden unter Stimmungsschwankungen,Angstzuständen und Gedächtnisverlust.3
Gluten und die Schilddrüse – Die grosse molekulare Verwechslung
Die doppelte Immunreaktion gegen das Gluten aus der Nahrung und gegen das Schilddrüsengewebe ist der molekularen Ähnlichkeit zwischen dem Proteinbaustein Gliadin und den Schilddrüsenzellen geschuldet.
Wenn Gluten über die durchlässige Darmwand in den Blutkreislauf eintritt, interpretiert das Immunsystem dies als Angriff und schüttet Antikörper aus. Diese Antikörper wehren nun nicht nur das unverträgliche Glutenprotein Gliadin ab, sondern versetzen zugleich das ähnlich strukturierte Schilddrüsengewebe in einen Entzündungszustand, in dessen Folge Gewebe zerstört und die Hormonproduktion gedrosselt wird.
Nehmen Menschen mit einer autoimmunen Schilddrüsenerkrankung glutenhaltige Nahrungsmittel zu sich, steht also postwendend die Schilddrüse unter Beschuss.
Glutenunverträglichkeit – Bluttests sind nicht akkurat
Schilddrüsenpatienten, die sich auf Glutenintoleranz testen lassen wollen, erhalten durch übliche Bluttests leider keine verlässlichen Ergebnisse.
Antikörpertests zielen üblicherweise nur auf einen bestimmten Teil des Glutens ab, nämlich auf alpha-Gliadin. Unbeachtet bleiben diverse andere Glutenbestandteile wie omega-Gliadin, gamma-Gliadin, Weizenkeimagglutinin etc., die gleichermassen für eine Immunreaktion verantwortlich sein können. Bei weniger ausgeprägten Fällen von Glutenunverträglichkeit schlagen Bluttests erst recht fehl und verkennen dadurch bereits aktive Entzündungen im Körper.
Dr. Kenneth Fine, medizinischer Leiter des innovativen Labors EnteroLab, hält Stuhlanalysen für wesentlich akkurater. Mit dieser speziell entwickelten Testmethode auf Glutenintoleranz werden Antikörper ermittelt, die im Darm produziert werden, noch bevor sie in die Blutbahn übergehen.
Fine hat auf diese Weise herausgefunden, dass einer von drei US-Amerikanern glutenintolerant ist. – Ähnlich dürfte die Quote in Europa ausfallen. – Von 10 Personen hätten 8 wiederum die genetische Veranlagung für eine Glutenunverträglichkeit. So seien vor allem Menschen mit HLA-DQ-Genen von einer Gluten-Intoleranz bzw. von Zöliakie betroffen.
Entsprechend können eine falsche Diagnose und verfehlte Ernährungsempfehlungen den Gesundheitszustand von Menschen mit Hashimoto schleichend verschlechtern. Macht man sich in diesem Zusammenhang bewusst, dass glutenhaltiges Getreide wie Weizen in der westlichen Welt Grundnahrungsmittel Nummer eins ist, haben wir es mit einer unterschwellig brodelnden Gesundheitskatastrophe zu tun. Nicht ohne Grund zählt Hashimoto Thyreoiditis zu den häufigsten Autoimmunkrankheiten. Als Hashimoto-Patient lohnt sich deshalb unbedingt ein glutenfreier Selbstversuch.
Hashimoto Thyreoiditis – Wenn das Immunsystem streikt
Eine weitere Schwierigkeit für den klinischen Nachweis einer Glutenunverträglichkeit bei Menschen mit Autoimmunkrankheiten ergibt sich, wenn das Immunsystem schon so geschwächt ist, dass es gar nicht mehr genug Antikörper erzeugen kann. Auch deshalb fallen Glutenintoleranz-Tests bei Hashimoto-Patienten fälschlicherweise oft negativ aus. Die Antikörperwerte können so niedrig sein, dass sie bei Tests gar nicht sichtbar werden, obwohl insgeheim gewebeschädigende Immunreaktionen ablaufen.
Ganzheitlich betrachtet wird Menschen mit autoimmuner Schilddrüsenkrankheit daher empfohlen, Gluten in jedem Fall zu meiden – und zwar unabhängig davon, ob Tests eine aktive Antikörperreaktion zeigen oder nicht. Wer trotz bestätigter Autoimmunerkrankung glutenhaltige Nahrungsmittel zu sich nimmt, zieht sein Immunsystem unnötig weiter in Mitleidenschaft.
Hashimoto Thyroiditis – Glutenfreie Ernährung erforderlich
Da sich sowohl eine Glutensensitivität als auch der direkte Zusammenhang zwischen Hashimoto und einer solchen Glutenunverträglichkeit durch übliche Bluttests schwer nachweisen lässt, stehen Schulmediziner einer glutenfreien Ernährung bei ausgeschlossener Zöliakie häufig kritisch gegenüber. (Zum Unterschied zwischen Glutensensitivität, Glutenunverträglichkeit, Glutenintoleranz und Zöliakie, siehe "Sechs Zeichen für Glutenunverträglichkeit".
Neuere Studien sprechen jedoch eine andere Sprache. Zu offensichtlich ist die Verbindung zwischen Autoimmunerkrankungen (v. a. Hashimoto Thyreoiditis) und einer Glutenunverträglichkeit, als dass man sie ignorieren könnte. Autoimmunexperten wie Dr. Datis Kharrazian raten deshalb insbesondere Menschen mit chronischer Schilddrüsenentzündung zu einer strikten glutenfreien Ernährung als ersten und wichtigsten Schritt, um diese Immunstörung in den Griff zu bekommen. Denn Gluten wirkt bei den meisten Hashimoto-Patienten als starker Initiator für eine Immunreaktion, unabhängig von einer diagnostizierten Zöliakie-Erkrankung.
Erfahrungen zeigen, dass sich die Hormonwerte und die Symptome einer Hashimoto Thyreoiditis bei der Mehrheit der Betroffenen durch eine glutenfreie Ernährung deutlich bessern. Entscheidend ist jedoch die Konsequenz. Ein bisschen glutenfrei leben ist für den Erfolg genauso unrealistisch wie ein bisschen schwanger sein.
Die Immunreaktion, welche durch jeden Verzehr von Gluten ausgelöst wird, kann bis zu sechs Monate andauern. Schon der kleinste Bissen von glutenhaltigen Lebensmitteln bewirkt bei Betroffenen eine lang anhaltende Antikörper-Ausschüttung des Immunsystems gegen das Schilddrüsengewebe und andere Körperzellen. Das gelegentliche Stück Kuchen oder die Pasta beim Italiener machen den therapeutischen Erfolg einer glutenfreien Ernährung schnell zunichte.
Glutenfrei leben im Alltag

Nun mag die besorgte Frage aufkommen, ob es ohne Getreide wie Weizen und Co. nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Fakt ist, dass glutenhaltiges Getreide keine Nährstoffe enthält, die nicht auch über glutenfreie Nahrungsmittel zugeführt werden können. Naturreis,QuinoaHirse, Buchweizen, Amaranth, Süsskartoffeln und Kartoffeln 




Weitere Tipps zu einer glutenfreien Ernährung finden Sie hier:

Fussnoten:

  1. Hier finden Sie eine Übersicht zum dem Thema Gluten: Gluten (PDF)
  2. Weitere Informationen zur Unverträglichkeiten des Weizenglutens finden Sie in unserem Artikel "Volksdrogen Milch und Weizen"
  3. Weitere Gründe für eine glutenfreie Ernährung können Sie hier nachlesen: Gluten vernebelt die Sinne



Zentrum der Gesundheit



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