Montag, 10. Oktober 2011

ANKÜNDIGUNGEN

Dialog der Religionen - was kann er bewirken?


Die Deutsch-Israelische Gesellschaft AG Stuttgart und Mittlerer Neckar lädt am Donnerstag, 27. Oktober 2011 um 19:30 Uhr ins Bischof-Moser-Haus, Wagnerstr. 45, 70182 Stuttgart. Als Referentin ist Barbara Traub M.A., Vorstandssprecherin der Israelitischen
Religionsgemeinschaft Württembergs geladen. Der Anschlag in Utöya hat es grell beleuchtet. Auch in Europa verläuft das Zusammenleben der Religionen nicht ohne Gewalt und Konflikte. Erst kürzlich wurde in Stuttgart ein Junge, der sich als Jude zu erkennen gab, zusammengeschlagen. Die Referentin schildert ihre Erfahrungen aus dem Dialog in Stuttgart und analysiert die Bemühungen Israels, einen Krieg der Religionen zu verhindern. Die Veranstalterin behält sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die bereits in der Vergangenheit durch antisemitische Äußerungen und Hasstiraden gegen Israel in Erscheinung getreten sind, von der Veranstaltung auszuschließen.


Das Ende Israels?
Israel und die palästinensische Staatsgründung. Vortrag und Diskussion mit Stephan Grigat am Donnerstag, 10. Oktober um 19:00 Uhr im Melanchthonianum, Universitätsplatz, Halle (Saale) statt.


Israelbezogener Antisemitismus
Vor dem Hintergrund der deutschen Verbrechen an den Juden wird offener Antisemitismus hierzulande sanktioniert. Dagegen wird Antisemitismus häufig nicht erkannt, wenn er als "Israelkritik" formuliert wird. Wochenendseminar 22.10.2011 und 23.10.2011 Sa 14.00-19.30 und So 10.00-14.00 Mit: Hanne Thoma (Politologin) und Andrés Nader (Amadeu Antonio Stiftung)
Veranstalter: Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung Veranstaltungsort: Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung, 10967 Berlin, Kottbusser Damm 72 Nähe U-Bahnhof Hermannplatz Anmeldung: ha.tho@gmx.de

Wohin steuert die Türkei?
Burak Bekdil referiert über türkische Innen- und Außenpolitik unter Erdogans AKP. Mittwoch, 19. Oktober 2011, 18.30 - 21:00 Uhr (anschließend Empfang), Robert-Koch-Saal, Dorotheenstr. 96, 10117 Berlin. (Karte) Veranstaltung in englischer Sprache. Anmeldung: info@mideastfreedomforum.org. Die Außenpolitik des NATO-Mitglieds Türkei gibt Anlass für Sorgen im Westen. Die Türkei
agiert als "neu-osmanische" Hegemonialmacht. Das Verhältnis zum langjährigen Verbündeten Israel hat sich drastisch verschlechtert, besonders nach dem Gaza-Flotten Vorfall 2010. Burak Bekdil lebt in Ankara und schreibt u.a. für Hürriyet Daily News 

Was nicht in der Süddeutschen Zeitung steht

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Die Brandschatzung einer Moschee in Tuba Zangaria im Norden Israels, hat weltweite Empörung und Abscheu ausgelöst, sogar von der amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton. In der Welt herrschte jedoch weitgehend eisernes Schweigen, als die Schändung des jüdischen Josefgrabes bei Nablus bekannt wurde. Palästinenser hatten es mit Hakenkreuzen beschmiert. Die Verhaftung eines jüdischen Extremisten als mutmaßlicher Täter des Moscheebrandes fand große Beachtung in den Medien, nicht aber die Verhaftung von zwei Palästinensern, die mit einem großen Stein die Israelis Ascher Palmer und seinen zweijährigen Sohn ermordet hatten.  Der Terroranschlag fand vor zwei Wochen nahe Hebron statt. 


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Gemeinsam für Israel

 

 Frieden durch Sicherheit - images/kongress-center-hinweis-neu.jpg   images/english-button.jpg
Sicherheit durch Frieden

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...unter diesem Leitmotiv sind alle Freunde des jüdischen Staates Israel am 23. Oktober 2011 nach Frankfurt am Main zum 
2. organisationsübergreifenden Deutschen Israelkongress herzlich eingeladen! Einlassbeginn ist ab 10:30 Uhr, im Congress Center der Messe Frankfurt, Ludwig-Erhard-Anlage 1. Der eigentliche Kongressbeginn ist um 12:00 Uhr.


„Gemeinsam für Israel“ werden auch in diesem Jahr wieder über 140 Israel-solidarische gesellschaftliche Gruppierungen, Städte, Gemeinden und Städtepartnerschaften in familiärer Atmosphäre zusammenkommen, um ein deutliches Zeichen der Solidarität mit dem Staat Israel zu setzen.

Der Kongress steht unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Zentralrates der Juden in Deutschland, Dr. Dieter Graumann und S.E. Yoram Ben-Zeev, Botschafter des Staates Israel in Deutschland, sowie von Frau Regine Sixt, von der SIXT AG.
 
Die einladenden Organisationen sind sich einig, dass Deutschland einen Beitrag leisten soll, den Jüdischen Staat in seinem Streben nach Frieden und Sicherheit zu unterstützen. Angesichts der bevorstehenden Herausforderung einer möglichen einseitigen Ausrufung eines palästinensischen Staates wollen wir dem Staat Israel mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln auf allen Ebenen zur Seite stehen.

Spitzenredner und Funktionäre aus Deutschland, der EU, den USA und Israel, unter ihnen u.a. Danny Ayalon, Stellvertretender Israelische Außenminister, Ron Huldai, Bürgermeister von Tel Aviv, Mosab Hassan Yousef, auch bekannt als „Grüner Prinz“, ältester Sohn eines Gründungsmitglieds der Hamas und Autor des Buches „Sohn der Hamas. Mein Leben als Terrorist“, David Harris, Präsident des American Jewish Comittee, Boris Rhein, hessischer Innenminister, Dr. Theo Zwanziger, Präsident des DFB und Ralph Giordano, und viele andere, werden über aktuelle politische Geschehnisse zu den Themen Israel, Hamas, Hisbollah und Iran sowie über deutsche Israelsolidarität, über das Israelbild in den Medien, den christlich-jüdischen Dialog, Antisemitismus und Anti-Israelismus sprechen.

Neben politischen Themen liegt diesmal ein Schwerpunkt auf Kultur, Musik und Kunst sowie Wirtschaft, Handel, Wissenschaft und Technologie. In allen Bereichen ist das kleine Israel ein nicht weg zu denkender Global Player. Es erwarten sie viele aktuelle Informationen und Einsichten.
Der Kongress wird natürlich wieder von Künstlern aus Israel und Deutschland musikalisch begleitet. 


Krönender Abschluß des Kongresses wird ein Konzert des weltbekannten Stargastes Dudu Fisher. Freuen Sie sich auf typisch israelische Speisen und Getränke - selbstverständlich kosher!
Ihre Stimme für Israel ist wichtig!

Kommen Sie nach Frankfurt zum 2. Deutschen Israel-Kongress! Wir erwarten Sie und mindestens weitere 2.500 Teilnehmer! Auf dieser Seite können Sie sich direkt anmelden.

Israel braucht Ihre Unterstützung jetzt!



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Sonntag, 9. Oktober 2011

Kluge Worte

Günter Eich  (*1. Februar 1907 in Lebus; † 20. Dezember 1972 in Salzburg, deutscher Hörspielautor und Lyriker)
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Nein, schlaft nicht, während die Ordner der Welt geschäftig sind! 
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Seid mißtrauisch gegen ihre Macht, die sie vorgeben für euch erwerben zu müssen. 
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Wacht darüber, daß eure Herzen nicht leer sind, wenn mit der Leere eurer Herzen gerechnet wird.
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Tut das Unnütze, singt die Lieder, die man aus eurem Mund nicht erwartet!
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Seid unbequem, seid Sand, nicht das Öl im Getriebe der Welt.

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Wenn in der Schule Falsches richtig ist

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"Toa" statt "Tor": Viele Grundschüler lernen mit einer Methode Lesen und Schreiben, bei der auf Regeln verzichtet wird. Pädagogen warnen.


Erst gut einen Monat ist es her, dass die sechsjährige Marie eingeschult wurde. Doch schon nach der dritten Woche führte das Berliner Mädchen stolz vor, was sie schon schreiben kann: „Toa“ und „Rat“ zum Beispiel. Richtig so, lobte die Lehrerin.


Maries Eltern sind ratlos. Sie wissen, dass es korrekt „Tor“ und „Rad“ heißen müsste. Ihrer Tochter dürfen sie das aber nicht sagen. Was er dem Kind antworten solle, wenn es frage, ob das Wort so richtig sei, wollte am ersten Elternabend ein besorgter Vater wissen. Die Antwort der Lehrerin: Er solle dies bejahen - oder „ausweichend“ beantworten. 

„Lesen durch Schreiben“ heißt die Methode, mit der nicht nur viele Grundschüler in Berlin besser Schreiben und Lesen lernen sollten. Sie geht auf den 2009 verstorbenen Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen zurück, der das Konzept Anfang der 70er-Jahre entwickelte und zunächst in der Schweiz erprobte. Die Kinder lernen dabei, zunächst so zu schreiben wie sie sprechen.
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Statt per Fibel Buchstabe für Buchstabe zu lernen und diese dann zusammenzusetzen, nutzen sie dafür eine Anlauttabelle. Ein Wort wird in Laute zerlegt; die Kinder suchen auf der Tabelle anhand von Bildern die ihnen passend erscheinenden Buchstaben und setzen das Wort selbst zusammen.
Aus „Die Schule fängt an“ wird da schnell: Die Schule „fenkt“ an. Korrigiert werden die Kinder von den Lehrern gar nicht oder nur, indem diese gelegentlich das korrekte Wort daneben schreiben.
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Mehr Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche 

Maries Mutter Nina Riefke (Name geändert), Referatsleiterin in einer Bundesbehörde, graut schon jetzt vor dem Moment, wenn ihre Tochter die korrekte Rechtschreibung anwenden muss. „Die Umstellung wird ihr schwerfallen“, fürchtet die 46-Jährige, die bereits einen 21 Jahre alten Sohn hat: „Wahrscheinlich werden wir das als Eltern dann noch intensiver begleiten müssen.“
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Seit 1995 wird Lesen durch Schreiben, kurz LdS, auch an deutschen Schulen verwendet. Seither hat sich die Methode rasant verbreitet, wird inzwischen in allen Bundesländern, wenngleich nicht an allen Schulen, verwendet. In Fachforen schwärmen Lehrer von den Erfolgen, die sie mit dem Konzept hatten. Doch immer wieder warnen renommierte Pädagogen davor: Ihnen zufolge entbehrt die Methode jeglicher wissenschaftlicher Grundlage und bringt mehr Kinder mit Lese- und Rechtschreibschwäche hervor als das Lernen mit der Fibel. 

Das legt auch die „Marburger Studie“ nahe, die 2005 die Effekte verschiedener Unterrichtsmethoden auf den Schriftspracherwerb bei Grundschülern untersuchte. Sie zeigte, dass in der Gruppe, die nach der Methode Rechtschreibwerkstatt von Sommer-Stumpenhorst unterricht wurden, einer Variation von LdS, der Anteil der Kinder mit Lese- und Schreibproblemen deutlich höher war als in zwei Kontrollgruppen.
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Nach einem Schuljahr lag der Anteil der rechtschreibschwachen Kinder in der LdS-Gruppe bei 16 Prozent, nach zwei Jahren sogar bei 23 Prozent. In der Vergleichsgruppe, in der mit der Fibel gelernt wurde, hatten nach dem ersten Schuljahr sechs Prozent der Schüler Probleme mit der Rechtschreibung, nach der zweiten Klasse sogar nur noch fünf Prozent. 

Einer der schärfsten Kritiker von LdS ist Günter Jansen. Als die älteste Enkelin des pensionierten Lehrers und Fachleiters 2005 in einem kleinen Ort in der Eifel mit LdS Schreiben lernen sollte, war Jansen entsetzt. Er begann, akribisch alle Informationen über die Methode zu sammeln und in Form von „Elternbriefen“ auf einer Website aufzuschreiben. „Es gibt keinerlei empirische Grundlage über die Wirksamkeit dieser Methode“, sagt Jansen. Er bestreitet nicht, dass LdS-unterrichtete Schüler zunächst „verblüffende Lese- und Schreibleistungen“ zustande brächten. „Das sind aber nur Scheinerfolge“, sagt Jansen.
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"Eine Karriere als Schulversager"

Der Einbruch komme, wenn die Schüler sich auf die korrekte Rechtschreibung umstellen müssten. Meist ist das in der dritten Klasse der Fall. Weil LdS auch individuelle Rechtschreibeschwächen verdecke, hätten sich Probleme dann schon festgesetzt. „So wird bei vielen Kindern unreflektiert eine Karriere als Schulversager angebahnt.“

Warum sich die Methode dennoch verbreitet, dafür hat Jansen eine einfache Erklärung: „Da sind die Lobbyisten der Verlage am Werk, die mit neuem kostspieligem Unterrichtsmaterial natürlich besser verdienen als nur mit dem traditionellen.“ Auch seien nicht wenige Professoren an der Verbreitung von LdS interessiert, weil sie inzwischen selbst für Verlage Materialen entwickelt hätten oder für diese bei der Herausgabe entsprechender Lehrerwerke als „wissenschaftliche Berater“ tätig seien. 

Jansen investiert täglich mehrere Stunden Arbeit in die Website, die inzwischen über 10.000 Mal pro Monat angeklickt wird. Um auf dem neuesten Stand zu sein, hat er mehrere Tausend Euro in aktuelles Lehrmaterial und wissenschaftliche Neupublikationen investiert.
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Er hat ein Ziel: darauf aufmerksam zu machen, dass es mit der Rechtschreibung, nicht zuletzt dank der vielen „modernen“ Reformpädagogikansätze immer weiter bergab geht. Immerhin: Als seine jüngere Enkeltochter eingeschult wurde, musste sich der Pädagoge keine Sorgen mehr machen. Die Schule hatte die Methode wieder abgeschafft.
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Günter Jansen steht mit seiner Kritik nicht allein. In Internetforen bringen betroffene Eltern ihren Zorn und ihre Verunsicherung zum Ausdruck. „Ich bin sehr enttäuscht und wütend“, schreibt „Dornröschen 2868“ im Forum der Website des Rechtschreibwerkstatt-Erfinders Norbert Sommer-Stumpenhorst. Ihr Sohn habe mit Sommer-Stumpenhorsts Methode gelernt. Nun sei er in der dritten Klasse und könne damit nicht umgehen, dass das, was vorher richtig war, plötzlich falsch ist: „Er ist total durcheinander.“
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"Er benötige nun teuer bezahlte Nachhilfestunden"

Auch sei vor einem halben Jahr bei ihm eine Lese-Rechtschreib-Schwäche diagnostiziert worden. Er benötige nun teuer bezahlte Nachhilfestunden. „Ich bin mir sicher, dass viele der Probleme meines Sohnes auf Ihre Rechtschreibwerkstatt zurückzuführen sind“, schreibt die Mutter empört. „Bei der Auswahl der nächsten Grundschule werde ich mir schriftlich zusichern lassen, dass diese nicht nach Ihrem Konzept arbeitet.“

Monika Krahl kann die Kritik nicht nachvollziehen. Frustriert von den sich wiederholenden Lernproblemen ihrer Schüler, stieß die Grundschulpädagogin auf der Suche nach alternativen Lehrmethoden 1994 auf LdS. Vier Jahre später führte Krahl, Vize-Rektorin einer Grundschule im schwäbischen Horb, die Methode auch an ihrer Schule ein. 13 Jahre später ist sie immer noch davon begeistert. „Die Kindern lernen mit einer ganz anderen Freude das Schreiben, jeder kann nach seinem eigenen Tempo lernen, der Erfolgsdruck der Fibel, bestimmte Buchstaben in einer bestimmten Zeit zu schaffen, ist weg“, sagt sie. 


Die fehlende wissenschaftliche Absicherung der Methode stört Monika Krahl nicht; ihr reicht die Erfahrung, dass ihre Schüler seither besser lesen und schreiben lernen. Angesichts dieser Erfolge seien selbst die anfangs sehr kritischen Eltern schnell „Fans“ des Konzepts geworden.
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In „Reinform“ wird das Konzept von Jürgen Reichen allerdings nur selten unterrichtet. Wenn Lehrer seinen Ansatz nutzen, kombinieren sie ihn, wie Monika Krahl, oft mit anderen Methoden und Materialen. Agi Schründer-Lenzen, Professorin für Grundschulpädagogik an der Universität Potsdam, hält das Prinzip, Kinder zunächst über die Laute die Schriftsprache entdecken zu lassen, zwar für sinnvoll.
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Die Methode Reichen findet sie aber äußerst problematisch: „Der Ansatz ist einseitig, das Konzept nur für das erste Schuljahr angelegt“, sagt sie. „Außerdem wird der Prozess des Lesenlernens dabei nicht unterstützt.“ Vor allem leistungsschwache Schüler könnten bei dieser Methode häufiger Lese-Rechtschreib-Probleme bekommen als bei anderen Konzepten.
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"Fülle von Reformen"

Skeptisch sieht Schründer-Lenzen auch die „Fülle von Reformen“, mit der die Grundschulen derzeit überschwemmt werden. Dazu zählen das jahrgangsübergreifende Lernen oder die jüngste Entscheidung des Hamburger Senats, die Pflicht zur Erlernung der Schreibschrift abzuschaffen. „Es werden ganz viele Reformen eingeführt, ohne an den Schulen die strukturellen Voraussetzungen zu schaffen, diese auch vernünftig umzusetzen“, so das Fazit von Schründer-Lenzen. Denn Reformen erforderten oft mehr Lehrer oder mehr Räume für eine intensivere Arbeit in Kleingruppen. Das aber können die meisten Schulen gar nicht leisten. 

Im Fall von Hamburg bleibt nach Ansicht der Wissenschaftlerin offen, wie der sinnvolle Wiederholungseffekt, den das Einführen der Schreibschrift in der zweiten Klasse mit sich bringt, anderweitig aufgefangen werden kann. „Gerade für die vielen Migrantenkinder in den Hamburger Grundschulen sind solche ‚Übungsschleifen‘ eine gute Gelegenheit, um besser Deutsch zu lernen.“
Grundsätzlich gibt Schründer-Lenzen beim Schreiben- und Lesenlernen allerdings Entwarnung. Die Forschung zeige, dass die nach dem Reichen-Konzept unterrichteten Kinder nach der ersten Klasse die schlechtesten Leistungen zeigten, bis zum Ende des vierten Schuljahrs in der Regel aber wieder aufgeholt hätten. „Ein normal entwickeltes Kind lernt lesen und schreiben - egal, wie es unterrichtet wurde“, sagt Schründer-Lenzen: „Kinder sind da einfach methodenresistent.“



Jani's Anmerkung: 
Ist Deutschland auf den Weg in einen Bildungsnotstand? Oder sind wir bereits mittendrin? - Wir sind mittendrin! Denn nicht kluge Menschen entscheiden, was richtig ist, sondern die Lobbyisten. Und denen geht es bekanntlich nicht um Menschen, sondern um ihr Konto.  
Allerdings versteh ich auch die Eltern nicht. Gut, wir haben natürlich bei der Wahl der Grundschule keine Wahl. Aber trotzdem. Das Sorgerecht - Erziehungsrecht liegt bei den Eltern und nicht beim Staat. Mein Kind wird also erzogen, wie ich es für richtig halte und nicht, was Lobbyisten dem Staat erzählen.
Übrigens - wie sollen Legastheniker bei dieser Methode eine Chance haben? Es gibt doch immer noch ein Problem mit dem Erkennen dieser Lernschwäche an unseren Schulen.
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Samstag, 8. Oktober 2011

Herbst



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Bunt sind schon die Wälder,
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
Graue Nebel wallen,
Kühler weht der Wind.
 
Wie die volle Traube,
Aus dem Rebenlaube,

Purpurfarbig strahlt!

Am Geländer reifen

Pfirsiche mit Streifen

Rot und weiß bemalt.

Sieh! Wie hier die Dirne
Emsig Pflaum¹ und Birne

In ihr Körbchen legt!

Dort, mit leichten Schritten,

Jene goldne Quitten

In den Landhof trägt!

Flinke Träger springen,
Und die Mädchen singen,

Alles jubelt froh!

Bunte Bänder schweben,

Zwischen hohen Reben,

Auf dem Hut von Stroh!

Geige tönt und Flöte
Bei der Abendröte

Und im Mondenglanz

Junge Winzerinnen

Winken und beginnen

Deutschen Ringeltanz.
Johann Gaudenz Frhr. v. Salis-Seewis "Herbstlied" 1782,
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Mittwoch, 5. Oktober 2011

Wir wollen nicht provozieren ...

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Thomas Plaßmann, Wir wollen nicht provozieren: Cartoons über Gott und die Welt. Herder, Aufl. 2009

Jani.... ich habe das hier eingestellt, eben weil ich provozieren will. ;-) Aber wer mich kennt.... rrrrrr

Montag, 3. Oktober 2011

Dat Du Min Leevsten Büst

Gib dich zufrieden

Vergiß es nie - Du bist du

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Tauflied



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Mein Wunsch

Gottes Liebesbrief an Dich

Hab Dank!

Losung zum Erntedankfest 2011






Wohl allen, die auf ihn trauen!
Psalm 2,12 

Jesus sprach zu Petrus:
Ich habe für dich gebeten,
dass dein Glaube nicht aufhöre.
Lukas 22,32


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Ermutigung - Zuspruch - Last?

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Die Ziehung hat folgende Textstelle ergeben
Der Brief an die Römer (Röm) 15, 1 - 3

Wir müssen als die Starken die Schwäche derer tragen, die schwach sind, und dürfen nicht für uns selbst leben. Jeder von uns soll Rücksicht auf den Nächsten nehmen, um Gutes zu tun und (die Gemeinde) aufzubauen. Denn auch Christus hat nicht für sich selbst gelebt, in der Schrift heißt es vielmehr: Die Schmähungen derer, die dich schmähen, haben mich getroffen.

Bibelstelle für Dich

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Sonntag, 2. Oktober 2011

Sieben Sünden unserer Gesellschaft

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von Mahatma Ghandi, 1925

Politik ohne Prinzipien
Wohlstand ohne Arbeit
Handel ohne Moral
Vergnügen ohne Gewissen
Bildung ohne Charakter
Wissenschaft ohne Menschlichkeit
Gottesdienst ohne Opfer

Der Artikel erschien in Young India (22. Oktober 1925); Collected Works of Mahatma Gandhi Vol. 33 (PDF) p. 135


Europe4Christ.de

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Freitag, 30. September 2011

Mediale moderne Hexenjagd gegen Pastorin

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Wir mögen sie. Wir wissen, dass sie keiner Fliege etwas zuleide tun kann. Die Medien behandeln sie wie eine Verbrecherin. Nein halt, jeder Massenmörder erhält größtmöglichden medialen Schutz, wird unkenntlich gemacht, seine Privatsphäre geschützt. Sie, die seit Monaten nicht mehr für PI geschrieben hat, die nichts getan hat, erhält diese Rechte nicht. Sie nicht und die Macher von PI auch nicht. Mit illegalen Methoden werden Anonymitäten aufgedeckt und die Macher von PI an den Pranger gestellt. Die Jounalisten sind dabei Ankläger und Richter zugleich. Und sie haben vor allem ein Opfer: Christine Dietrich!

Es ist eine moderne Hexenjagd, was sich derzeit abspielt. Mit einer Ausnahme: der WELTWOCHE aus der Schweiz. Im sozialistischen Einheitsbrei der Medien nimmt sie eine Ausnahmeposition ein. Wir bringen den ganzen, eigentlch nur Abonnenten zugänglichen, Text, und die WELTWOCHE möge uns verzeihen:
Der Startschuss kam aus Deutschland. Am 14. September brachte die Frankfurter Rundschau einen umfangreichen Artikel über den deutschen Blog «Politically Incorrect (PI)». Unter dem Titel «Im Netzwerk der Islamfeinde» blies das linke Blatt zum Angriff auf die unabhängige und populäre Gegenstimme aus dem Internet. Die Vorwürfe waren massiv. Von «Volksverhetzung» und «Rassismus» war die Rede – beides Straftatbestände. Die Macher des Blogs arbeiteten «hochkonspirativ an der Verteufelung einer ganzen Glaubensgemeinschaft», schrieb die Zeitung weiter. «PI» biete «Gewaltverherrlichern und Rassisten, deren Weltbild dem des norwegischen Massenmörders Anders Breivik ähnelt, ein Forum».
Besonders im Visier stand eine bis dahin unbekannte, unbescholtene junge Frau aus dem Kanton Bern: die reformierte Pfarrerin Christine Dietrich aus der Seeländer Ge­meinde ­Siselen-Finsterhennen. Die angeblich «anti­muslimische Predigerin» nehme im «Netz der Islamfeinde» eine führende Posi­tion ein.
Die fulminanten Vorwürfe wurden in der Berliner Zeitung nachgedruckt und auch von Schweizer Medien wiederholt. «Berner Pfarrerin nimmt im Netz der Islamfeinde eine zen­trale Rolle ein», echote der Tages-Anzeiger. Seither steht Christine Dietrich im Fokus des öffentlichen Interesses.
Was ist dran an den Beschuldigungen? Was hat die Berner Pfarrerin gesagt und geschrieben? Ist sie tatsächlich eine «Islamhasserin», die mit kaum zitierfähigen Beschimpfungen aus der untersten Schublade wie «Talibanfurzer» und «Arschlochbeter» um sich wirft, wie der Tages-Anzeiger suggerierte?
Die Weltwoche hat die umstrittene Pfarrerin besucht. Der Kontrast zur medialen Aufregung könnte kaum grösser sein: Siselen ist ­eine beschauliche Bauerngemeinde im Berner Seeland. Das Pfarrhaus liegt direkt an der Hauptstrasse, von der Kirche bietet sich ein idyllischer Blick auf Mais- und Gemüsefelder. Nur selten fährt an diesem Morgen ein Auto oder ein Traktor vorbei. Das Gebäude hat etwas Schlossähnliches. Es handle sich um ein ehemaliges Kloster, erklärt die Hausherrin später im Gespräch. Pudel Romeo muss derweil im Nebenzimmer warten.
Christine Dietrich ist eine robuste Erscheinung, mit ihrem blondgebleichten Zopf erinnert sie an Frauenfiguren des Berner Malers Albert Anker. Doch der Medienrummel und die massiven Vorwürfe setzen ihr zu. Sie sei «ein bisschen durch den Wind», sagt sie. Man sieht es ihr an.
Für die 36-jährige Pfarrerin steht einiges auf dem Spiel. Die Medienberichterstattung ist das eine, die Reaktion der Kirchenoberen das andere. Am Donnerstag vergangener Woche beschloss der Synodalrat der reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn eine externe Untersuchung gegen Dietrich. Das kommt höchst selten vor und nur bei Verdacht auf schwere Verfehlungen (meist Pädophilie).
Über zwei Stunden dauert das Gespräch mit der angeschossenen Pfarrerin. Was sie sagt, klingt durchaus vernünftig. «Dass ich eine Rassistin und Brandstifterin sein soll, verletzt mich sehr», sagt Christine Dietrich. «Ich bin überzeugt, nie Hass geschürt zu haben.» Ihr publizistisches Engagement verstehe sie als Fortsetzung der «Verkündigung» mit anderen Mitteln. Im Internet könne sie ein viel grös­seres Publikum erreichen als von der Kanzel.
Die Wurzeln ihrer schreiberischen Tätigkeit liegen in der Auseinandersetzung mit Israel. Sie habe festgestellt, dass die Medien oft einseitig und «nicht ganz fair» über den Judenstaat berichteten. Sie bereiste das Land mehrfach, knüpfte Kontakte, führte Interviews mit israelischen Politikern und Intellektuellen.
Mit kaum verhohlenen antisemitischen Untertönen kritisiert die Frankfurter Rundschau diese Verbindungen. Den «PI»-Autoren wirft die Zeitung vor, «sattsam bekannte ‹Islamkritiker› wie Ralph Giordano oder Henry M. Broder» zu kennen. Broder, unter anderem Kolumnist der Weltwoche, hat ein Buch über die westliche Lust am Einknicken und die Selbstzensur hiesiger Intellektueller angesichts der islamistischen Herausforderung geschrieben («Hurra, wir kapitulieren!»). Und er ist Jude. Offenbar reicht das aus Sicht der Frankfurter Rundschau und der Berliner Zeitung, um aus dem Kreis der selbsternannten Wächter der guten und richtigen Gesinnung ausgeschlossen zu werden.
Kritische Fragen offen ausgesprochen
Tatsächlich widerspricht «Politically Incorrect» einigen zentralen Glaubenssätzen des linken bis linksliberalen Justemilieu, in dem sich die Mehrzahl der Journalisten und Intellektuellen in Deutschland wie auch in der Schweiz bewegt. Für die Blogger von «PI» seien Konservative wie Ronald Reagan und George W. Bush nicht a priori Teufel, erklärt Christine Dietrich, auch wenn sie persönlich kein «Fan» von Bush sei. Die USA und Israel halte sie nicht unbedingt für imperialistische Verbrecherstaaten.
Die nüchterne, wohlwollend-kritische Haltung gilt offensichtlich bereits als Sakrileg. Das grösste Provokationspotenzial schöpft «Politically Incorrect» aus seinem Kampf «gegen die Islamisierung Europas». Die Verfassung und die Menschenrechte müssten respektiert werden, sagt Christine Dietrich. Es dürfe keine religiösen Sonderrechte und parallelen Rechtssysteme (Stichwort: «Scharia») geben. Für diese Grundsätze trete sie ein.
Es gehe um die Respektierung der Menschenrechte im Allgemeinen und um die Rechte der Frauen im Besonderen, so Dietrich. Man spürt, wie wichtig ihr das Anliegen ist. In den umständehalber etwas verschatteten blauen Augen meint man ein Feuer auflodern zu sehen. Sie sei zwar keine Feministin, sagt sie, aber wenn die Rechte von Frauen und Kindern verletzt würden, dürfe man nicht einfach schweigen und zuschauen.
Auf palästinensischen Fernsehkanälen konnte sie regelmässig beobachten, wie Kinder zu Terroranschlägen aufgefordert wurden. «Wenn ich gross bin, werde ich Selbstmordattentäter»: Kinder, die solche Liedtexte singen müssten, würden missbraucht, sagt Dietrich. Wer wollte ihr widersprechen?
Dennoch werde es einem als «Hetze» angekreidet, wenn man derartige Unmenschlichkeiten beim Namen nenne. Wer Auswüchse des politischen Islams kritisiere, auf den sause sofort die Rassismus-Keule nieder. Niemandem käme es in den Sinn, Kritiker des Christentums als «Rassisten» zu bezeichnen. Sie habe nichts gegen Muslime, sagt die Pfarrerin, «im Gegenteil»: Unter der Unterdrückung durch den politischen Islam leide «zuallererst die muslimische Bevölkerung selber».
Dass sie neuerdings eine «Extremistin vom Dienst» sein soll, versteht Christine Dietrich nicht. Ihre Position leuchtet ein: Sie hält den sogenannten interreligiösen Dialog nur dann für sinnvoll, wenn kritische Fragen offen ausgesprochen und adressiert werden. Als sie letztes Jahr bei einer Stellvertretung in Grenchen an einer «Nacht der Religionen» teilnahm, bestand sie darauf, nicht nur mit Vertretern der Islamverbände Güezi zu backen. Sie besuchte die albanische Moschee und stellte kritische Fragen. Sie habe aber nur «ausweichende Antworten» erhalten.
Im Nebenzimmer meldet sich Pudel Romeo zu Wort, Christine Dietrich bringt ihm frisches Wasser und etwas zu fressen. Tiere habe sie sehr gern, sagt die Tochter eines Gemüsebauern, die nur zehn Kilometer Luftlinie von Siselen entfernt im freiburgische Kerzers aufgewachsen ist. Sie studierte in Bern, Zürich und Basel, wo sie ihren Mann kennenlernte, ebenfalls einen reformierten Pfarrer. In Altdorf im Kanton Uri hat das Ehepaar im Jobsharing gearbeitet, heute besorgt ihr Mann die Pfarrei in einer Nachbargemeinde von Siselen. Zusammen haben sie einen fünfjährigen Sohn. In ihrer Dissertation befasste sich Dietrich mit dem Asylwesen im Alten Testament. Neben Hebräisch, Altgriechisch und Latein spricht sie auch ein wenig Akkadisch, die Sprache der alten Babylonier.
Erstaunlich an den Anschuldigungen gegen Dietrich ist, dass sie beinahe vollständig ohne Texte und Belege auskommen. In keinem Artikel werden Zitate beigebracht, die ihren angeblichen «Islamhass» untermauern. Eher hinterhältig geht der Tages-Anzeiger vor: Die von ihm zitierten Fäkalausdrücke stammen nicht, wie suggeriert, von Christine Dietrich, sondern aus Leserkommentaren. Kein Medium der Welt wird aufgrund der Qualität seiner Leserbriefe beurteilt, auch nicht der Tages-­Anzeiger. Bei «Politically Incorrect» ist das offensichtlich anders.
Totschlag-Argument Breivik
Wer sich die Mühe macht, Dietrichs Texte zu lesen, wird feststellen, dass sie durchweg harmlos sind. Und auch was andere Autoren schreiben, bewegt sich im Rahmen der verfassungsmässig garantierten Meinungsfreiheit.Die Angriffe der Mainstream-Medien wirken – darin liegt die Ironie der Geschichte – wie ­eine Bestätigung der Raison d’être des unabhängigen Blogs. Die Reaktionen dürften die Macher in ihrem Eindruck bestärken, dass es ihre Stimme braucht. Dass die Attacken gerade jetzt kommen, hat wohl auch mit der veränderten internationalen Grosswetterlage zu tun. Der arabische Frühling und der Massenmord des norwegischen Attentäters Anders Behring Breivik beeinflussen die Diskussion über den Islam und die Kritik an ihm. Politiker halten sich mit klaren Aussagen zurück, selbst gegenüber Fanatikern wie Irans Machmud Achmadinedschad. Und die Tat Breiviks wird dazu missbraucht, jede Kritik am Islam zu diskreditieren.
Das hat auch Christine Dietrich erfahren. «Was er schreibt, sind grossenteils Dinge, die auch in diesem Forum stehen könnten», notierte sie über Breivik. Die Medien versuchten, ihr einen Strick aus dem Satz zu drehen. In Tat und Wahrheit ist er Ausdruck einer radikalen Selbstkritik. Die «Bösen», schreibt Dietrich, seien «nicht immer nur andere»: «Wir dürfen uns vor lauter Auf-andere-mit-dem-Finger-Zeigen nicht unserer Eigenverantwortung entziehen.» Es sei die Pflicht der Blog-Gemeinde, «die Schuld nicht zuerst bei anderen zu suchen, sondern den Angehörigen unser Beileid auszusprechen».
Das sind Worte, wie man sie von einer Pfarrerin erwarten darf, überlegt, mitfühlend, selbstkritisch. Die mediale Aufregung erweckt den Eindruck einer Hexenjagd, die mit den Realitäten wenig zu tun hat. Während die ­Bevölkerung die Probleme mit dem Islam wahrnimmt, werden sie von Journalisten als Hirngespinst abgetan und pathologisiert ­(«Islamophobie»). Auf den Gipfel treibt es der Spiegel: «Ist ‹PI› ein Fall für den Verfassungsschutz?», fragt er in der aktuellen Ausgabe. Damit wäre der Spiess umgedreht: Diejenigen, die den demokratischen Rechtsstaat verteidigen wollen, werden zu dessen Feinden erklärt.
Würden die Medien ihrer vornehmsten Aufgabe gerecht, nämlich kritisch über Politik und die Schattenseiten der Zuwanderung zu berichten, würde es Blogs wie PI gar nicht geben. Andererseits gäbe es dann auch nicht so ein schönes Opfer…

Jani's Kommentar ... Den Text bitte verbreiten !!!! Es kann jeden kritischen Kopf treffen und wenn dieser dann auch noch Christ ist....

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Mittwoch, 28. September 2011

Schuldenkrise: Christlicher Ökonom kritisiert Politik

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Wuppertal (idea) – Scharfe Kritik an der Politik im Zusammenhang mit der Finanz- und Schuldenkrise hat der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Werner Lachmann (Roth bei Nürnberg) geübt.

„Hätten die Staaten und die Europäische Zentralbank zu Beginn nicht eingegriffen, wäre die Krise schon längst vorbei.“ Weil die Politik aber meine, die Krise meistern zu können, verlängere sie ihren Verlauf und ihr Ausmaß, sagte der Vorsitzende der Gesellschaft zur Förderung von Wirtschaftswissenschaften und Ethik in einem Interview mit dem christlichen Wirtschaftsmagazin „Faktor C“ (Wuppertal). Lachmann erinnerte daran, dass die erste wirtschaftliche Depression 1920/21 in den USA deshalb rasch vorbeigegangen sei, weil sich der damalige US-Präsident Warren G. Harding (1865-1923) geweigert habe, staatliche Rettungsmaßnahmen zu ergreifen. Damit habe man den Marktkräften die Chance gegeben, die Krise zu überwinden. Lachmann: „Überspitzt könnte man deshalb formulieren: Politiker lösen keine Probleme – sie sind das Problem.“ 

Überschuldung heizt Finanzspekulation an
Der Wirtschaftsprofessor weist ferner auf den Zusammenhang von staatlicher Überschuldung und Finanzspekulationen hin. Der Staat schaffe mit seinen Schulden Geld, das Anlagemöglichkeiten suche, etwa in Finanzpapieren. Deswegen hätten Spekulationen mit solchen Papieren einen viel höheren Stellenwert als noch vor 20 oder 30 Jahren. „Das ganze Auf und Ab an den Börsen, das Glücksspiel im Wertpapierhandel, die Spekulationsblasen an den Märkt werden gefördert durch die massive Staatsverschuldung“, so Lachmann. Banken werde mit Steuermitteln und neuen Schulden geholfen, da man sie nicht einfach pleite gehen lassen könne. „Hier müssten endlich Gegenmaßnahmen ergriffen werden und zum Beispiel das Bankgeschäft von den spekulativen Investmentgeschäften getrennt werden“, fordert der Ökonom. Dann würden nach seinen Worten nur die Einlagen geschützt, nicht aber das Geld von Spekulanten. 

„Wucherverbot“ in der Bibel
Lachmann zufolge handeln auch Privatpersonen bei der Aufnahme von Krediten teilweise unverantwortlich, würden manchmal aber auch unseriös beraten. Schon die Bibel warne davor, über die eigenen Verhältnisse zu leben und für andere zu bürgen: „Sie nennt das unklug.“ Lachmann vertrat ferner die Ansicht, dass es in der Bibel kein pauschales Zinsverbot gebe. Das Alte Testament sage nur: „Wenn dein Bruder – also dein israelischer Volks- und Glaubensgenosse – in Not ist, sind Zinsen nicht erlaubt. Du darfst seine Notlage nicht ausnutzen.“ Nach den Bibeltexten sollte man präziser von einem Wucherverbot sprechen: „Und das gilt natürlich bis heute.“


Quelle

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Dienstag, 27. September 2011

Und nach uns das Nichts ?

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 von Christa Meves

Die Eltern sind die Versager - so schallt es heute einmal wieder von den Dächern, nachdem es sich nicht mehr verdrängen lässt, dass die Zahl der seelisch gesunden, kraftvollen, einsatzbereiten jungen Erwachsenen bedrohlich klein geworden ist und Suchtanfälligkeit aller Art unter den Jugendlichen grassiert. 10 % der Hauptschulabgänger sind für den Arbeitsprozess überhaupt nicht mehr vermittelbar! 

Aber es ist billig, den Eltern allein die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben. Wie groß ist die Fülle der Schwierigkeiten, mit denen sie heute zu kämpfen haben! Wer hilft ihnen bei der schwer gewordenen Kindererziehung? Wie bläst der Familie der Gegenwind des Zeitgeistes ins Gesicht! Was alles soll - von ihm unangefochten - bewältigt werden! 

Die Hirnforschung mahnt bereits für die Säuglinge und Kleinkinder full-time-action für die Eltern an: Persönliche Zuwendung, Ansprache und Beschäftigung sei nötig, sonst entfalte sich das Gehirn nur unzureichend. Die Medienforscher warnen einhellig vor undifferenziertem Fernsehkonsum und aggressiven Videospielen - vor Reizüberflutung und unbekömmlicher Beeinflussung. 

Den Kindern Grenzen zu setzen, wurde zu lange als "autoritär" verteufelt und lässt wildwüchsigen Egoismus geradezu wuchern. Auch die Schule glaubte viel zu lange sich der Sorge um die Disziplin im Klassenzimmer entheben zu dürfen und erntete im Verein mit so belehrten Eltern eine Kindergeneration, die viel zu unruhig und oft auch nicht leistungsfähig genug ist, wie die Pisa-Vergleichsstudien bewiesen hat. 

Die Gossensprache - in den 70er Jahren mit viel Medienanstrengung hoffähig geworden - hat, nach dem lange vorherrschenden analen Grundtenor, jetzt dem sex-getönten den Vorzug gegeben. Mütter und Lehrerinnen als "Nutten" und "Huren" zu bezeichnen gehört ebenso zum Alltag wie Entsprechendes für männliche Bezugspersonen... Die Erziehung zur Respektlosigkeit, zu rücksichtsloser Selbstdurchsetzung als erstrebenswerte Prämissen jugendlichen Verhaltens hat sich viel zu breit gemacht. Mehr als 50 % der Lehrer halten deshalb ihre Berufstätigkeit nicht bis an die Pensionierungsgrenze durch. 

Das hat oft sehr viel zu tun mit der Diskrepanz zwischen der Schulunlust der Jugendlichen und der Elternangst, ihre Kinder könnten schulisch auf der Strecke bleiben. Erbarmungslos fordert unsere Leistungsgesellschaft das Abitur als Garanten des Ansehens, was dazu geführt hat, dass in Deutschland pro Jahr Hunderte Millionen Euro für Nachhilfestunden ausgegeben werden. Ohne Schulsorgen mit mehreren Kindern die Schulzeit zu überstehen, fordert den Eltern hellhöriges Dazwischen-Sein ab; denn das Zensurensystem mit den obligatorischen, sich vor den Zeugnissen zusammenballenden Klassenarbeiten ist zu konkurrierendem Disstress entartet. Aber es ist nicht dieser Druck allein, der auf Eltern und Lehrern lastet. 

Wie vieler, oft vergeblicher Anstrengung der Eltern bedarf es, ihre Kinder vor all den lauernden Verführungen im Jugendalter zu bewahren, vor all den Angeboten tödlicher Gifte und vor den inner- und außerschulischen Indoktrinationen durch esoterische, sektiererische, marxistische, satanistische, atheistische oder zu Sexualsucht führenden Einflüsterungen! Und bei diesem täglichen Kampf gegen Schlammfluten trifft die Eltern dann auch noch das abschätzige Lächeln der Karrieristinnen, die sich in flotter Voraussicht mit so etwas Überforderndem wie Familie gar nicht erst eingelassen haben. 

Aber es wäre klüger, darüber nachzudenken, wie sie zu unterstützen, wie die Kinder zu beschützen seien; denn ohne eine hinreichende Zahl von gesundem Nachwuchs werden die Politiker - welcher Couleur auch immer - weder das Arbeitslosen-, noch das Rentenproblem, weder die zu hohen Krankenkosten noch die Zahl der Sozialhilfeempfänger nachhaltig dezimieren können.


Es ist der Zeitgeist der Beliebigkeit, der unsere Kinder leichtfertig orientierungslos werden lässt. Niemand steht es an, die Eltern als Versager zu beschimpfen, solange man die Mütter als "Nur-Hausfrauen" diffamiert und die Väter als viel zu wenig anwesend anklagt, jede Einschränkung kindlicher Selbstbezogenheit als "Machtmissbrauch" der Eltern verteufelt und sie dann mit dem verwöhnten, immer respektloser, immer aggressiver werdenden Nachwuchs allein lässt. 

Eltern brauchten umfängliche verantwortungsbewusste Unterstützung durch die Gesellschaft, damit ihnen eine Erziehung der Kinder zu kraftvoller Menschlichkeit gelingen kann - durch die Medien, durch den Staat, durch die Schule, durch gezielt orientierenden Einsatz der Kirchen -, um den Eltern ihre Überforderung von den Schultern zu nehmen. Hier muss von Grund auf saniert werden. Vor allem muss die ideologische Fehlvorstellung aus dem Gefieder, dass der Mensch sich von allein zu anständigem, liebevollen Menschsein entfaltet. "Tugend will ermuntert sein, Bosheit kann man schon allein"**, hat uns der kluge Humorist Wilhelm Busch bereits vor 150 Jahren ins Stammbuch geschrieben. Kinder wollen phasenspezifisch gekonnt geführt sein, so wie es ihre seelischen und geistigen Wachstumsbedingungen erfordern - sonst geht die Zukunft verloren!


** ... denn der Mensch ist schlecht von Geburt an. Seiner Gier ist er unterworfen. Werteorientierte Erziehung braucht's von Anfang an - Erziehung und Liebe. Der Eckstein Europas war einmal Gott. Ohne Ihn zerfällt alles.
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Sonntag, 25. September 2011

Samstag, 24. September 2011

Ökumene - Enttäuschte der Papst die Protestanten?

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Die Erwartungen der Evangelischen an den Papst waren hoch. Doch dieser erfüllte die Hoffnungen zum großen Teil nicht.

Auf den Kirchenfenstern im Augustinerkloster sind Maria und der Heilige Martin zu sehen. Sie haben schon auf Martin Luther heruntergeschaut, der hier vor dem Altar kniete und betete, als er noch Mönch war. An diesem Freitag, 500 Jahre später, schauen Maria und der Heilige Martin auf den Papst hinunter. Für Luther war der Papst der „Antichrist“. Jetzt steht Benedikt XVI. hier am Altar und feiert zusammen mit Luthers Nachkommen eine Andacht. Zuvor haben der Papst und eine Delegation der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) eine halbe Stunde lang miteinander gesprochen, auf ausdrücklichen Wunsch des Papstes wurde der Begegnung mehr Zeit im Reiseprogramm eingeräumt.

Benedikt würdigte den Mönch Luther als tiefgläubigen Menschen. Doch dann, bei der gemeinsamen Andacht, erteilte er den Evangelischen eine Ohrfeige.

Was hat der Papst gesagt?
Benedikt XVI. ist fast zu Ende mit seiner Rede, da spricht er das „ökumenische Gastgeschenk“ an, das „verschiedentlich“ von seinem Besuch erwartet worden sei. Er spielt damit auf die Hoffnung von evangelischer Seite an, er werde Anstöße geben, wie es in strittigen Fragen der Ökumene weitergehen könne, etwa in der Frage eines gemeinsamen Abendmahls. Ein solches Gastgeschenk zu erwarten, sei ein „politisches Missverständnis des Glaubens und der Ökumene“, sagt der Papst. Schließlich sei er nicht als Staatsoberhaupt gekommen, es gehe im Verhältnis von evangelischer und katholischer Kirche auch nicht um Verträge, wie sie zwischen Staaten ausgehandelt würden. „Der Glaube der Christen beruht nicht auf einer Abwägung unserer Vor- und Nachteile“, sagt Benedikt. „Ein selbst gemachter Glaube ist wertlos. Nicht durch Abwägung von Vor- und Nachteilen, sondern nur durch ein tieferes Hineindenken und Hineinleben in den Glauben wächst die Einheit.“ Damit macht er deutlich: Mit ihm als Papst wird es in naher Zukunft keine konkreten Fortschritte in der Ökumene geben.

Dabei hatte der Vormittag hoffnungsvoll begonnen. Bei dem Treffen im Kapitelsaal sagte der Papst, dass es ihn „immer neu trifft“, wie sehr Martin Luther die Frage nach einem gnädigen Gott umgetrieben habe. Diese Frage treibe auch ihn um. Zur Freude der Protestanten erinnerte Benedikt auch an die „großen ökumenischen Fortschritte der letzten Jahrzehnte“. Diese Gemeinsamkeiten dürften nicht verloren werden.Die beiden Kirchen hätten auch viele gemeinsame Aufgaben in der Welt, etwa in der Entwicklungs- und Sozialpolitik, beim Schutz des menschlichen Lebens, beim Kampf gegen die Säkularisierung. Darüber hinaus könnten Fortschritte in der Ökumene aber nur gelingen, wenn man sich gegenseitig helfe, „tiefer und lebendiger zu glauben“.

Wie haben die Vertreter der evangelischen Kirche reagiert?
Auch Nikolaus Schneider, EKD-Ratspräsident, und Katrin Göring-Eckardt, Präses der EKD-Synode, betonten die gewachsenen Gemeinsamkeiten zwischen den Kirchen. Sie sprachen, vorsichtig und freundschaftlich, auch von ihrer Hoffnung und Sehnsucht nach weiteren Annäherungen. In den vergangenen Jahren hatte die evangelische Seite gern den Begriff „Ökumene der Profile“ benutzt, um die Unterschiedlichkeit der Konfessionen auszudrücken. Schneider schlug am Freitag einen anderen Ton an und sprach von der „Ökumene der Gaben“, in der sich die unterschiedlichen „Charismen“ der beiden Kirchen „ergänzen und einander erhellen“. Er warb dafür, in Luther ein „Scharnier“ zwischen beiden Religionen zu sehen. Göring-Eckardt begrüßte den „lieben Bruder Papst Benedikt“ und beschrieb Luther als Suchenden, der aufgebrochen ist, weil er „Macht ohne Liebe, Glaube ohne Freiheit, Angst ohne Ausweg“ hinter sich lassen wollte. Er habe eine Freiheit gefunden, die in Gott wurzelt und auch dem Papst nicht fremd sein könne. Sie sei zuversichtlich, dass die beiden Kirchen „zum richtigen Zeitpunkt“ gemeinsam und füreinander den Tisch decken werden, sagte Göring-Eckardt in Anspielung auf ein gemeinsames Abendmahl, das heute noch nicht möglich ist.

Die schroffe Rede des Papstes über das „ökumenische Gastgeschenk“ kam bei Vertretern der evangelischen Kirche als „Ohrfeige“ an, auch wenn das keiner offiziell so sagen wollte. Man habe „sehr ernsthaft, tief und geschwisterlich miteinander gesprochen“, sagte Nikolaus Schneider hinterher. „Aber wichtige Fragen bleiben ungeklärt.“ Nach Jahrhunderten erbitterter Feindschaft stehe die „freundschaftliche Ökumene“ eben erst am Anfang. Deutlicher wurde der Berliner Bischof Markus Dröge: Der Papst habe keine weiterführende Perspektive aufgezeigt, sagte er der Katholischen Nachrichtenagentur. Zugleich habe ihn die Äußerung vom politischen Missverständnis im Zusammenhang mit der Ökumene „irritiert“. Politische Kompromisse seien einseitig negativ ausgelegt worden. Es gehe in der Ökumene aber um ein gemeinsames theologisches Ringen.

Was hat das Verhältnis zwischen evangelischer und katholischer Kirche in den vergangenen Jahren geprägt?
Auf dem II. Vatikanischen Konzil in den 1960er Jahren hat die katholische Kirche beschlossen, nach der Einheit mit der evangelischen Kirche zu suchen. Das war der Durchbruch. 1980 gab Johannes Paul II. bei seinem ersten Deutschlandbesuch den Anstoß, das Gespräch weiter zu vertiefen. 1999 veröffentlichten die beiden Kirchen eine gemeinsame Rechtfertigungslehre, in der sie bekräftigten, dass dem Menschen Heil allein aus Gottes Gnade zuteil wird, unabhängig davon, was er auf Erden erreicht hat. Doch dann veröffentlichte die römische Glaubenskongregation unter Vorsitz von Joseph Ratzinger das Dokument „Dominus Jesus“, in dem der evangelischen Kirche abgesprochen wird, Kirche im vollen Sinn zu sein. In der Folge kühlte sich das ökumenische Klima ab.

Zu den konfessionellen Unterschieden gehört unter anderem, dass die Protestanten den Papst nicht als Stellvertreter Christi anerkennen, ein anderes Amtsverständnis haben und dem Abendmahl eine andere Bedeutung beimessen, als es die Katholiken tun.


cicero online

Jani's Anmerkung ...  da ich Protestantin bin, fühle ich mich genötigt, zu antworten. Nein und nochmals nein, ich bin nicht enttäuscht. Denn das würde ja voraussetzen, dass ich irgendwelche Erwartungen gehegt hätte.

Da wiederum stellt sich mir die Frage, welche Erwartungen das hätten sein sollen. Auch bin ich niemand, der sich anbiedert. Ganz im Gegenteil, solch Verhalten widert mich an. Wer ist der Papst, das wir Protestanten ihn so wichtig nehmen? Wollen wir auch einen Papst haben? Oder wollen wir ihn haben? Wollen unsere Bischofe mehr Macht analog der RKK haben?

Denn immerhin funktioniert  das Wesen unserer Kirche (ganz biblisch) von unten nach oben - im Gegensatz zu Römisch-Katholisch. Der Machthebel sitzt dort oben. Eben nicht biblisch. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es auch in unseren Kirchen Bestrebungen einiger gibt, dem nachzueifern. Gott bewahre uns davor - so wie Er uns bisher bewahrt hat.

Und wer jetzt in meine Worte hineininterpretiert, ich wäre gegen Katholiken, dem muß ich eine Absage erteilen. Mitnichten bin ich gegen sie. Denn ich meine, dass es in beiden Kirchen Christen gibt und dass beide Kirchen einander bedingen. Sozusagen als Korrektiv der jeweilig anderen. Denn zuoft hat uns die Geschichte gezeigt, was passiert, wenn Macht in einer Hand liegt.   
Ich mein: Haben wir nicht wichtigere Aufgaben? Wichtigere, als uns immer nur, um uns selbst zu drehen?  Was zusammengehört, kommt zusammen. Haben wir doch endlich einmal Vertrauen zu Gott, denn Er wird es schon richten. Unsere Aufgabe dabei? Von Gottes Liebe erzählen!

Digital naiv, neoliberal und gefährlich

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Alle haben die Piraten lieb, sympathisch sind sie und vielleicht ein wenig unbedarft. Aber kaum ein Wähler hat in deren Programm geschaut. Dort finden sich neben allgemeinen Floskeln und allerlei Unsinn auch Forderungen, die zeigen, Piraten sind längst nicht so selbstlos, wie sie sich geben. Im Kern sind sie eine neoliberale Partei. Ein Kommentar
 
Eines ist toll an den Piraten: Sie liefern Journalisten so schöne Metaphern. Jetzt haben sie also das Abgeordnetenhaus in Berlin „geentert“ – johoho, und ne Buddel voll Rum. Seltsam: Neoliberale Klientelparteien sind doch eigentlich gerade auf dem absteigenden Ast. Denn dies sind die Piraten im Kern. Ihr Hauptziel ist es, im Internet ungestört auf Kaperfahrt gehen zu können, mit möglichst wenig Regeln und ohne großes Bedauern für die, die nicht mitkommen.

Ein buntes Völkchen sind die Wähler der Piraten. Laut Infratest Dimap liefen neben vielen Nichtwählern vor allem Grüne, Linke und Sozialdemokraten zur schwarzen Fahne über. Ob die wissen, wen sie da gewählt haben?

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil, Parteiprogramme zum Beispiel. Im Programm der Bundes-Piraten stehen drei große Kapitel zu Urheberrecht (weitgehend abschaffen), Patentwesen (dito) und digitale Kommunikation (für alle zugänglich machen) im Mittelpunkt und damit drei Kernthemen einer Technokratenpartei. Dafür stellen sich die Berliner Piraten mitten ins Leben. Ihr Grundsatzprogramm beginnt mit dem Recht auf Rausch.

Richtig ist, die Piraten durchpflügen politische Gewässer, die andere Parteien sträflich vernachlässigen. Gleich das Kapitel ihres Programms ist „Mehr Demokratie“ überschrieben. Wenn die Existenz der Freibeuter-Partei einen Sinn hat, dann den, Bürgerrechtsliberale jeglicher Couleur an alte Werte zu erinnern: den Schutz der Freiheit des Einzelnen und seiner unveräußerliche Rechte sowie eine Demokratie, die diesen Namen verdient. Da legen die Segler unter schwarzer Flagge das Enterbeil in eine klaffende Wunde der Parteiendemokratie – um die Metapher mal so richtig auszukosten.
Anders sieht es in der Wirtschafts- und Sozialpolitik aus. Diesen Themen widmen sich die Jungpolitiker nur in einem winzigen Kapitelchen weit hinten. Es trägt die Nummer elf und beschränkt sich auf die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen für alle. Nun muss man kein Marxist sein, um zu wissen, dass Nachdenken über die Gesellschaft zwecklos bleibt, wenn man die materielle Basis ausblendet. Aber offenbar sitzt auf diesem Auge die schwarze Piratenklappe und verhindert den Durchblick.

Oder ist es vielleicht doch eher so, dass – Datenschutz hin, Grundeinkommen her – die Politik der Piratenpartei auf die Durchsetzung eigener Interessen gerichtet ist und auf einen Markt, der alles regelt? Das Berliner Wahlprogramm ist denn auch geprägt von der Forderung nach Deregulierung und freiem Wettbewerb. Einzig mit ihrer Kritik an der Privatisierung der Berliner Versorgungsbetriebe setzen sie einen kurzen anderen Akzent. Sonst geht es um Sonderprobleme der digitalen Bohème, um mehr Urbanität für die Kreativwirtschaft oder die Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft in der Industrie- und Handelskammer. Das klingt nach Klientelpflege vom Feinsten – das immerhin können die 

Nachwuchspolitiker schon... Sind die Piraten also doch nicht so selbstlos, wie sie vorgeben? Steckt in der Piratenpartei ein neoliberaler Kern?

Bundeschef (oder metaphernmäßig Piratenkapitän) Sebastian Nerz kennt die Erklärung dafür, warum so viele vor allem junge Menschen (bei den unter 34-Jährigen 15 Prozent) ihr Kreuzchen bei den Freibeutern setzten: „Die Menschen vertrauen den etablierten Parteien einfach nicht mehr.“ Es mag sein, dass es für dieses Misstrauen den einen oder anderen Grund gibt – aber welchen gibt es denn, der Piratenpartei zu trauen?

Der Berliner Landesvorsitzende Gerhard Anger rief am Wahlabend aus: „Wir sind jetzt die stärkste liberale Partei in Berlin.“ Früher gab es eine Partei, die füllte den Begriff „liberal“ mit deutlich mehr Inhalt als Straflosigkeit für Raubkopierer oder Freiheit für Finanzjongleure. Wenn die Piraten sich nun an der FDP messen, spricht das Bände über den desolaten Zustand der Freidemokraten. Aber was sagt dies über die Newcomer im Parteiensystem?

Kein FDP-Kandidat hätte es gewagt, wie der Berliner Spitzenkandidat der Piraten, Andreas Baum, die Schulden der Stadt im Wahlkampf bagatellisierend mit „viele, viele Millionen“ zu beziffern. Die Piraten taten dies anschließend als kleine Schwäche ab und haben anschließend, „um zu zeigen, dass Piraten kreativ mit ihren Bildungslücken umgehen“, eine Schuldenuhr als Smartphone-App programmiert. Die zeigt nun völlig korrekt viele, viele Milliarden Euro, konkret knapp 64.

Technisches Können soll also mangelndes Verständnis ausgleichen. Aber Baums Panne zeugt weniger von geringer Sachkenntnis, sondern vor allem von der mangelnden Bereitschaft, sich mit den Themen Finanzen und Schulden überhaupt auseinanderzusetzen. Der moderne junge Großstadtmensch will im Internet nicht nur kostenlos auf alle Inhalte zugreifen können, er will auch umsonst mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Allen Kreativen soll die Stadt Räume oder Flächen für ihre Arbeit zur Verfügung stellen. Das ist letztlich nur konsequent, denn für die Rechte an den Werken, die sie schaffen, soll im Internetzeitalter schließlich niemand mehr bezahlen.

Wie diese Wohltaten finanziert werden, ist den Piraten offenbar egal. Nach den Schlagworten Steuern und Finanzen sucht man im Programm der Partei vergeblich. Allein, wie will denn jemand ernsthaft parlamentarisch mitarbeiten, der seine wichtigsten Hausaufgaben nicht macht?

Immerhin hat Spitzenkandidat Baum sich, wie er am Wahlabend stolz erzählte, vor der Wahl schon einmal auf die Besuchertribüne des Abgeordnetenhauses begeben. Dort dürfe man nicht twittern, „das können wir dann ja gleich mal ändern“. Als wäre das das größte Problem der Hauptstadt. Es ist reichlich unbedarft zu glauben, man müsse nur Transparenz herstellen, dann werde in Staat und Verwaltung alles gut. Fast möchte man meinen, die Piraten und ihre Anhänger wären nicht Digital Natives, sondern digitale Naive.

Eine Männerveranstaltung sind sie außerdem. Fünfzehn Namen haben die Piraten auf ihrer Landesliste stehen, alle 15 wurden ins Abgeordnetenhaus gewählt. Nur eine Piratin ist darunter; selbst die CSU hat eine bessere Frauenquote. Sie wollen ihre Lernprozesse in einem Internet-Blog mit den Wählern teilen, so „Sendung-mit-der-Maus-mäßig“, sagt der Neu-Abgeordnete Christopher Lauer. Man mag das sympathisch finden.

Oder auch gefährlich. Würden die Berliner an die Piraten denselben Maßstab anlegen wie an andere Parteien, dann sollten sie nicht milde schmunzeln, sondern sich ernsthaft Sorgen um ihre Hauptstadt machen. Mal angenommen, die Piraten regieren irgendwann mit. Mal angenommen, dann reicht das Geld vor lauter urbaner Kreativität nicht mehr für Kindergärten und Schwimmbäder. Wahrscheinlich hängt dann an den verrammelten Türen ein Schild, so Sendung-mit-der-Maus-mäßig: „Das war – piratisch.


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