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Freitag, 4. Dezember 2015

Der Lackmustest zur Unterscheidung von Wunsch und Wirklichkeit

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Der Schmeichler und der Egoismus

von Quentin Quencher  






Wenn ich in diesen Zeiten in die Presse schaue, Nachrichten aus dem Fernsehen über mich ergehen lasse, dann drängt sich mir immer wieder die Figur des Schmeichlers aus Ellias Canettis »Komödie der Eitelkeit« in den Sinn. Von einem totalitären Regime sind alle Spiegel verboten worden um die Eitelkeit zu bekämpfen, und schmeicheln wird zum Bestandteil der Umgangsformen. Die Menschen wissen nicht wirklich wie sie aussehen, es gibt keine Spiegel mehr in denen sie sich betrachten können, und das Geschäftsmodell des Schmeichler beruht nun darauf, den Leuten in den schönsten Formulierungen zu erzählen, wie sie aussehen würden. Bestimmte Branchen, wie die Frisöre, erleben einen Boom, auch weil sie geradezu zwangsläufig ihren Kunden erzählen müssen wie diese aussehen. Selbst überprüfen können die Ihr Äußeres nicht mehr, es gibt ja keine Spiegel mehr, auch Fotografien sind verboten.

Hier und heute, jetzt in Deutschland also, könnten die Menschen in den Spiegel schauen, sie wollen es aber nicht mehr, sondern lieben es umschmeichelt zu werden. Wir sind ja so gut, wir retten das Klima, ja die ganze Welt, wir schaffen das. Geschäftstüchtig wie die Medien sind, erzählen sie den Leuten was sie hören wollen, schmeicheln sich bei ihnen ein. Wunschbilder entstehen, diese möchte man bestätigt wissen und die Schmeichler übernehmen diese Aufgabe.

Nein, wir haben nicht nur eine Medienkrise, sondern auch eine der Gesellschaft, die nicht mehr bereit ist den Realitäten ins Auge zu sehen, und sich lieber umschmeicheln lässt. Dabei sind die Medien nicht die Ursache dieses verzerrten Selbst- und Wunschbildes der Deutschen. Sie, die Medien, folgen nur einem Bedürfnis der Gesellschaft nach Sinnsuche, und da diese nicht mehr in den Traditionen oder in den Mythen des eigenen Volkes statt findet, entsteht ein neues deutsches Gutmenschentum. Die Sinnsuche mäandert im Wunschbild.

Der Realitätsverlust der Deutschen hat ursächlich mit dieser schief gelaufenen Sinnsuche zu tun. Man schaut nicht mehr in den Spiegel, um zu erkennen wer man ist, wie man aussieht, sondern konstruiert sich ein identitätsstiftendes Wunschbild, was von den Schmeichlern kräftig unterstützt wird. Diese neue Identität der Deutschen steht aber auf ganz wackeligen Füßen, sie hat den Lackmustest zur Unterscheidung von Wunsch und Wirklichkeit noch nicht bestanden, der nun in Form von Völkerwanderungen auf uns zukommt.


Mythen und Traditionen, auf die man meinte verzichten zu können, sind auch tradierte Geschichte, gemachte Erfahrungen die unterschwellig transportiert werden und dabei Teil der Identität werden. Das Wunschbild des neuen guten Deutschen, sein neues Bild seiner Identität, ist noch nicht durch die Stürme der Zeit und der Realitäten gegangen, es hat noch keine Bewährungsprobe bestehen müssen, bei der es auf praktische Verwertbarkeit getestet, und dabei angepasst und zurechtgeschliffen wurde. Es ist zu befürchten, wenn die Gesellschaft an ihrem Wunschselbstbild fest hält, sie daran zerbrechen wird. Der Lackmustest mit den Flüchtlingen ist nämlich nur ein Anfang, vielleicht werden wir wieder kämpfen müssen. Nicht nur um Werte und Ideale, sondern in Form einer Selbstverteidigung ums Erreichte. Also aus ganz egoistischen Zielen heraus.


Spätestens dann sind die Schmeichler arbeitslos. Egoismus passt nicht zum Selbstbild des neuen deutschen Gutmenschen, der es sich so lange verweigerte in den Spiegel zu schauen, sich lieber umschmeicheln ließ. Doch so langsam dämmert es den Deutschen, dass sie einem Trug- oder Wunschbild aufgesessen sind, eines das nur der Phantasie entsprungen war und vom Schmeichler verstärkt wurde. Er ist eben auch nur ein Egoist, der Schmeichler, der uns erzählt wie wir gerne aussehen wollen. Der Schmeichler ist egoistisch und erzählt uns, wir wären es nicht. Wie konnten wir nur diesen Widerspruch übersehen?






Achse des Guten
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