Dienstag, 12. Oktober 2010

Der „Jahrhundertfund“ von Jabne und Bibeldruck in China

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Stuttgart. Vom spektakulären Fund von Jabne in Israel berichtet Professor Dr. Wolfgang Zwickel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Bibelreport“.

Seit 2002 ist der Dozent für Altes Testament und Biblische Archäologie an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz an den Ausgrabungen und den wissenschaftlichen Auswertungen der einstigen Philistersiedlung beteiligt. Er spricht von einem „Jahrhundertfund“, der möglicherweise erstmals wieder ernsthaft zulasse, die Herkunft der Philister zu untersuchen. Ein weiteres Thema im Bibelreport ist das 25. Jubiläum der Amity-Bibeldruckerei im chinesischen Nanking.


Die Archäologen kamen zu den Funden in einer sogenannten Favissa, einer Grube für nicht mehr in Gebrauch befindliche Kultgegenstände. Nach Angaben von Professor Zwickel fand man dort allein 2005 125 kleine Tempelmodelle. Die Modelle hätten etwa die Größe eines Schuhkartons und griffen auf Motive der Kanaanäer, Israeliten und Judäer zurück. Einige Motive zeigten Löwenfigurinen, Bullen oder auch nackte Göttinnen. In 120 Jahren archäologischer Forschung zuvor habe man insgesamt nur etwa 30 Tempel- oder Hausmodelle gefunden.

Die Ausgrabungen in Jabne leitete Dr. Raz Kletter von der Israelischen Antikenverwaltung. Die Tempelmodelle wie auch die Funde kultischer Schalen und Schüsseln datieren Experten auf das neunte oder achte Jahrhundert vor Christus, die Königszeit in Israel. „Ein vordringliches Ziel zukünftiger Forschung muss es sein, herauszufinden, ob es auf dem Hügel, auf dem die Grube angelegt wurde, weitere Reste eines Kultbetriebs gibt“, schreibt Professor Zwickel. Dies sei mit Hilfe von Georadar zumindest ansatzweise auch ohne Ausgrabungen möglich. Der „Bibelreport“ behandelt das Thema Biblische Archäologie in einer Jahresserie.

Außerdem berichtet die Zeitschrift über das 25. Jubiläum der Amity-Bibeldruckerei in Nanking. Die Druckerei entstand in einer Kooperation des Weltverbandes der Bibelgesellschaften und dem Chinesischen Christenrat. Träger ist die Amity-Stiftung. Inzwischen wurden rund 70 Millionen Bibeln in China gedruckt. Im Mai 2008 eröffnete die Druckerei einen neuen Komplex, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Die Jahreskapazität beträgt jetzt bis zu zwölf Millionen Bibeln. Die Druckerei wird unter anderem durch Spendenmittel der Aktion Weltbibelhilfe der Stiftung Deutsche Bibelgesellschaft unterstützt. An der Feier des Jubiläums in Schanghai nahm Dr. Dietrich Bauer (Bad Boll) als Mitglied des Verwaltungsrats der Deutschen Bibelgesellschaft teil.

Der „Bibelreport“ wird von der Stiftung Deutsche Bibelgesellschaft (Stuttgart) herausgegeben und erscheint viermal im Jahr. Die Zeitschrift berichtet über Themen rund um das „Buch der Bücher“. Ein Schwerpunkt ist die weltweite Arbeit der Bibelgesellschaften für die Verbreitung und Übersetzung der Heiligen Schrift.

Mehr Informationen

www.dbg.de

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