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Montag, 30. November 2015

Gefährlich, zu zeigen, daß man Christ ist“

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Paris nach den Attentaten: „In den Banlieues ist es gefährlich, zu zeigen, daß man Christ ist“


(Paris) Spätestens seit den Unruhen von 2005 ist der französische Begriff Banlieue in allen europäischen Sprachen zum Synonym für ein städtisches Problemviertel geworden. Unter Problemviertel werden Stadtteile mit einem hohen Anteil an Einwanderern, Arbeitslosigkeit, Sozialhilfeempfängern, Drogenkonsum, Kriminalität und Moslems verstanden. Die Banlieues haben seit 2005 nicht abgenommen, sondern sich weiter ausgebreitet.
Eine französische Armeeangehörige hat Paris vor zwei Jahren verlassen, um ihrem kleinen Sohn eine bessere und sichere Umgebung bieten zu können. Sie lebt heute in Norditalien. Dort führte das Monatsmagazin Il Timoneein Interview mit ihr. Teil des Phänomens der Banlieue-Ausbreitung ist ein Gefühl der Einschüchterung und eine auf vielfältige Weise erfolgende Einschränkung der Meinungsfreiheit. Um anonym zu bleiben, wurde der ehemaligen Armeeangehörigen der Name der personifizierten französischen Nationalallegorie „Marianne“ gegeben.
„In Paris kann jemand, der dort geboren wurde, wirklich nicht mehr leben. Der Pariser kennt gewisse Dynamiken und weiß, daß es ein Kampf ohne Ende ist“.
Warum haben Sie Frankreich verlassen?
Marianne: Ich wurde in Paris geboren. Ich habe dort studiert. Schon als ich klein war und die Schule besuchte, bin ich inmitten von Gewalt aufgewachsen. Auf dem Nachhauseweg mit der U-Bahn erlebte ich immer wieder äußerst gewalttätige Zusammenstöße. Oft waren die Beteiligten bewaffnet. Es ist für den Staat sehr schwierig, all die Gewalt zu überschauen und noch schwieriger, sie unter Kontrolle zu halten. Ich habe mich eigentlich nie sicher gefühlt. Als ich wußte, Mutter zu werden, war ich noch Armeeangehörige und diente bei einer Blauhelmeinheit mit UNO-Auftrag. Ich kehrte gerade von einem anstrengenden Einsatz an der Grenze zwischen dem Libanon und Israel zurück. Der nächste Einsatz sollte mich an die Elfenbeinküste führen. Da habe ich beschlossen, meinen Dienst zu wechseln. So kam ich im Landesinneren zum Einsatz. Daraus erwuchs der Entschluß, mein Kind in einer besseren und ruhigeren Gegend aufwachsen zu lassen, als ich sie kannte. Mein Wunsch war es, meinem Kind ein Leben als Kind zu ermöglichen.
Was können Sie uns über die Banlieue erzählen?
Marianne: Ich wurde in einer Sondereinheit zum Bürgerschutz eingesetzt. Dazu gehörte die Bekämpfung von Gewalt und Drogen. Ich habe ein intensives Jahr mitten in Paris durchgemacht. Die Bewohner der Banlieues haben aus den Wohnblocks auf uns geschossen, warfen Fernseher, Mikrowellenherde und Waschbecken aus den Fenstern. Ich wurde mehrere Male verletzt. Es ist für die Polizei und die Armee sehr schwierig, in die Problemviertel am Stadtrand von Paris zu gehen, erst recht sie zu kontrollieren.
Haben Sie auch religiös motivierte Gewalt erlebt?
Marianne: Ja, während des ganzen Einsatzes.
Welche Art von Zusammenleben zwischen den Gläubigen der verschiedenen Religionen haben Sie in Frankreich erlebt?
Marianne: Da in Frankreich die Laizität gilt, herrscht Diskretion. Es ist nicht empfehlenswert, die eigene Religion zu zeigen. Wird das eingehalten, verläuft alles verhältnismäßig ruhig. Dadurch wurde der christliche Glauben aus dem öffentlichen Raum verdrängt. In den Banlieues hingegen ist es aus einem ganz anderen Grund besser, nicht zu zeigen, daß man Christ ist. Dort herrscht ein ganz anderes Klima. Dort hat der Islam das Sagen.
Wie haben Sie Ihren katholischen Glauben in Frankreich gelebt?
Marianne: Ich bin seit zweieinhalb Jahren praktizierende Katholikin. Das hat für meine Lebensentscheidungen eine entscheidende Rolle gespielt. In Italien lebe ich meinen Glauben frei. Kein Vergleich zu Frankreich. Ich gehöre dem Dritten Orden der Franziskaner an. Den Glauben frei und in brüderlicher Gemeinschaft leben zu können, verändert das Leben. Hier bin ich geschützt. Mein Sohn ist inzwischen fünf Jahre alt. Ihn mit der Kirche aufwachsen zu lassen, ist das schönste, was ich ihm nach nach dem Leben geben konnte.





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