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Freitag, 25. März 2016

Kinder narzisstischer Mütter

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Narzisstische Mütter haben die Angewohnheit, ihre Kinder für ihre Zwecke zu instrumentalisieren. Sie erkennen ihre Kinder nicht in ihrer Veranlagung, ihrem wahren Wesen und mit ihrem inneren Reichtum. Die unerwünschten Persönlichkeitsanteile ihrer Kinder blenden sie einfach aus und behandeln sie als reine Objekte, die dem Idealbild der Mutter zu entsprechen haben. Die Kinder werden dabei von den eigenen Wahrnehmungen und Gefühlen, die im Widerspruch zu  den Anforderungen der Mutter stehen, innerlich zerrissen und geraten in eine Orientierungslosigkeit.


Die narzisstische Mutter nutzt die Abhängigkeit der Kinder zur Befriedigung ihrer narzisstischen Bedürfnisse aus. Die Kinder sind für sie nur die Erweiterung ihrer eigenen Persönlichkeit. Sie betrachtet ihre Kinder ganz selbstverständlich als ihren Besitz, über den sie nach Lust und Laune verfügen kann. Die Kinder sind aus ihr hervorgegangen, sie sind Teil ihres eigenen Fleisches, sie hat sie ausgetragen und somit auch erschaffen. Sie betrachtet ihre Kinder nicht als eigenständiges Wesen, sondern als einen Teil ihrer selbst. Die narzisstische Mutter glaubt, ein lebenslanges Recht an ihren Kindern zu besitzen.


Sie formt die Kinder ganz nach ihrer Idealvorstellung

In erster Linie will sie sich mit gut erzogenen, gebildeten, leistungsfähigen und erfolgreichen Kinder selbst aufwerten. Jeder soll sehen, was sie für einmalige Geschöpfe in die Welt gesetzt hat, wie brillant ihre Erziehung und ihr Vorbild gewesen sein muss, wenn so außergewöhnliche Menschen daraus hervorgehen. Für narzisstische Mütter sind die Kinder nur ein weiteres kostbares Prestigeobjekt, um ihre Grandiosität unter Beweis zu stellen.

Dafür nimmt sie durchaus sehr viele Entbehrungen in Kauf. Sie organisiert den Alltag für die Kinder, sie bringt sie zur Schule, putzt sie heraus, macht mit ihnen Hausaufgaben, spricht mit Lehrern über den aktuellen Leistungsstand und mit Eltern der Freunde über das Verhalten ihrer Kinder. Das Nachmittagsprogramm wird umfangreich verplant. Der Tageskalender der Kinder wird überschüttet mit sportlichen, musischen, kulturellen oder anderen Veranstaltung, die sie fortwährend in Bewegung halten. Dafür erwartet sie nicht nur von anderen Menschen Bewunderung für die Tatsache, wie sie sich für ihre Kinder aufopfert, sondern sie erwartet dieselbe Bewunderung auch von ihren Kindern.

Diese enorme Erwartungshaltung wird sie niemals ablegen. Wer aus Ihrem Schlund entspringt, wem sie das Leben geschenkt hat, der wird ihr ein Leben lang etwas schuldig bleiben.

Die Kinder werden idealisiert und nicht so gesehen, wie sie sind. Die narzisstische Mutter spricht ihren Kindern Eigenschaften und Verhaltensweisen zu, die diese gar nicht haben und die allein ihrer idealisierten Vorstellung entspringen. Die Mutter glaubt, auf diese Weise ihr eigenes als unzureichend empfundenes Ich zu vervollständigen und somit ihr inneres Defizit füllen zu können. Die Kinder dienen ihr dabei als eine konstante und jederzeit verfügbare Quelle von Bestätigung und Bewunderung. Da die Kinder ihr bedingungslos ausgeliefert sind, kann sie ihre Macht über die Kinder grenzenlos ausleben.


Nur nützliche Kinder sind gute Kinder

Die narzisstische Mutter akzeptiert nur die Eigenschaften und Verhaltensweisen an ihren Kindern, die ihr dienlich sind und nützlich erscheinen. Die aus ihrer Sicht unerwünschten Eigenarten ihrer Kinder empfindet sie als einen Störfaktor, der schleunigst eliminiert werden muss. Autonomiebestrebungen der Kinder werden im Keim erstickt, wenn notwendig bestraft und mit der Erzeugung von Schuldgefühlen nachhaltig belastet. Jede Zuwiderhandlung gegen die Anweisungen und Vorstellungen der narzisstischen Mutter wird von ihr als eine verletzende und vorsätzliche Aktion oder sogar als hinterlistigen Verrat empfunden. Eine narzisstische Mutter scheut sich  nicht davor, durch Zwangsmaßnahmen wie Hausarrest, Aufgaben im Garten, im Haushalt oder andere Hilfsarbeiten die Loyalität ihrer Kinder zu erzwingen.

Doch die narzisstische Mutter übt nicht nur eine enge Kontrolle darüber aus, was ihre Kinder tun, sondern auch über ihre Gefühle und Gedanken. Sie glaubt, ihr Kind besser zu kennen, als es sich selbst. Sie weiß ganz genau, was ihr Kind denkt, fühlt und will. Zumindest glaubt sie das. In Wahrheit aber will sie ihren Kindern nur einreden, was diese zu denken, zu fühlen und zu wollen haben. Und als wenn dies nicht schon schlimm genug wäre, erwartet sie von den Kindern nicht nur, dass diese sich ihren Erwartungen beugen, sondern sie sollen es auch noch aus ganzer Leidenschaft selber wollen. Sie verlangt, dass die Kinder voll und ganz mit ihrem Idealbild verschmelzen.


Sie ist unachtsam gegenüber den Bedürfnissen der Kinder

Niemals aber wird sie sich dazu herablassen, ihre Kinder zu sehen, wie sie wirklich sind. Sie begibt sich auch gar nicht erst auf die Suche. Sie ist unfähig, den ureigensten Veranlagungen und Möglichkeiten der Kinder zu vertrauen und sie dem Leben zu überlassen. Da sie sich selbst von Außeneinflüssen und der Bewunderung durch andere steuern lässt und sich auch durch die Kinder repräsentieren möchte, ruht ihr permanentes Auge auf ihre Sprösslinge, was den Kindern unmöglich macht, einen andere als den von ihr vorgegebenen Weg zu einzuschlagen.

Die Kinder werden von einer allgegenwärtigen und hautnahen Beschattung der Mutter umhüllt, die jedoch nur das Misstrauen, das mangelnde Interesse, die Achtlosigkeit, die emotionale Abwesenheit und die fehlende Liebe der Mutter indiziert.

Die narzisstische Mutter zeigt nur selten ihre Gefühle. In erster Linie glaubt sie, funktionieren und alles perfekt machen zu müssen. Sie strahlt keine mütterliche Wärme aus und nimmt sich keine Zeit für die wahren Bedürfnisse ihrer Kinder. Sie kümmert sich zwar um alles und regelt das Leben der Kinder, sie zeigt dabei aber niemals ihr Herz. Wenn sie auf ihre Kinder eingeht, dann bekommen diese Gespräche meistens den Charakter einer lehrerhaften Inspektion. Sie zeigt ihren Kindern auf, wie sie zu funktionieren haben.


Die Kinder finden keinen Zugang zu ihrem innersten Wesen

Sie werden nicht zu einem Menschen erzogen, sondern zu einer dressierten Marionette, die für alles sensibilisiert wird, was der Mutter wichtig ist. Solche Kinder werden sehr lange Zeit als Erwachsener benötigen, um sich seelisch daraus wieder zu lösen oder sie werden ein Leben lang nicht wissen, wer sie eigentlich sind. Selbst wenn sie sich schon aus der permanenten physischen Präsenz ihrer Mutter gelöst haben und ihre eigene Familie gegründet haben, bleiben Sie häufig der „Sklave“ der Mutter und schaffen es nicht, sich von dieser übermächtigen Figur zu lösen. Sie schrecken immer noch vor den Forderungen ihrer Mutter zurück und erfüllen  nachgiebig ihre Wünsche. 

Wenn die Kinder trotz der Förderung durch die narzisstische Mutter eine schwache Persönlichkeit entwickeln, dann leidet die Narzisstin ganz besonders. Sie empfindet es als persönliche Niederlage, wenn ein Kind in ihren Augen scheitert und sie wird es dem Kind bei jeder passenden Gelegenheit vorhalten. Sie findet einfach kein anderes Ventil, um mit ihrer Enttäuschung umzugehen.

Narzisstische Frauen suchen sich als Lebenspartner in der Regel einen schwächeren Mann, den sie ebenso wie ihre Kinder benutzen können. Insofern finden die Kinder in ihrem Vater, sofern es sich um einen friedfertigen und wohlwollenden Menschen handelt, vielleicht einen verständnisvollen Ruhepol, aber kein Gegengewicht zur patriarchischen Mutter. Letztlich wird sich auch der Vater nicht gegen seine Frau stellen, aus Angst vor ihren unberechenbaren Reaktionen.


Die Kinder brauchen eine wohlwollende Bezugsperson

Hat sich der Vater hingegen zwischenzeitlich von seiner narzisstischen Partnerin getrennt und darf die Kinder nur mehr an den Wochenenden sehen, kann dies unter bestimmten Umständen ein Segen für die Kinder sein, sofern der Vater offen und herzlich mit seinen Kindern umgeht und ihnen erlaubt, so zu sein, wie sie sind. Dies wird von den Kindern oft als eine wohltuende Erholung von der stressigen Mutter empfunden, was ihnen den Zugang zum wahren Selbst zu mindestens für einen Augenblick öffnet. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass der Vater nicht seine eigenen negativen Erfahrungen mit der narzisstischen Ehefrau in die Kinder hinein projiziert und das die Mutter sich aus dem Vater-Kind-Verhältnis heraushält  und dem Vater für das Wochenende keine Gebrauchsanweisung für die Kinder mitgibt. 

Auch andere Bezugspersonen wie die Großeltern, Onkel oder Tanten, Lehrer, Trainer oder auch möglicherweise die Eltern von Freunden können eine große Unterstützung für die Kinder sein, wenn sie in dieser Umgebung die Chance erhalten, sich frei bewegen und entfalten zu können. Sofern die Narzisstin mehrere Kinder hat, können sich die Geschwister auch untereinander austauschen und gegenseitig stützen. Dies ist ohnehin in vielen Fällen zu beobachten, dass unter dieser Erziehungsform die Geschwister einen ganz besonderen Zusammenhalt untereinander entwickeln. 

Die Kinder müssen in ihrem Käfig einen Platz entdecken, in dem sie so sein dürfen, wie sie sind. Sie müssen einen Ort finden, wo sie dem permanenten Spannungszustand entfliehen können und wo man ihnen das notwendige und vorenthaltene Verständnis entgegenbringt.

Im späteren Leben werden diese Kinder große Mühen haben, sich aus der Umklammerung der Mutter zu lösen. Sie bleiben fixiert auf die Meinung und das Urteil ihrer früheren Erzieherin, weil sie aufgrund der jahrelangen Gewöhnung diese Denk- und Verhaltensmuster nicht ablegen können. Die narzisstische Mutter tut auch im Alter noch das ihrige dazu, dass die Kinder ihr treu bleiben. 

Allerdings sollte man sich auch davor hüten, die Kinder vorschnell dem Einfluss der Mutter zu entreißen. Das würde die Kinder in einen schweren Loyalitätskonflikt bringen, was sie ebenso belasten würde. Immerhin sind die Kinder von der Liebe der Mutter abhängig und glauben durch Gehorsam dieses wertvolle Gut zu bekommen. Sie können noch nicht erkennen, dass sie statt selbstloser Liebe nur eine selbstherrliche Duldung im Falle ihrer Gefügigkeit empfangen. Aber daran klammern sie sich, weil sie nichts anderes kennen.

Manchmal haben solche Kinder durch einen starken Lebenspartner die Möglichkeit, ihr Schicksal zu erkennen und sich mit seiner Unterstützung aus der Umklammerung zu befreien. Die narzisstische Mutter empfindet dies natürlich als einen Angriff auf ihr Eigentum. Der Sohn oder die Tochter wird ihr sozusagen unter den Händen weggerissen. 

Die Folge sind dann oscarreife Psycho- und Intrigen-Schauspiele, die kaum in ihren Verflechtungen und in ihrer Dramatik zu überbieten sind. Der Lösungsvorgang kann dann in vielen Fällen nur mit einem vorübergehenden und manchmal auch endgültigen Kontaktabbruch zur Mutter vollzogen werden. Die Kinder sind zu der Lebensaufgabe verdammt, die Ketten, die ihnen ihre narzisstische Mutter umgelegt hat, zu sprengen. Das geht leider nicht ohne Krach !




Quelle
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